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Caffè (der italienische Kaffee)
Kaffee, das belegt ein arabisches Manuskript aus dem Jahr 1587, ist in Ara­bien seit Mitte des 15. Jahrhunderts bekannt.
Bereits ab Mitte des 17. Jahrhunderts gab es auch in Europa einen regen Han­del mit Kaffeebohnen. 1683 gilt als das historische Jahr der Kaf­fee­ge­schichte. In diesem Jahr endete die Belagerung Wiens durch die Türken mit ei­ner ver­nichtenden Niederlage der Osmanen. Die von den türki­schen Truppen zurück­gelassenen Kaffeebestände wurden zur Basis der Wiener Kaffeekultur.
Allerdings wurde in Europa (wenn man von Istanbul absieht) das ertse Kaf­fee­haus in Italien (Venedig) eröffnet - und zwar bereits im Jahr 1645. Und es gab - immer noch vor Wien - schon Kaffeehäuser in Oxford, London, Mar­seille, Amster­dam, Paris, seit 1673 in Bremen und 1677 in Hamburg.
Speziell italienisch
Die italienische Röstung entspricht der dunkelsten der fünf "klassischen" Röst­grade. Das Resultat dieser stärkenen Röstung sind Kaffees mit etwas bitterem oder leicht süßlichem Geschmack, aber relativ geringem Säure­gehalt. Deshalb schneidet der italienische caffè im Ver­gleich zum deutschen Fil­ter­kaffee viel besser ab, was die Bekömmlichkeit betrifft: denn er enthält we­niger Bitterstoffe, weniger Koffein, weniger Säure. Seine gute Verträg­lich­keit geht er einen be­sonderen Röstverfahren zurück.
Die Kaffeebohnen werden bei steigender Temperatur schonend dunkel ge­rös­tet und dann mit Luft gekühlt, um das Aroma zu konservieren. Wie kräf­tig die Bohnen in Italien geröstet werden, hängt vom regionalen Geschmack ab. Verwendet werden überwiegend Arabica-Bohnen aus Süd- und Mittel­ame­rika. Manche Kaffeeröster mischen diese noch mit einem kleinen Teil kräftig schmeck­ender Bohne der Robusta-Sorte. Die Arabica-Bohnen geben dem caffè mit ihrem niedrigen Koffeingehalt (1,1 bis 1,7 Prozent) auch eine ge­ringere Aufputschwirkung als die Robusta-Bohnen (2 bis 4,5 Prozent).
Wem der caffè zu bitter erscheint, der kann ihn mit Zucker süßen, und das tun die meisten Italiener, im Süden weit mehr als im Norden.
Kaffee ist in Italien nicht allein ein Getränk, sondern eine Institution, was sich auch sprachlich ausdrückt: So bestellt man an der Bar einerseits "un caffè" (einen Kaffee), wenn man aber darüber spricht, einen Kaffee zu trinken, sagt man "prendiamo il caffè", also den Kaffee.
Zwischendurch, wenn man nicht im Restaurant gegessen hat, nimmt man den caffè meis­tens im Stehen an der Theke einer Bar ein. Seltener - dann auch zu einem höheren Preis - trinkt man ihn im Sitzen am Tisch.
Natürlich gehört er auch zum Abschluss eines Essens in einem Restaurant. In Italien wird der caffè den ganzen Tag und sogar bis spät in die Nacht getrun­ken.
Für die häusliche Zubereitung des caffè gab es einmal die berühmte caffet­te­ria napoletana, die heute völlig von der caffetteria moka zurückgedrängt ist. Eine alte Tradition wurde damit durch eine neue ersetzt.
Caffettiera napoletana

Vor der Erfindung des Espressokochers war die caffettiera napo­le­tana die am meisten verbreitete Kaffee­ma­schine für den Haus­ge­brauch. Heute wird sie, falls überhaupt, fast nur noch in Neapel ver­wendet. Das Ver­fahren mit der caffettiera napo­le­tana ist nämlich umständlicher und zeitaufwändiger. Diese meistens aus Blech gefertigtes Gerät besteht aus einem Unterteil, welches das Wasser enthält, einem Metallsieb, in das der Kaffee gefüllt wird, und einem Oberteil, das als Kanne dient. Wenn das Wasser anfängt zu kochen, tritt es aus einer klei­nen Öffnung im Unterteil aus. Dann wird die napoletana vom Herd genommen und umgedreht, womit der Filtervorgang beginnt, bei dem das Wasser lang­sam durch den Kaffe in den Unterteil fließt.

