Geschichte | Persönlichkeiten | Film/Medien/Musik | Literatur/Presse
  Landschaften | Essen & Trinken | Kunst/Architektur | Wissenswertes
  
 
Der "Held der zwei Welten"
Giuseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 in Nizza geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte. Sein ruheloser und abenteurlustiger Charakter ließ in bereits in jungen Jahren zur See gehen. Noch als Seemann trat er 1833 der "Giovine Italia" ("Junges Italien"), der patriotischen Bewegung Italiens, bei.
1834 nahm er an einem Aufstand in Piemont teil. Als dieser scheiterte, floh er nach Südamerika, wo er 1836 in Rio de Janeiro landete. Es begann damit ein Zeitabschnitt seines Lebens, das bis 1848 dauerte, wo er sich an ver­schie­de­nen kriegerischen Auseinandersetzungen in Südamerika beteiligte. Er wirk­te mit an der demokratischen und separatistischen Erhebung der bra­si­lia­ni­schen Provinz Rio Grande do Sul und sah sich 1841 gezwungen, nach Mon­te­video in Uruguay auszuweichen. Hier kämpfte er als Flottenkommandeur mit anderen italienischen Emigranten an der Seite der progressiv-demo­kra­tischen Kräfte Uruguays gegen die von Argentinien unterstützte antidemokra­tische Richtung. Dabei sammelte er wertvolle Erfahrungen in Menschen­führung, Kriegsführung und Guerillataktik.
Dass Garibaldi während seines Exils seine erste Frau kennen lernte, ist we­niger bekannt. Anita Garibaldi (eigentlich Ana Maria de Jesus Ribeiro da Silva di Gari­baldi) haftete der Ruf an, Garibaldi sklavisch überall hin gefolgt zu sein und sonst nur Kinder zur Welt gebracht zu haben. Sie war aber mehr als das. Sie schloss sich dem Freiheitshelden an, heiratete ihn und nahm an seiner Seite an den Kämpfen in Südbrasilien, Argentinien, Uruguay und später auch in Italien teil. Anita Garibaldi genießt in Brasilien und Italien noch heute hohes Ansehen.
1848 nach Italien zurückgekehrt nahm Garibaldi 1848/49 mit seinen "camicie rosse" (Rothemden) genannten Freiwilligenverbänden am piemontesischen Krieg gegen Österreich teil. Seine Feldzüge machten ihn zum Nationalhelden. In der kurzlebigen, am 9. Februar 1849 von Mazzini ausgerufenen Römischen Republik war er Anführer der Revolutionsarmee und konnte als solcher mit seinen Truppen die im April des Jahres zugunsten des geflohenen Papstes Pius IX. intervenierende französische Armee zunächst aufhalten, musste aber schließlich vor der Übermacht der Franzosen, die Rom über einen Monat lang belagerten, weichen. Nach der Niederschlagung der Römischen Republik am 3. Juli 1849 musste Garibaldi fliehen. Auf der Flucht verlor er zahlreiche treue Mitkämpfer und auch Anita, die schwanger und krank war, starb am 4. August 1849 auf der Guiccioli-Farm in der Nähe von Ravenna in den Armes ihres Mannes. Nach dieser Niederlage sah sich Garibaldi gezwungen, als Anführer abzudanken und erneut, diesmal nach New York, zu fliehen.
Anita Garibaldis Tod
Es begann sein zweites Exil, ein jahrelanges Vagabundieren von Tunis nach Tanger, New York und Peru, wo er 1851 das Kommando eines Handelsschiffes übernahm, mit dem er bis nach China segelte.
1854 kam Garibaldi nach London, wo er Mazzini mit seinem Übertritt zum ge­mäßigten Flügel der italienischen Nationalbewegung um Graf Camillo Benso di Cavour konfrontierte. Im Gegensatz zum republikanischen Mazzinismus be­für­wortete dieser eine monarchistische Lösung der nationalen Frage unter Führung des piemontesisch-savoyischen Herrscherhauses. Die überraschende Konversion Garibaldis fand 1856 mit seinem Eintritt in die piemontesisch ori­en­tierten "Società nazionale italiana" ihre sichtbare Bestätigung.
