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Pesto alla genovese

Pesto (Pestu auf Genuesisch) ist die typischste und bekannteste Sauce Li­gu­riens. Die wichtigste Zutat ist der Basilikum (italienisch: basilico, genuesisch: baxeicò). Der Name "Pesto" stammt "pestare" (zerstampfen), denn die Zu­taten werden in einem Steinmörser mit einem Holz­stößel zerstampft. Dabe werden junge Basilikumblätter, Knoblauch, Pinien­ker­ne, Salz und Käse zu einem Brei zer­rie­ben. Der Käse setzt sich traditionsgemäß aus zwei Teilen Parmesan und einem Teil geriebenem sar­dischem Hartkäse zusammen.
Das älteste bekannte Rezept ist auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zu­rück­zuführen. Noch ältere ähnlich Rezepte wie die sogenannte agliata (ein "Pesto" aus Kno­blauch und Petersilie) waren in Ligurien bereitss in der Re­nais­sance bekannt.
Schenkt man den Traditionalisten Glauben, so wird der beste Pesto aus Ba­silikum hergestellt, der aus Prà stammt, einem Vorort von Genua, bzw. aus der Gegend, die von Genua bis Prà reicht, und die sich im Westen bis Palmaro ausdehnt, und im Osten bis Coronata.
Am wichtigsten ist dabei, dass es sich um jungen, klein- und zartblättrigen, hellgrünen Basilikum handeln muss. Der auf dem heimischen Balkon ge­züch­tete Basilikum, der im Sommer auf Buschgröße wächst, kamm man vielleicht für eine "Insalata Caprese" verwenden, nicht aber für einen echten Pesto. Die Blätter sind nämlich zu hart und haben vor allem einen Geschmack ent­wi­ck­elt, der jenem der Min­ze zu sehr ähnelt. Über die Knoblauchmenge gibt es auch in Ligurien unter­schied­liche Meinungen. Sicher ist, dass die Mengen, die in deut­schen Rezept­bü­chern und -internetseiten zu finden sind, meistens zu groß sind (das gilt merk­wür­di­gerweise für alle "italienischen" Rezepte in deut­schen Kochbüchern, wo Knob­lauch [], anders als in Italien, einen Kultstatus besitzt). Außerdem enthält der echte Pesto auch immer Pecorino-Käse, der wegen seinem schar­fen Geschmack aber nur etwa ein Drittel der ent­spre­chen­den Par­me­san­men­ge betragen sollte.

Hier das klassische Pesto-Rezept

Zutaten

2 Bünde Basilikum
1 Knoblauchzehe
20 g Pinienkerne
1 Prise Meersalz
15 g geriebener Pecorino (Schafkäse, nicht zu kräftig)
50 g frischen geriebenen Parmesan
50cc Olivenöl Extra Vergine

Zubereitung
Alle Zutaten werden miteinander vermischt und - nach der klassischen Art - mit einem Mörser zerstoßen (Pesto = Zerstoßenenes, Zerstampftes).
In den modernen italienischen Haushalten hat sich der Mixer durchgesetzt, mit dem man die Masse bei niedriger Stufe püriert.

Mann sollte allerdings als Purist berücksichtigen, dass nicht nur die Qualität des Basilikums den Ge­schmack des Pesto beeinflusst, sondern auch die Art, wie man ihn Pesto zubereitet. Tra­di­tions­bewusste be­nut­zen auch einen Stö­ßel aus Bal­saholz. Damit zerdrückt man die Blätter und reibt sie mit­tels der Dreh­be­we­gung des Hand­ge­lenks auf. Auf diese Weise gibt der Ba­si­li­kum seinen ganzen Geschmack her. Durch die Verwendung eines Mixers – die schnell drehenden Klingen er­zeu­gen Hitze – oxidieren die Basi­li­kum­blät­ter und es erwärmt sich die Pesto-Sauce, was deren Geschmack stark beeinträchtigt. Bei Verwendung eines Mixers wird deshalb empfohlen, die­sen immer wieder auszuschalten, damit die Klingen die Zeit bekommen, sich wieder abzukühlen. Wie dem auch sei, viele Restaurant­be­treiber (bei­spiels­wei­se Gian Paolo Belloni, der Chef des Genueser Tradi­tions­res­taurant "Zeffi­rino") sehen das mit dem Mörser nicht mehr so eng.