Caffetteria Moka (Espressokocher)

Der Espressokocher entstand 1933, als der Industrielle Alfonso Bialetti seine "Moka Express" aus Aluminium auf den Markt brachte. Dieses Modell setzte sich durch und prä­sentiert sich auch heute noch in der gleichen Form, wie 1933. Der untere Teil ist der Wasserbehälter, in dem das Wasser erhitzt wird. Wenn dieses kocht, wird es durch den Dampfdruck nach oben durch den Siebeinsatz mit dem Kaffeepulver ge­drückt. Die Kaffeeflüssigkeit steigt dann weiter nach oben und füllt den Oberteil. Sobald der Kaffee ausgetreten ist, sollte man den Kaffeekocher sofort vom Herd genommen werden, damit der Kaffee nicht "verbrennt" und einen unangenehmen, zu bitteren Geschmack erhält. Der Sie­beinsatz sollte außerdem nicht zu sehr gefüllt werden.

Espressomaschinen
Auch in Italien setzten sich in den Privathaushalten zunehmend die "macchi­nette per il caffè" durch, kleine handliche Nachahmer der großen Espresso­maschinen der Bars. Wobei die Maschinen, die mit sogenannten Kaffeepads bzw. Kaffeekapseln arbeiten, sich großer beliebtheit erfreuen. Diese Kaffee­maschinen arbeiten mit einzel- bzw. doppelportionierten Kaffeekapseln. Wesentliche Eigenschaften dieser Kaffeesysteme sind eine einfache Bedie­nung und eine kurze Zubereitungszeit des Kaffees. In Italien ist es üblich, dass diese Maschinen ausgeliehen werden, der Benutzer aber verpflichtet ist, die Kapseln mit dem portioniert verpackten Kaffee bei der ausleihenden Firma zu kaufen. So spielen die Anschaffungskosten kaum noch eine Rolle, während die Folgekosten für die Kaffeepads hingegen – zum Teil um ein Vielfaches − über dem des herkömmlichen Kaffees liegen.
Eine kleine italienische (Kaffee-)Sprachlehre
Espresso: Basis sind besonders dunkel geröstete Kaffeebohnen und ein kurzer Brühvorgang unter hohem Druck. In Italien wird er einfach nur caffè genannt. Der caffè ist klein, heiß, schwarz, stark und wird im Allgemeinen mit Zucker gesüßt getrunken - eher ein belebendes Mokka-Bonbon oder ein Digestiv als ein Getränk.
Caffè ristretto: ist ein gekürzter espresso, der mit weniger Wasser als dieser zubereitet wird. Das Ergebnis ist noch kleiner, schwärzer und stärker als ein regulärer caffè.
Caffè doppio: ist schlicht und ergreifend ein doppelter caffè (die doppelte Menge).
Caffè lungo (allungato): ist ein mit einem Schuss heißen Wasser "verlängerter" espresso. Damit ist er quasi das Gegenteil des caffè ristretto.
Caffè latte ist ein Milchkaffee (franz. café au lait) und wird mit einem verlängerten oder doppelten Espresso und mit der gleichen Menge heißer Milch zubereitet.
Caffè macchiato: ist ein normaler Espresso, dem ein Löffel frischer Milch­schaum zugegeben wird.

Cappuccino (oder cappuccio) ist ein espresso, der mit heißer Milch und Milchschaum aufgegossen wird. Die Farbe erinnert an die Kutten der Kapuzinermönche. Üblicherweise wird ein cappuccino von den Italienern zum Frühstück getrunken, vielleicht mit einem Gebäckstück als Beilage. jedenfalls nur am Vormittag. Viele Deutsche trinken den cappuccino jedoch gerne den ganzen Tag über, da er als sehr bekömmlich angesehen wird.

Latte Macchiato: Das Trendgetränk aus viel heißer Milch und Milchschaum, gefleckt (=macchiato) mit einem Espresso.
Caffè corretto: ist ein "korrigierter" Espresso mit "Schuss", aus z.B. Grappa
 
Caffè
Caffè - der Treibstoff Italiens. Traditionell beginnt der Tag in Italien mit einem espresso oder cappuccino in der Bar auf dem Weg zur Arbeit. Dazu gibt es nur ein süßes Cornetto (Hörn­chen), Brioche oder ähnliches.
Trotz des kräftigen Geschmacks enthält ein "caffè" gerade ein­mal rund 40 % der Koffein­menge einer Tasse "normalen" Kaffees, der heller geröstet wur­de. Für den "caffè" wer­den meist zu 100 % Arabica-Bohnen verwendet, die dunkelgeröstet wer­den, dadurch Aroma besser kon­ser­vie­ren aber an Koffein verlieren.

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