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Enrico Caruso
Enrico Caruso (geb. am 25. Februar 1873 in Neapel, gest. am 2. August 1921) war ein italienischer Opernsänger. Er wird als der Tenor schlechthin betrach­tet. Er hatte eine derart kräftige und klare Stimme, dass es für die Zuhörer möglich war, jedes einzelne Wort seiner Arien zu verstehen. Er gilt heute noch in der Fachwelt als einer der großartigsten Tenöre aller Zeiten.
Caruso stammte aus einer armen und kinderreichen Familie. Sein Vater Marcellino war Metallarbeiter, seine Mutter Putzfrau.
Im Alter von zehn Jahren ging er mit seinem Vater in die Gießerei arbeiten, besuchte aber nebenbei eine Abendschule, wo er sein Talent fürs Zeich­nen entdeckte aber vor allem eines: dass seine Stimme etwas Besonderes war.
1888 starb seine Mutter. Enrico sang zu dieser Zeit im Kirchenchor und in einigen Theaterdarstellungen. Aber bald reichte ihm das nicht mehr. Sein Glück war, dass der Bariton Eduardo Missino auf ihn aufmerksam wurde und ihn dem Maestro Guglielmo Vergine vorstellte.

Seine ersten Engagements waren in Caserta, Neapel und Salerno. Mit dem Dirigent Vincenzo Lombardi arbeitete er in Livorno, wo er die be­kannte Operndiva Ada Giachetti kennen lernte, die verheiratet war und ein Kind hatte. Mit ihr lebte er in "wilder" Ehe 11 Jahre lang und hatte zwei Söhne, Rodolfo und Enrico. Schließlich ver­ließ Ada aber den zu oft untreuen Caruso, der die Klatschspalten mit seinen Affären füllte, und floh mit dessen Chauffeur – was einen Eklat und viele Prozesse nach sich zog und Caruso das Herz brach.
Caruso lebte später eine Weile mit Rina, Adas Schwester, zusammen, bis er zur Überraschung aller plötzlich Dorothy Park Benjamin, eine füllige amerikanische Millionärstochter, heiratete. Mit dieser hatte er im Alter von 45 Jahren noch eine Tochter, Gloria.

Erst 1898 mit der Partie des Loris bei der Pre­mie­re von Umberto Giordanos Oper Fedora begann der unaufhaltsame Aufstieg des Enrico Caruso.
Es folgten Tourneen in Russland, Lissabon, Rom, Montecarlo und zum Covent Garden in London, wo er Verdis Rigoletto sang.
1900 sang er an der Scala in der Boheme unter dem Dirigent Arturo Toscanini, 1901 in Neapel. Hier erlebte er eine große Enttäuschung wegen der kritischen Reaktion des Publikums. Er be­schloss daraufhin, niemals mehr in Neapel zu singen.
Den endgültigen internationalen Durchbruch er­lebte er erst 1903 an der Metropolitan Opera in New York im Rigoletto von Giuseppe Verdi, in dem er den Herzog sang.

Caruso war der erste Sänger der Plattenaufnahmen machte. 1902 nahm er für die englische Schallplattenfirma Gramophone & Typerwriter Company 10 Platten mit bekannten Opernarien auf.
Caruso war auf Grund seines Reichtums auch im Visier der "Schwarzen Hand", eine Mafia-Organisation, und entging in Kuba mit Glück einem Bomben­atten­tat. Er begegnete viel Neid und wurde einmal der sexueller Belästigung einer jungen Frau beschuldigt.
1909 nahm er eine Reihe von neapolitanischen Liedern auf, die auch Core 'ngrato ("Undankbares Herz") enthielt, von Riccardo Cordiferro und Salvatore Cardillo, die sich an der Niedergeschlagenheit inspirierten, die Caruso nach der Trennung von der Giachetti erlebt hatte.
La donna è mobile (historische Aufnahme)
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Caruso starb auf tragische Weise bereits im Alter von 48 Jahren. Er zog sich durch eine Erkältung eine Rippenfellentzündung zu. Trotz der Tatsache, dass er während einer Vorstellung des Elisir d'amore Blut zu husten begann und starke Schmerzen spürte, wurde dieses jedoch nicht rechtzeitig entdeckt. Nach einem Zusammenbruch Weihnachten 1920 wurde er operiert und über­lebte nur knapp. Er kehrte daraufhin nach Italien zurück, wo er unerwartet einen Rückfall erlitt und in Neapel auf dem Weg nach Rom zu seinen Ärzten verstarb.

Caruso wurde in der Kirche des Königs in Neapel aufgebahrt und in einem gigantischen Trauerzug zum Cimitero del Pianto begleitet. Noch bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts war es möglich, Carusos einbalsamierten Leich­nam zu besichtigen, bis es seine Witwe verbot.

Caruso war berühmt für seine warme, für einen Tenor sehr dunkle, baritonale Stimme und seine unübertroffene Bühnendarstellung. Das Volumen und die Weichheit seiner Stimme sind bis heute unerreicht. Seine Partnerin Geraldine Farrar berichtet, wie sie das erste Mal mit Caruso auf der Bühne stand und vergaß zu singen, weil sie über die Schönheit seines Gesangs in Tränen aus­brach. Lina Cavalieri fiel ihm auf offener Bühne um den Hals und küsste ihn aus Begeisterung so leidenschaftlich, dass dieser Kuss als der erste "echte" Bühnenkuss in die Annalen der Geschichte einging. Bei den Gastspielen Carusos wurde er mit Ehrenbezeigungen der gekrönten Häupter überhäuft, in Berlin sammelten sich 30.000 Menschen vor der Oper, um Caruso für eine Minute zu sehen.
 
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