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| Pietro Germis Filme |
| Pietro Germi (Genua, 1914 - Rom, 1974) war ein berühmter italienischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent. |
| Nach seinem ersten Werk, "Il testimone" (1945), zog Germi die Aufmerksamkeit auf sich mit dem Film "In nome della legge", einer Art Western, der im Mafia-verseuchtem Sizilien spielt. Es folgten mehrere sozialkritische Filme, die meistens in Arbeiter- oder Kleinbürgermilieus spielen. |
| Mitte der 1950er Jahre vertiefte er sich im Genre der satirischen Komödie, deren Handlung zumeist in der Kulisse ärmlicher Regionen Siziliens spielte. Sein Film "Scheidung auf Italienisch" von 1961 mit Marcello Mastroianni wurde weltweit ein kommerzieller Erfolg und brachte ihm (zusammen mit Alfredo Gianetti und Ennio de Concini) einen Oscar für das beste Drehbuch und eine Oscarnominierung für die beste Regie ein. 1965 gewann er den Hauptpreis von Cannes für "Aber, aber, meine Herren ...". |
| Mit dem Film "Serafino" (1968 ) begann der unaufhaltsame Niedergang Germis: Seine letzte abgeschlossene Arbeit war "Alfredo, Alfredo" (1972) mit Dustin Hoffman war eine lahme Antischeidungskomödie. Die Dreharbeiten zu "Amici miei" (Ein irres Klassentreffen) musste er wegen einer fortgeschrittenen Hepatitiserkrankung, an der er schließlich starb, abbrechen. |
| Un maledetto imbroglio |
| Der Film beginnt mit einem Bildausschnitt des Brunnen auf der Piazza Farnese in Rom und der musikalischen Untermalung durch das traurig klingende Lied "Sinnò me moro" (Sonst sterbe ich) von Carlo Rustichelli. Mit diesen einfachen Mitteln wird der Zuschauer sofort ins Mileu der einfachen Leute eingeführt und er wird sofort verstehen, dass es sich um eine Geschichte von Leidenschaft und Tod handelt. |
Ein maskierte Räuber stiehlt aus der Wohnung des Commendator Anzaloni wertvollen Schmuck. Er wird ertappt, flieht, lässt Anzaloni aber unverletzt. Kommissar Ingravallo (gespielt von Pietro Germi) wundert sich bei der Vernehmung des Commendatore über dessen Zurückhaltung beim Beantworten seiner Fragen und schöpft daraufhin Verdacht. Innerhalb kurzer Zeit findet in der Wohnung des Cousins des Diebstahlopfers (im selben Haus) ein Mord statt. Das Mordopfer ist die schöne Liliana Banducci (Eleonora Rossi Drago). Deren Dienstmädchen, Assuntina (Claudia Cardinale [ ]), ist mit dem Elektriker Diomede (Nino Castelnuovo) verlobt, der, merkwürdigerweise, flieht, als die Polizei kommt, obwohl er ein Alibi hat. Lilianas Ehemann Remo (Claudio Gora) war nicht in Rom zum Zeitpunkt des Mordes. Was für eine Überraschung für ihn, als er erfährt, dass Liliana vor kurzem ihr Testament geändert hat ... |
| Der Film war einer der erfolgreichsten Kriminalfilme in der italienischen Filmgeschichte. Zynismus und visueller Einfallsreichtum prägen den Erzählstil dieses Filmes. |
| Divorzio all'italiana (Scheidung auf Italienisch) |
