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Liguriens Palmen |
| Verschiedene Arten von Palmen sind an der Riviera so weit
verbreitet und prägen derart stark das Landschaftsbild
– sie haben sogar einem ganzen Küstenstreifen den
Namen gegeben, der Riviera delle Palme (Palmenriviera) – dass man meinen könnte, sie gehörten
seit jeher zur Landschaft. Dabei wurden sie vor nicht allzu
langer Zeit, nämlich in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts, eingeführt, vorwiegend aus Nordafrika.
Sie sind zum Symbol der Riviera geworden. |
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| So unterscheidet sich die Pflanzenwelt
der Riviera, die zum großen Teil aus eingewanderten Pflanzen
besteht, die man sich heute gar nicht mehr fortdenken kann,
sehr von jener der Toskana, wo es kaum Orangenbäume, Palmen
und Kakteen gibt. Am gemeinsamen Urpflanzenbestand gibt es
nur der Olivenbaum, die Weinrebe, die Zypresse, gewisse Piniensorten und der Lorbeer. |
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| In den Fremdenverkehrsorten wurden
viele Arten, wie die Agaven und die Palmen, aus Afrika, oder
wie die Magnolie, aus Asien, eingeführt. Das ligurische
Klima ist ideal für diese Arten, die nicht selten
die autochthone Flora verdrängt haben. Ein herausragendes
Beispiel dafür sind die Hanbury-Gärten am Capo
Mortola bei Ventimiglia, die auf Initiative von Thomas Hanbury
von dem deutschen Gärtner Ludwig Winter angelegt wurden. AUf diesen geht ein Großteil der
botanischen Entwicklung der Riviera zurück. |
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| Die an der Riviera am
häufigsten zu findenden Palmenarten sind die Kanarische
Dattelpalme (Phoenix canariensis) mit dickem, gedrungenem
Stamm und die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
mit hohem, schlankem Stamm. Die Dattelpalmen, die an der Riviera ihre nördlichste Verbreitungszone
haben, gedeihen in dieser Gegend nicht bis zur Fruchtreife, denn
sie sind gegen Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich. Meist sind es deshalb auch
unechte Dattelpalmen oder andere Palmenarten, wie die Washingtonia-Palmen, die man hier findet. |
Washingtonia |
Die Washingtonia-Palme ist eine Fächerpalmenart
aus Südkalifornien und Arizona. Ihr stattlicher Wuchs
mit aufrechtem Einzelstamm macht sie zur idealen Alleepflanze. |
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Washingtonia robusta |
Phoenix canariensis |
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Die stammbildende
hohe und stammlose Buschpalme Phoenix canariensis oder Kanarische Dattelpalme
ist eine Fiederpalme, deren Heimat die kanarischen Inseln
sind. Sie kann eine Höhe von bis zu fünfzehn Meter erreichen und besitzt
einen auf der Oberfläche rauhen Stamm von bis zu einem
Meter Durchmesser. Die Palmkrone kann bis zu acht Meter Breite
erreichen. Die Wedel sind leicht gräulich getönt. |
| In der Jugend hat die Phoenix canariensis mit ihren
sparrig abstehenden Blättern keinen Stamm. Der gedrungene,
durch die Blattbasen der abgefallenen
Blätter eigenartig gemusterte Stamm trägt am Ende
eine eindrucksvolle Wedelkrone. |
| Die Kanarische Dattelpalme beginnt erst dann in die Höhe zu wachsen, wenn der Stamm
einen bestimmten Durchmesser erreicht hat. Alte Exemplare haben einen sehr dicken Stamm und eine von zahlreichen Wedeln gebildete Krone. Die Früchte sind deutlich kleiner als die Datteln der Phoenix dactylifera und
haben keinen guten Geschmack. Sie gelten als ungenießbar. |
Phoenix dactylifera (echte
Dattelpalme) |
| Die Phoenix dactylifera ist eine aus dem Nahen Osten
und Nordafrika stammende Fiederpalme. Ihr Stamm wächst
gerade, kann eine Höhe von zwanzig Metern und mehr erreichen und ist mit
den breiten Blattbasen der abgeworfenen oder zur Pflege abgeschnittenen
Wedel bedeckt. Er ist etwas schlanker als bei der Phoenix canariensis.
