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Il Mulino del Po (Die Mühle am Po)
Der dreibändige Roman Die Mühle am Po spiegelt im Schicksal der Familie Scacerni, die eine Mühle am Po betreibt, über drei Generationen hinweg den mühsamen Weg der italienischen Nation zu Einheit und Unabhängigkeit und wird deshalb auch als ein "Nationalepos" des modernen Italien bezeichnet.
Die Mühle am Po ist aus dem Kanon der italienischen Nationalliteratur nicht mehr wegzudenken
Besonders akzentuiert wird die politische Dimension des Romans dadurch, dass der regionale Handlungsraum in der Provinz Emilia als Grenzgebiet zwi­schen Habsburg und dem Kirchenstaat besonders umstritten war. Der be­rühm­te Roman Die Verlobten von Alessandro Manzoni [ ] war für Riccar­do Bacchelli ein klares Vorbild für diese Verquickung von Familien- und Natio­nal­ge­schich­te.
Im ersten Band "Möge Gott dich behüten" (1938) kehrt der Leutnant Lazzaro Scacerni, Teilnehmer am Russlandfeldzug Napoleons, 1812 geschlagen zurück nach Italien. Doch für ihn besteht Hoffnung auf einen Neuanfang, denn beim Überqueren des russischen Flusses Vop rettet er einem anderen italienischen Offizier das Leben. Als dieser dann doch im Sterben liegt, bedankt er sich bei Scacerni mit dem Teil einer Münze. Mit dieser soll sich Scacerni an einen Geld­verleiher wenden, um an einen Schatz zu gelangen, der von einem Kir­chenraub stammt. Vom Erlös dieses Schatzes kann Scacerni nach seiner Heim­kehr die Mühle bauen, die der Roman-Trilogie den Titel gibt.

Zwischen Gewissensbissen und Erwerbseifer hin und her gerissen, bringt er es zu Ansehen und Wohlstand. Immer wieder ist es vor allem das Hochwasser des Po, das Wohl­stand und Leben der Familie be­droht. Mit seiner Ehefrau Dosolina hat Lazzaro den Sohn Giuseppe, der seine Eltern jedoch verachtet und von Grundstücksspe­ku­la­tio­nen lebt. Er zwingt die vitale Cecilia, die der Vater einst aus den Fluten des Po ge­ret­tet hatte, in eine unglückliche Ehe.

Der zweite Band, "Das Elend kommt im Boot", dreht sich schwerpunktmäßig um Giuseppe und seinen schwachen Charakter. Er schmuggelt Weizen im Auftrag der Österreicher, bringt auf niederträchtige Art Cecilia dazu, ihn zu heiraten und scheut keine List, um zu Reichtum zu kommen.

Im dritten Band "Alte Welt, ewig neu", muss Cecilia erleben, dass einer ihrer Söhne in Garibaldis Freiheitsarmee fällt und der zweite Sohn, Princivalle, in Folge einer Brandstiftung ins Gefängnis kommt. Der dritte Sohn, Giovanni, adoptiert den unehelichen Lazzaro, der als "letzter Scacerni" im Ersten Weltkrieg an der Piave-Front fällt.

 
 
Riccardo Bacchelli
Riccardo Bacchelli (1891 - 1985) war ein italienischer Schrift­steller und Jour­nalist.
Europaweit bekannt wurde er mit seinen historischen Romanen. In "Die Mühle am Po" zeichnet Bacchelli ein detailgetreues Bild der Geschichte Ita­liens vom Ende der napoleonischen Zeit bis hin zur Entstehung des mo­der­nen Staates Italien.

Die Mühle am Po
Die Mühle am Po
von Riccardo Bacchelli

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