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Farinata

Alle Welt meint, die italienische Küche zu kennen. Pizza, Pasta, Tiramisu und Konsorten sind nicht nur im übertragenen Sinn in aller Munde.
Wenn ich aber einmal deutsche Freunde durch die engen Gassen der Altstadt von Genua führe, sie in eine kleine friggitoria (wörtlich übersetzt "Braterei") lotse und zu einer farinata überrede, ist die Überraschung groß. Ein unerwarteter, ungewöhnlicher und köstlicher Imbiss.

Die farinata (fainà auf Genuesisch) ist vermutlich das älteste Gericht Liguriens. Eine Legende besagt, dass eine Gruppe römischer Legionäre während einer Belagerung eine Speise aus Wasser und Kichererbsenmehl auf einem Schild zubereiteten. Welchen Wahrheitsgehalt diese Geschichte habe, ist nicht bekannt. Belegt ist aber, dass die Mittelmeervölker jener Zeit , unter ihnen die Ligurer, diese Speise bereits kannten.

Goldfarbene Farinata

Hier das klassische Rezept, wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, dass ohne einen richtigen Holzofen die Aussichten, etwas zu backen, was der echten farinata entspricht, nicht sehr hoch einzuschätzen sind.

Zutaten für 4 Personen.
400 g Kichererbsenmehl
3 oder 4 Löffeln kaltgepressten Olivenöl (extra vergine)
1,5 l Wasser
Salz und Pfeffer

Das Kichererbsenmehl in eine Schüssel geben, und eine Mulde in das Mehl drücken. Das Wasser langsam in die Mitte hineingießen, sorgfältig rühren, damit sich keine Klumpen bilden. Ein Vorgang den man sorgfältig durchführt, bis man einen homogenen, recht dünnen Teig hat, der leicht am Löffel anklebt und einen Film bildet.

Mit Salz abschmecken, umrühren und die ganze Nacht ruhen lassen. Am Morgen mit einem Schaumlöffel den Schaum abschöpfen, der an der Oberfläche sich gebildet hat.

Eine ziemlich breite Ofenform (möglichst aus Kupfer) mit Öl einfetten, den flüssigen "Farinata"-Teig hineingießen (nicht höher als 6-7 mm) und kontrollieren, dass das Öl die Oberfläche leicht bedeckt. Im Ofen zirka eine halbe Stunde backen und herausnehmen, wenn die Oberseite goldbraun und etwas knusprig ist. Im Augenblick des Servierens etwas frisch gemahlenen Pfeffer darauf geben.
Damit die Oberfläche, entsprechend dem Original, schön knusprig wird, kann man die letzten 10 - 15 Minuten den Grill im Herd einschalten.
 
 

Farinata

Liguriens Küche ist von jeher geprägt durch seine Kräuter, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Aus dem Mehl von Ki­cher­erbsen macht man zum Bei­spiel die typische farinata. Die farinata-Fladen werden auf großen, runden Blechen ge­backen und sind ein Muss für jeden Besucher.


Ligurien
Ligurien - von San Remo
bis Cinque Terre.
Küche, Land und Leute

von Martina Meuth, Bernd Neuner-Duttenhofer
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