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La spedizione dei mille (Der Zug der Tausend)
Die italienische Natio­nal­be­we­gung, der „Risorgimento“ und ihre Natio­nal­hel­den sind noch fest in der Vorstellungswelt der Italiener verankert. Giuseppe Garibaldi (1807 - 1882), der „eroe dei due mondi“ (Held der zwei Welten) gilt heute noch als der Held schlecht­hin. Es gibt keinen Ort in Italien, in dem es keine Straßen oder Plätze gibt, die nach Garibaldi be­nannt wurden.
Nach dem Scheitern eines Aufstands in Piemont war Garibaldi nach Süd­ame­rika ge­flohen, wo er in zahlreiche Kämpfe für Freiheit und Unabhängigkeit verwickelt wurde. Während dieser Zeit machte er nützliche Erfahrungen in Kriegs­füh­rung und Guerillataktik. Während seines Exils in Südamerika lernte auch sei­ne erste Frau kennen, die als Anita Garibaldi auch heute noch in Italien die heldenhafte Frau schlechthin verkörpert.
Als er 1848 nach Italien zurückkehrte, nahm er unter anderem 1848/49 mit seinen Verbänden von Freiwilligen, den so genannten „camicie rosse“ (Rot­hemden) am Krieg des Piemonts gegen Österreich teil, was ihn in den Augen seiner Landsleute bald zum Nationalhelden machte.
Der „Zug der Tausend" startet in Quarto/Genua
Am Abend des 5. Mai 1860 segelte Garibaldi mit 1162 sei­ner Rothemden auf zwei von der piemontäser Regierung gecharterten Schiffen, die „Piemonte" und die „Lombardo“, von Genua in Rich­tung Sü­den, um das „Königreich bei­der Si­zilien“ (Sizilien und Neapel) zu erobern. Die Tausend stammten vor­wie­gend aus Nord- und Mittelitalien, und be­stan­den nicht nur aus Italienern. Sie waren sehr schlecht bewaffnet, hatten nur alte Gewehre und kaum Munition, weshalb Garibaldi beschloss, am 7. Mai zunächst in Talamone (Toskana) einen Halt zu machen, um bei der dortigen Garnison des Piemont-Sardinien-Heeres Pro­viant, Munition und drei alte Kanonen einzutreiben. Der Umweg sollte auch dazu dienen, der neapolitanischen Flotte zu entgehen.
Bereits Ende 1859 und im April 1860 war es auf Sizilien zu Volksaufständen gegen die Bourbonen gekommen, die von Giuseppe Mazzinis Anhänger ge­steu­ert worden waren. Die sizilianischen „Patrioten" hatten eine Interven­tion des Königreichs Piemont-Sardinien verlangt, was aber sowohl König Vittorio Emanuele II. als auch Ministerpräsident Camillo Benso di Cavour offiziell ab­lehnten. In Wahr­heit unterstützten sie heimlich, zusammen mit England, die Expedition.
Die Landung in Marsala
Die beiden Schiffe fuhren eine ungewöhnliche Route, fast bis Tunesien, um den Schiffen der Bourbonen zu entkommen. Am 11. Mai landeten sie unter dem Schutz zweier Kriegsschiffe der Royal Navy, die sich dort zum Schutz bri­tischer Unternehmen aufhielten, nahe der westsizilianischen Stadt Mar­sa­la. Glücklicherweise hatten ein Tag zuvor die Befehlshaber der Bourbonen ihre Truppen zurück nach Palermo befördert, um sich gegen einen erwartenden Aufstand in der Hauptstadt zu wappnen. Diese Entscheidung sollte sich als der größte Fehler herausstellen.
So verließen die „GaribaldiniMarsala und versuchten, das Landesinnere zu erreichen. Zu ihnen gesellte sich bereits am 12. Juni eine Gruppe 500 sizi­lia­ni­scher „picciotti“ (junger Kämpfer) unter den Brüdern Sant'Anna. Am 14. Mai 1860 eroberte Garibaldi mit seinen Rothemden das Städtchen Salemi und rief dort eine „Diktatur der Befreiung" aus im Namen des Königs Vittorio Ema­nuele II. (Viktor Emanuel II.).
