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Giorgio de Chirico

Giorgio De Chirico gehört zu den zentralen Figuren der Kunst des 20. Jahr­hun­derts. Als Wegbereiter der "Pittura metafisica" hat er wei­treichenden Einfluss auf die fol­genden Stil­ent­wick­lungen von Surrealismus, Neue Sachlichkeit und Magischer Rea­lis­mus. Giorgio de Chirico wurde 1974 in die Pa­ri­ser Académie des Beaux-Arts ge­wählt und erhielt 1976 das Große Bundesverdienstkreuz der Bun­des­republik Deutschland.
Giorgio de Chirico wurde am 10. Juli. 1888 im griechischen Vólos von ita­lienischen Eltern geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Grie­chen­land, wo er sehr früh zur Malkunst kam. Er absolvierte ein Studium der Ingenieurswissenschaft und danach studierte er in der Malklasse des Athener Polytechnikums.
Nach dem Tod seines Vaters zog er nach München (1906-1910), wo er an der Akademie der Schönen Künste studierte. Er war Schüler beim deutschen Ma­ler, Bildhauers und Grafiker Franz von Stuck, einem der bedeutendsten Ver­treter des Münchener Jugendstils, wo er unter Einfluß Böcklins und Max Klinger allegorische Bilder malte. 1909 schloss de Chirico die Ausbildung ab. In dieser Zeit studierte er intensiv die Werke der beiden Philosophen Friedrich Nietzsche und Arthur Schopenhauer.
1910 verließ de Chirico München und siedelte nach Florenz über. Dort schuf er eine Serie von Landschaftsbildern wie zum Beispiel das Werk mit dem Titel "Rätsel eines Herbstnachmittags".
1911 zog Chirico nach Paris, wo er auf verschiedenen Ausstellungen seine Bilder präsentierte. In Paris mache er die Bekanntschaft mit vielen be­deu­tendenden Künstlern seiner Zeit, wie zum Beispiel mit Pablo Picasso, mit André Derain, Max Jacob und Constantin Brancusi oder mit Guillaume Apollinaire.
1915 kehrte er nach Italien zurück, wo er in Ferrara, der "metaphysischsten aller Städte", gemeinsam mit seinem Bruder Alberto Savinio und dem Fu­tu­risten Carlo Carrà die Schule der "Pittura Metafisica" gründete. Diese war eine Strömung, die den Stil der Surrealisten rund zehn Jahre vorwegnahm und bis zum Jahr 1920 andauerte. Die Künstler verbanden in ihren Werken reale und imaginäre Elemente, die untereinander keinen reellen Bezug mehr her­stell­ten. Die Bilder gingen über die rein optische Realität hinaus, indem sie be­kannte Situationen fremd erscheinen lassen. Durch die Entleerung des Bildes von Bildgegenständen wurden oft eine bedrohliche Stimmung, oder traum­ähnliche Bilder erzeugt, in denen eine magisch-metaphysische Stimmung vorherrschte.
1918 beteiligte er sich an der Gründung der Valori Plastici in Rom. Danach geriet er in eine tiefe Krise und kehrte von der metaphysischen Phase seiner Malerei ab, was ihn für die Surrealisten zu einem "Prä-Surrealisten" machte. Er begann in dieser Zeit realistischer zu malen und wendete sich der na­tio­nalen Tradition des Quattrocento, der Frührenaissance, zu.
1924 war er einer der Gründer der Zeitschrift La Revolution Surrealist. Ab 1925 bekannte er sich zum Klassizismus und gehörte seitdem zu den eif­rigsten Widersachern der Avantgarde.
1929 veröffentlichte er seinen Roman "Hebdomeros", ein Meisterwerk der surrealistischen Literatur. In den 30er Jahren verbrachte er seine Zeit teils in Paris und teils in Italien. Nach einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten (1935-1937) zog er endgültig nach Rom.
Eine Zäsur markierte das Jahr 1930: De Chirico wandte sich ganz von der Pittura Metafisica ab, stattdessen wandte er sich einer betont barocken Mal­weise zu, kritisierte die moderne Malerei scharf und malte fortan in einem klassizistischen, akademischen Stil.
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Melancholy
Metaphysical Interior
Lyrical Muses
Mysterious Baths
The Return of Ulysses
La Grande Torre 1913
Hector and Andromaca
Sothern Song
Battle on the Bridge

Zur selben Zeit kopierte und verkaufte er aber auch Werke seiner meta­phy­sischen Epoche, oder erstellte Varianten von ihnen. Er erregte großen Ver­druss auch mit seiner Bereitwilligkeit, nachweisliche Fälschungen seiner Bilder als echt zu erklären und zu signieren. Später nahm er es wieder zurück. De Chirico wollte damit den Primat der Idee über die einzelne Ausführung eines Werkes betonen. Er soll auch willkürlich umdatiert haben, von vorne nach hinten und von hinten nach vorn. Deshalb ist die Datierung "echter" Chiricos oft nicht einfach.
Manchmal entlarvte er Fälschungen seiner Bilder in Ausstellungen, indem er keck über diese gefälschten Gemälde mit dem Pinsel den Schriftzug falso (Fälschung) malte.

Heute erscheint sein Werk als Vorläufer der Postmoderne und sein Werk wird neubewertet, wo zuvor nur sein metaphysisches Frühwerk Beachtung fand.

Giorgio de Chirico starb am 19. November 1978 in Rom.

 

Giorgio de Chirico

Giorgio de Chirico malte Stadt­an­sichten in traumähnlicher Auf­ma­chung, in deren Leere sich nur Sta­tuen oder sogenannte mani­chini, Gliederpuppen, wie­der­fanden. Das Verfremdende seiner Bilder entstand durch ungewöhn­liche Gegen­über­stel­lung von Ge­genständen oder durch die Aus­wahl widersprüchlicher Per­spek­tiven.
Seine Bilder wurden wegen ihrer Atmosphäre von Leere und Rätsel­haftigkeit berühmt. Verlassene Plätze, gesäumt von dunklen Ar­ka­den in grellem Licht, Stra­ßenzüge mit Fluchtpunkt, in der Ferne vielleicht ein Segel und über allem ein brü­tender Himmel.

De Chirico
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