Es ist dies der Film mit dem Pietro Germi vom dramatischen und sozialkritischen Ansatz seiner ersten Filme überraschenderweise zur Komödie und Satire übergeht. In diesem Film prangerte er auf humoristische Art den damals in Sizilien noch weit verbreiteten "Ehrenkodex" an, dank dem ein sogenannter delitto d'onore (Ehrenmord) mildere Strafen nach sich zog. Der Hauptdarsteller des Films ist der sizilianische Baron Ferdinando Cefalù (Marcello Mastroianni), Fefè genannt, der seiner Frau Rosalia (Daniela Rocca), mit der er seit 12 Jahren verheiratet ist, überdrüssig ist, und sich in seine hübsche 16-jährige Cousine Angela (Stefania Sandrelli [ ]) verliebt hat. Da eine Scheidung nach damaligem italienischen Eherecht nicht möglich ist geht ihm der Gedanke an einen Mord nicht aus dem Kopf. Als er erfährt, dass Mord aus Eifersucht meistens milde bestraft wird, kommt er auf die Idee, seine Frau einem Liebhaber in die Arme zu treiben, die beiden dabei zu überraschen und seine Frau zu erschießen. Sein Plan geht auf und seine Frau brennt mit einem Maler durch. Während die Frau des Malers ihren Ehemann erschießt, tötet er Rosalia. Nach dem Absitzen einer nur 18-monatigen Gefängnisstrafe kann er endlich Angela heiraten ... |
| Der Film erhielt 1963 den Oscar für das Beste Originaldrehbuch. Marcello Mastroianni und Pietro Germi wurden für den Oscar nominiert. Mastroianni und der Film als Bester fremdsprachiger Film gewannen 1963 den Golden Globe Award. 1962 erhielt der Film bei den Filmfestspielen von Cannes den Preis für die Beste Komödie. |
| Sedotta e abbandonata (Verführung auf Italienisch) |
| Eine weitere beißende Satire des bigotten Siziliens. Der Film handelt von einer jungen Frau, die vom Bräutigam ihrer Schwester verführt (und entjungfert) wird. Als die Minderjährige bei der Polizei Anzeige erstattet, gibt es einen Riesenaufruhr. Um ihre "Ehre" wieder zu erlangen, und damit der "Täter" nichts ins Gefängnis kommt, inszenieren die beiden Familie ein "matrimonio riparatore" (eine Mussehe, die die Ehre wiederherstellen soll). |
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| Der Film äußert sich ironisch über jenes Sizilien, in dem die Rettung der sogenannten "Ehre" lebenswichtig ist, in dem es der Schein ist, der zählt (köstlich, die Szene in der der Vater des Mädchen die ganze Familie, die gerade aus dem Polizei Polizeikommissariat gekommen ist, dazu zwingt, zu lachen, damit alle im Ort glauben, dass es sich nur um ein Missverständnis gehandelt habe) und in dem Frauen weniger Bedeutung zugemessen wird als ein Stück Wohnungseinrichtung. Ein derartiges Sizilien existierte in den 1950er Jahr noch und ist auch heute noch nicht völlig verschwunden. |
| Diese Komödie ist eines der Meisterwerke Germis, ein beißender, ironischer Film, der den Zuschauer mit offenem Mund dastehen lässt. |
| Filmografie |
- 1946: Il testimone
- 1947: Gioventù perduta (Verlorene Jugend / Gefährliche Laster)
- 1948: In nome della legge (Im Namen des Gesetzes)
- 1950: Il cammino della speranza (Weg der Hoffnung)
- 1951: La città si difende (Jagd ohne Gnade)
- 1952: La presidentessa (Das öffentliche Ärgernis)
- 1952: Il brigante di Tacca del Lupo (Der Rebell von Tacca del Lupo)
- 1953: Gelosia (Jealousy)
- 1953: Amori di mezzo secolo (3. Episode: Guerra 1915-1918)
- 1955: Il ferroviere (Das rote Signal)
- 1957: L'uomo di paglia (Und draußen lauert die Sünde)
- 1959: Un maledetto imbroglio (Unter glatter Haut)
- 1961: Divorzio all'italiana (Scheidung auf Italienisch)
- 1963: Sedotta e abbandonata (Verführung auf italienisch)
- 1965: Signore e signori (Aber, aber, meine Herren...)
- 1966: L'immorale (Unmoralisch lebt man besser)
- 1968: Serafino (Serafino, der Schürzenjäger)
- 1970: Le castagne sono buone (A Pocketful of Chestnuts)
- 1972: Alfredo Alfredo
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