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Dario Fo
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Dario Fo (Sangiano, 24. März 1926), Sohn eines Bahnhofvorstehers,
wuchs ín einer intellektuell sehr regen Familie auf.
Das Geschichtenerzählen lernte er von seinem Großvater,
einem Fischer und Glasbläser. Sein Vater war Amateurschauspieler
und Sozialist. Die Familie musste häufig umziehen, weil
er versetzt wurde.
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| 1940 zog Dario Fo nach Mailand,
um an der Kunsthochschule "Brera" zu studieren.
Der Zweite Weltkrieg kam dazwischen. Seine Familie war im antifaschistischen
Widerstand aktiv und Dario half seinem Vater, Flüchtlinge
und Deserteure der Alliierten in die Schweiz zu schmuggeln.
1943 meldet er sich freiwillig als Fallschirmspringer
bei der Repubblica Sociale Italiana (auch Republik
von Salò genannt, ein faschistischer Staat
in Norditalien unter der militärischen Protektion
Deutschlands). Daraus entstand eine langjährige
Polemik, die dazu führte, dass Fo eine Tageszeitung
verklagte, die ihm seine angeblich "faschistische"
Vergangenheit vorwarf. Dabei habe er sich, als 17jähriger,
nur deshalb freiwillig gemeldet, um Verdacht von den antifaschistischen
Aktivitäten des Vaters abzuwenden. Schließlich gab
die Zeitung nach und korrigierte ihre Aussagen. |
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Nach Kriegsende setzte Fo sein Studium fort. Ab 1950 begann
er sich in der Bewegung der piccoli teatri (kleine
Bühnen) zu engagieren und präsentierte dem Publikum
improvisierte Einpersonenstücke. Gleichzeitig fing er
damit an, für das Radio und das Fernsehen als Autor und
Darsteller satyrischer Texte zu arbeiten. 1951 wurde ihm vom
der RAI, dem öffentlich-rechtlichen Radio-Sender, angeboten,
eine Sendung namens Cocorico zu moderieren. Er schuf
18 satirische Monologe, in denen er biblische Themen politisch
interpretierte. Empörte Vorgesetzte setzten die Show
ab. Auch sein nächstes Theaterstück war beim zahlenden
Publikum ein Renner und litt dennoch Zensur und Interventionen
von Seiten der Kirche und der Staatsbeamten, so dass seine
Auftritte im Fernsehen rar wurden.
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Am 24 Juni 1954 heiratete Fo die
Schauspielerin und Kollegin Franca Rame.
Die beiden verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem sehr populären
Piccolo Teatro in Mailand. Im nächsten Jahr ergab
sich eine Chance bei den Filmstudios in Rom. Fo wurde
Drehbuchautor und arbeitete für zahlreiche Produktionen. |
| 1959 gründeten sie ihre eigenes
Ensembles. Fo schrieb Stücke, schauspielerte,
führte Regie und entwarf Kostüme und Bühnenbilder.
Rame übernahm die Kassenführung und den Papierkrieg.
Die Uraufführungen fanden im Piccolo Teatro
statt und sie brachen dann alljährlich zu Tourneen in ganz
Italien auf. |
| Für die beliebte Fernsehshow
der RAI, Canzonissima, wurde Fo 1962 als Autor und
Regisseur engagiert. Er bildete dort das Leben gewöhnlicher
Menschen ab, was beim Publikum sehr gut ankam. Nur eine Episode,
in der sich ein Bauunternehmer weigerte, Sicherheitsmaßnahmen
in seiner Firma einzuführen, verärgerte
die Politiker. Die Satire kritisierte mit einfachen und ironischen
Dialogen die Arbeitsbedingungen in den italienischen Unternehmen.
Nach nur sieben Folgen der Sendung wurde Dario Fo und Franca
Rame der Vertrag gekündigt. Sie erhielten Morddrohungen
und mussten unter Polizeischutz gestellt werden. Die italienische
Schauspielergewerkschaft setzte aus Solidarität
bei ihren Mitgliedern durch, dass sie nicht an ihrer Stelle
als Ersatz zur Verfügung standen. Beide wurden für
15 Jahre von der RAI gesperrt. |
| Fo, der in der volkstümlichen
"Commedia dell'Arte" verwurzelt war, wechselte
auf der Bühne zwischen Wort und Pantomime, und improvisierte
nicht selten. In seinen deftigen Gesellschaftssatiren scheute
er sich niemals, blasierte italienische Intellektuelle
und die Mächtigen des Staates und der katholischen Kirche
an den Pranger zu stellen. Viele seiner Stücke wurden deshalb
in Italien zensiert, übersetzt und im Ausland aufgeführt.
Mehrmals wurde er auf offener Bühne verhaftet, sein Haus
und sein Theater in Mailand mit Bomben beworfen. |
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1977 wurde der streitbare Satiriker, Provokateur und unerschrockener
Idealist, für viele überraschenderweise mit
dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Sein erster Kommentar
dazu war gewohnt ironisch: "Ich bin bestürzt!"
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| Wichtige Werke: |
| Er hatte zwei Pistolen und seine
Augen waren schwarz und weiss, 1960 |
| Wer einen Fuß stiehlt,
hat Glück in der Liebe, 1961 |
| Obszöne Fabeln, 1969 |
| Zufälliger Tod eines Anarchisten,
1970 |
| Bezahlt wird nicht! 1977 |
| Diebe, Damen, Marionetten,
1987 |
| Der Hohn der Angst, 1996 |
| Lieder und Balladen, 1984 |
| Geschichte einer Tigerin,
1978 |
| Offene Zweierbeziehung,
1983 |
| Der Papst und die Hexe,
1989 |
| Elisabeth, zufällig eine
Frau, 1984 |
| Hilfe, das Volk kommt! 1998 |
| Kleines Handbuch des Schauspielers,
1997 |
| Nur Kinder, Küche, Kirche,
2000 |
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Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu, 2004
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| Dario Fo ist ein italienischer
satirischer Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner,
Komponist, Erzähler und Schauspieler, der 1997 mit dem
Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde.
Er revitalisierte Methoden der Commedia dell'Arte und
arbeitete von Anfang an eng mit seiner Frau Franca Rame
zusammen. |
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Kleines Handbuch des Schauspielers
von Dario Fo
(Mauszeiger aufs Bild positionieren, um das Buch zu bestellen)
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Isabella, drei Karavellen
und ein Scharlatan.
'Krieg ich jetzt die Rollen
des Liebhabers?'
von Dario Fo
(Mauszeiger aufs Bild positionieren, um das Buch zu bestellen)
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