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Christus kam nur bis Eboli

Aliano (Basilikata) - der Schauplatz eines literarischen Welterfolgs.
Durch sein 1945 veröffentlichtes und in 37 Sprachen übersetztes Buch Cristo si è fermato a Eboli (Christus kam nur bis Eboli), das Francesco Rosi 1973 mit Gian Maria Volonté und Irene Papas in den Hauptrollen verfilmte, wurde Carlo Levi weltberühmt. Das Buch ist weniger ein Roman als ein Erfahrungsbericht, in dem Levi zwischen Dezember 1943 und Juli 1944 seine Erinnerungen an den Aufenthalt in Aliano (1935/1936) beschrieb.
Aus Diskretionsgründen nannte Levi den Ort in "Gagliano" um, so wie er auch durch bewusste Fehlangaben der genauen Lage des Dorfes von Aliano ablenkte. Trotzdem wurde, als das Buch berühmt wurde, die Identität des Ortes sehr schnell enttarnt.
Das Buch gilt als große literarische Dokumentation der Situation des mezzogiorno (des italienischen Südens). Es ist die leidenschaftlichste und grausamste Schilderung dieses Südens- ein Klassiker des italienischen Neorealismus.

Der Titel des Werkes spielt auf eine Redensart der Einwohner Alianos an: "Wir sind keine Menschen, keine Christen, wir sind Tiere, denn Christus kam nur bis Eboli, aber nicht weiter, nicht zu uns." Laut Levi soll dieser Satz die Abgeschiedenheit Lukaniens beschreiben, für das sich weder die Zentralregierung in Rom noch überhaupt die moderne Welt je interessiert hat. Levi schildert Aliano als einen Ort, in dem die Einwohner ohne Bewusstsein von Politik, Geschichte, Ursache und Wirkung in einer zeitenthobenen Resignation leben; nicht einmal das Christentum sei hier mehr als ein Aberglaube unter vielen.

Levi beschreibt in zurückhaltender, essayistischer Form das Leben in Aliano, vom Elend der Bauern bis zur lächerlichen Gestalt des faschis­tischen Bürgermeisters. Seine besondere Stärke sind dabei einprägsame Porträts und Landschaftsbilder. Daneben wurden noch andere Abschnitte berühmt, besonders die Schilderung der katastrophalen Lebensbe­din­gun­gen der Einwohner in der Provinzhauptstadt Matera.
Den Arztberuf hat Carlo Levi nur in Aliano ausgeübt. Er hat Wunden verbunden, Hygiene gelehrt, Chinin gegen Malaria verteilt und oft genug den Tod festgestellt - bis die Präfektur in Matera ihm auch dieses bescheidene Wirken verbot.

Lukanien, das heute Basilikata heißt und zwischen Kampanien, Kalabrien und Apulien liegt, ist zwar noch immer von Armut geprägt, doch es ver­sucht sich inzwischen besser darzustellen und zieht sogar zunehmend Besucher an. Denn die abweisende, schroffe Landschaft kann auch als wildromantisch gesehen werden und der eher verschlossene Menschen­schlag wird von den Besuchern gerne als authentisch gesehen. Malaria gibt es nicht mehr und nach dem abflauenden Toskana-Boom setzt man nun auch in Süditalien auf die Touristen.

Während die Einwohner Alianos und seiner Region anfangs von Levis Beschreibung ihres Elends nicht begeistert waren, ist das Buch heute in Aliano zur Schullektüre avanciert und der Ort lockt mit seinem neu erwor­benen Rang als Parco Letterario, es gibt ein Museum, ein Amphitheater.

 

Carlo Levi

Carlo Levi (geb. am 29. No­vem­ber 1902 in Turin, gest. am 4. Januar 1975 in Rom) war ein italienischer Schrift­steller, Maler und Politiker.
Er studierte Medizin, prak­ti­zierte aber nie als regulärer Arzt.
Weil er 1929 eine anti­fa­schis­tische Gruppe gegründet hatte, wurde Levi 1934 für zwei Monate inhaftiert und 1935 in die süditalienische Region Lucania (heute Basilicata) verbannt. Dort verbrachte er die Zeit von Sep­tember 1935 bis Mai 1936 im Dorf Alia­no, wo er wegen des Elends der Einwohner unentgeltlich als Arzt prak­tizierte. Nebenbei malte er Men­schen und Land­schaft.
1936 kam er durch eine Ge­ne­ral­am­nestie frei und ging ins Exil nach Pa­ris. 1941 kehr­te er nach Italien zu­rück, wur­de in Florenz fest­ge­nom­men und eingekerkert bis zu Musso­linis Festnahme. 1943/1944 schrieb er sein Buch Cristo si è fermato a Eboli.
Nach dem Krieg zog Levi nach Rom, malte und schrieb weitere Bücher. 1963 wurde er als Kandidat der kom­mu­nistischen Partei in den Senat gewählt.

Christus kam nur bis Eboli
Christus kam nur bis Eboli
von Carlo Levi

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Christus kam nur bis Eboli
Christus kam nur bis Eboli
Film von Francesco Rosi
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