Die eindrucksvolle Wedelkrone, kann bis zu sechs Meter
Breite erreichen. |
| Auch der Stamm der echten
Dattelpalme ist von den Narben der abgefallenen Blätter
gemustert. An seinem Ende trägt er eine Krone aus wachsgrünen,
ca. drei Meter langen Wedeln und eine Anzahl verzweigter Blütenstände.
Die Krone ist nicht so dicht wie bei der Phoenix canariensis. |
Was ich immer schon wissen wollte |
| Palmen werden im allgemeinen
als pflegeleichte Pflanzen betrachten. Die meisten Palmen behalten
eine bestimmte Anzahl Blätter. Mit dem Wachstum sterben
die unteren Wedel ab und werden durch neue ersetzt. Die abgestorbenen
Wedel fallen meistens ab und hinterlassen nach ihrem Absterben
verholzte Spieße auf der Rinde. Das Alter der Palmen kann
man an den Narben die am Stamm zurückbleiben ablesen. |
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Junge Palme (Naturzustand) |
Junge Palme (gestutzt) |
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| In der Wildnis oder wo
es nicht stört, ist kein Stutzen des Stammes üblich.
In den Gärten und Parkanlagen werden allerdings die abgestorbenen Palmwedel in einer jährlichen Schönheitsoperation abgeschlagen. Erst dadurch bekommen die Palmenstämme ihr charakteristisches "Ananasmuster". Bei höheren Palmen werden "Kletterer" eingesetzt. Mit einem Gurt gesichert klettern sie auf die Palme und schlagen die alten Palmwedel
ab. |
| Vom rein biologischen Gesichtspunkt
ist eine Beschneidung der Palmen nicht sinnvoll, denn auch die
trockenen Wedel haben ihre Funktion, als Schutz gegen Sonne,
Kälte und Wind. Die Beschneidung erfolgt aus rein
ästhetischen Gründen. |
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Tropische Abendstimmung mit Palmen in Nervi
(Genua) |
| Nicht nur die Palmen sind "Einwanderer" in Ligurien. Auch Agaven, Orangen, Magnolien und die Opuntienkakteen wurden importiert und haben die heimische Flora sogar teilweise verdrängt. Und – hätte man das gedacht? – sogar die Mimosen, die zum Symbol des früh einsetzendes Frühlings in Ligurien geworden sind, sind nicht autochthon, sondern stammen aus dem tropischen Brasilien. |
Palmenbestand in Gefahr |
| Ursprünglich aus Asien stammend verbreitet sich in den letzten Jahren im ganzen Mittelmeerraum der Rote Palmen-Rüsselkäfer (Rhynchophorus ferrugineus), ein Käfer, der sämtliche Palmen-Bestände bedroht. Auch an der italienischen Riviera muss man sich Sorgen um die Palmenbestände machen. Schon haben die Schädlinge zahlreiche Palmen in San Remo und anderen Ortschaften Liguriens befallen und drohen, das mediterrane Flair der Riviera zu beschädigen. Schließlich stehen allein in Ligurien mehr als 200.000 prächtige Palmen. Die erfolgreichste, aber sehr aufwändige Methode zur Käferabwehr scheint zu sein, die Stämme der Palmen mit bioakustischen Messgeräten zu überwachen und Palmen sofort zu vernichten, sobald das Schmatzen der Larven zu hören ist. |
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Palmen |
| Manche Details und die von ihnen ausgelösten
Eindrücke prägen sich fest ins Unterbewusstsein ein und bleiben
dort ein Leben lang. Bis eines Tages unsere Aufmerksamkeit
durch Zufall wieder
auf die alte Erfahrung geleitet
wird und uns blitzschnell
zurück
in die entfernte Vergangenheit
bringt. |
| Als ich als Kind erstmals nach Italien kam, machten die Dattelpalmen
einen unauslöschlichen
Eindruck auf mich. Später gewöhnte ich mich an sie.
Ich nahm sie kaum noch wahr. Auch als ich von Italien wegzog
änderte
sich kaum etwas an dieser Tatsache. Nur allmählich
vollzog sich der Wandel der Erinnerung.
Denn wenn ich heute wieder nach Ligurien komme und – aus dem
Zugfenster schauend – die ersten
Palmwedeln sehe, verschwinden
Jahrzehnte
auf einen Schlag. Ich sehe dann dieses Land wieder mit den Auge
des Kindes,
das ich einmal wahr. |
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Genua und Ligurien
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Ligurien: Küstenland zwischen Cinque Terre und Seealpen
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Palms Throughout the World
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