Am 15. Mai kam es zwischen Marsala und Palermo zur Schlacht von Cala­ta­fimi, in der die „Rothemden“ und die sizilianischen Patrioten beinahe gegen die 4000 Soldaten der Bourbonen unterlagen. In dieser Schlacht rettete Au­gusto Elia mit einer heldenhaften Geste Garibaldis Leben. Am 27. Mai gelang nach einem heftigen Gefecht beim „Ponte dell'Ammiraglio“ der Einzug in Palermo. Im Laufe des Monats Juni schlossen sich weitere freiwillige Sizilianer den „Garibaldinern" an, und täglich zahlreiche Freiwillige aus ganz Italien, die sich in das, was später „L'esercito meridionale“ (die Südliche Armee) ge­nannt wurde, integrierten.
Am 2. und 3. Juni erreichten zwei Schiffe mit weiteren Freiwilligen die Stadt Catania, die sich in der Zwischenzeit gegen ihre Herrscher erhoben hatte. Am 7. Juni kamen aus Malta 1500 Gewehre, und am 11. Juni weitere Freiwilli­ge und Waffen in Marsala an. Am 18. Juni landete in Castellammare del Golfo, unter der Leitung des Generals Giacomo Medici, der zweite Expeditionskorps aus Genua, mit drei Schiffen, etwa 3500 Freiwilligen, 8000 modernen Ge­weh­ren und Munition. So vergrößerte sich Garibaldis Heer in kurzer Zeit auf ein Vielfaches seiner ursprünglichen Größe.
Die Schlacht am Volturno
Am 20. Juli schlug Garibaldi die bourbonische Armee bei Milazzo und sich­er­te sich damit definitiv die Kontrolle über Sizilien. Auf seinem weiteren Vor­marsch auf dem Festland stellte sich Garibaldi kein weiterer Widerstand ent­gegen. Die Basilicata hatte sich bereits gegen die Herrscher erhoben. Auch hier schlossen sich zahlreiche Freiwillige Garibaldis Truppen an. Unter ihnen war auch Carmi­ne Crocco, der nach der Vereinigung Italiens zum Brigant [] mutierte. Am 7. September konnte Garibaldi, als Befreier von der Bevölkerung umjubelt, in die Stadt Neapel einziehen, ohne dass sich ihm die bourbonischen Soldaten entgegensetzten. Im Ok­tober fand schließlich die entscheidende Schlacht statt. Ein Heer von 50.000 Soldaten des Königs von Neapel versuchte, Ga­ri­bal­dis Trup­pen (etwa die Hälfte in der Zahl) in Kampanien zu schlagen, un­ter­lag jedoch in der Schlacht am Volturno. Nach der Sprengung der Festung von Gaeta mussten die Bour­bonen endgültig kapitulieren.
Nun fingen die militärischen Erfolge Garibaldis den König Vittorio Emanuele II. in Turin zu beun­ruhigen. Er fürchtete, dass Garibaldi die Schaffung einer Re­pu­blik im Auge haben könnte. Sein re­vo­lu­tio­närer Elan wollte auch vor Rom und dem Papst nicht haltmachen. Um dies zu ver­hin­dern, schickte die piemonteser Regie­rung Truppen nach Süden, die am 18. September 1860 die päpstlichen Truppen bei Castel­fi­dar­do schlugen und sich anschließend mit den Garibaldini vereinigten. Am 26. Oktober 1860 fand in Teano bei Neapel das berühmte Tref­fen zwischen Vittorio Emanuele II. und Ga­ri­bal­di statt, in dem Gari­bal­di unmiss­ver­ständ­lich Viktor Emanuel als „König von Italien" begrüßte und damit das deutliche Signal abgab, dass er auf eigene politische Ambi­tio­nen verzichten wolle, um dem Haus Savoyen die Krone Italiens zu sichern.
 

Giuseppe Garibaldi

Garibaldi

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