Wer einmal in einem traditionell geführten ligurischen Restaurant den Raum füllenden und fast berauschenden Duft eines echten Pestogerichts erlebt hat, wird kaum noch Gefallen finden an einem der zahlreichen Fertigprodukten, die unter dem Name "Pesto" auf dem Markt angeboten werden!

1999 wurde bei der Region Ligurien ein Förderkomitee zur Erlangung der ge­schützten Herkunftsbezeichnung (DOP) für den "Pesto alla genovese" einge­richtet.

Am 17. März 2007 wurde von der Vereinigung Palati Fini (Feine Gaumen) im Palazzo Ducale in Genua die erste "Genoa Pesto World Championship" ( Pes­to-Weltmeisterschaft) veranstaltet []. Jedes Haushaltsgerät war dabei ver­bo­ten und nur der Mörser erlaubt. Es handelte sich nicht nur um eine Meis­ter­schaft, sondern um ein sieben Tage dauerndes Fest zum Feiern des berühm­ten Pesto und ihres wichtigsten Bestandteils, des Basilikum, der inzwischen von der EU die ersehnte "geschützte Herkunftsbezeichnung" (DOP) erhalten hat.
Genoa Pesto World Championship [pesto]
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Zum Sieger der Pesto-Welmeisterschft 2008 wurde überraschenderweise der junge amerikanische Koch James D. Bowien erkoren, der in San Francisco ein berühmtes ligu­ri­sches Restaurant führt und vom genueser Koch Paolo Laboa geschult wurde. Auf Platz zwei und drei landeten die Genueser Mauro Canepa and Alfonsina Trucco.
Trenette al Pesto (für 4 Personen)

Zutaten

400 gr trenette
1 geschälte und gewürfelte Kartoffel
200 gr grüne Bohnen
150 gr Pesto
Salz

Kartoffeln in reichlich Salzwasser kochen. Wenn sie fast fertig sind, die Boh­nen hinzutun und kurz darauf die Trenette.
Die Trenette al dente kochen. Eventuell noch etwas von dem Kochwasser der Nudeln unter den Pesto rühren, damit er cremiger wird.
Die Nudeln abtropfen lassen, mit dem Pesto vermischt sofort ser­vieren.
Lasagne al Pesto (für 4 Personen)

Zutaten

360 gr Lasagneblätter
200 gr Pesto
25 g Butter
20 g Mehl
200 ml Milch
Geriebener Parmesankäse nach belieben

Zur Zubereitung der Bechamelsoße wird die Butter zerlassen, das Mehl hin­zu­gegeben und angeschwitzt, ohne es zu bräunen. Unter ständigem Rühren wird peu a peu die Milch zugegeben und die Sauce aufgekocht. Gewürzt wird nach Be­lieben mit Salz, etwas geriebene Muskatnuss und weißem Pfeffer.
Die Lasagneblätter sollte man, selbst wenn sie "vorgekocht" sind, ein paar Mi­nuten in siedendem, leicht gesalzenem Wasser kochen.
Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen und lagenweise (beginnend mit Be­chamel) Nudelblätter, Pesto und Bechamelsauce einfüllen. Mit etwas Parme­san bestreuen. Zum Schluss mit Bechamel und Parmesan bestreuen und mit Butterflocken belegen. Im auf 200°C vorgeheizten Backrohr auf der untersten Ebene ca. 30 bis 40 Min. backen.
Weitere typisch genuesische Gerichte:
Cappon magro []
Cima []
Farinata []
Focaccia []
Minestrone alla genovese []
Pansotti con salsa di noci []
 

Basilikum

Der Basilikum ist eine aroma­tische Kräuterart mit unver­wech­sel­barem Duft, die spe­ziell in der ligurischen Küche ver­wen­det wird. Einst auf den Ter­rassen mit Meerblick gezogen, wächst er heute vor allem in Ge­wächs­häusern und auf dem freien Feld. Seit kurzem trägt der "Basilico genovese" das DOP-Siegel der ge­schütz­ten Herkunftsbezeichnung.
Wussten Sie übrigens, dass Basi­li­kum verdauungsfördernd wirkt, bei Magenverstimmung, Übelkeit, Er­käl­tungen und Grippe hilft und bei ner­vöser Erschöpfung belebt? Bei Insek­ten­stichen reibt man mit den fri­schen Blättern die Haut ein, um den Juck­reiz zu mildern. Bei Schnup­fen oder Husten, auch bei Kopfweh, inhaliert man den Dampf eines Basili­kum­dampfbades.

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