Nach persönlicher Abstimmung mit Cavour und dem savoyischen Monarchen Viktor Emanuel II. nahm Garibaldi 1859 als Kommandeur der "Cacciatori delle Alpi" (Alpenjäger) erfolgreich am piemontesisch-französischen Krieg gegen Österreich teil, der mit der partiellen Unabhängigkeit der ober­ita­lie­nischen Territorien schloß.
Der "Zug der Tausend" startet in Quarto/Genua
Anfang Mai 1860 führte er schließlich die legendäre "spedizione dei Mille" (den "Zug der Tausend") von Genua-Quarto nach Sizilien. Er ging in Marsala an Land, wo sein Siegeszug gegen die Bourbonen begann. Bis Oktober befreite er die Insel und das gesamte süditalienische Festland von der Bourbonen­herrschaft und bereitete damit ihre Angliederung an den gerade entstehenden italienischen Nationalstaat vor.
Incontro di TeanoDer beabsichtigte Weitermarsch der Gari­bal­di­ner gegen den Kirchenstaat wurde durch die Intervention Cavours aus diplomatischer Rück­sicht­nahme gestoppt. Am 26. Oktober 1860 brachte Giuseppe Garibaldi bei einem Zu­sam­men­treffen mit dem König Vittorio Emanuele II in Teano vor den Toren Neapels seine Un­ter­ord­nung unter den piemon­te­sisch-savoyischen Füh­rungsanspruch mit ei­nem knappen, aber be­rühmt gewordenen "obbe­disco" (Ich gehorche) zum Ausdruck. Danach zog sich Garibaldi nach Caprera zurück.
Nach der Proklamation des Königreichs Italien 1861 engagierte sich Garibaldi mit eine Truppe Freiwilliger im Kampf für die Befreiung des noch unter päpst­licher Herrschaft verbliebenen Kirchen­staats.
Der Versuch Garibaldis, den unter französischem Schutz stehenden Kirchen­staat zu besetzen, scheiterte 1862 bei Aspromonte in Calabrien am Wider­stand der königlich-italienischen Piemonteser, 1867 nordöstlich von Rom bei Mentana an dem der französischen Truppen.
1866 trug er als Kommandeur der Freiwilligenverbände siegreich zum "dritten Unabhängigkeits-Krieg" gegen Österreich bei, der die Integration Venetiens in den italienischen Nationalstaat zur Folge hatte.
Dem ihn auferlegten Arrest auf der Insel Caprera entwich Garibaldi noch ein­mal 1870/71 zur Verteidigung der neuen französischen Republik gegen die preußischen Invasoren. Danach kehrte er nach Caprera zurück, wo er seine letzten Jahre verbrachte, und wo er am 2. Juni 1882 starb.
 
Nationalbewusstsein
Die italienische Natio­nal­be­we­gung, der "Risorgimento", hat­te im Italien der 50er und 60er Jahre des ver­gan­genen Jahrhunderts eine heraus­ra­gende Stellung im Geschichts­un­ter­richt. Wir wurden in der Schule na­he­zu vollgepumpt mit Patriotismus.
Giuseppe Garibaldi

Der "Held der zwei Welten" passte in diese Natio­nale Ge­sinnung her­vor­ra­gend hinein. Er galt als der Held schlecht­hin. Noch im entlegendsten

Garibaldi
Winkel und kleinstem Ort des heu­ti­gen Italien werden die zen­tral­sten Straßen und Plätze nach ihm be­nannt. Er ver­körperte die Figur des charis­ma­ti­schen Abenteurers und "Mann der Tat".

Garibaldi
Garibaldi
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Garibaldi
Die Memoiren
Giuseppe Garibaldis

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)
Anita Garibaldi
Anita Garibaldi
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

PM-History
JAHRES-ABO an
PM-History

(Aufs Bild klicken,
um die Zeitschrift
zu abonnieren