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Antonio Tabucchi
Antonio Tabucchi (1943) ist ein italienischer Schriftsteller, Literatur­wis­sen­schaftler und Übersetzer. Er lehrt portugiesische Sprache und Literatur an der Universität Siena.
Mit Portugal verbindet Tabucchi eine große Liebe. Er ist der größte Kenner, Kritiker und Übersetzer des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa (1888- 1935), von dem er das Konzept der Saudade und die Eigentümlichkeit der Heteronyme aufgenommen hat. Tabucchi lernte die Werke Pessoas in den 1960er Jahren kennen, als er auf der Sorbonne in Paris Literaturwissenschaft studierte. Die Entdeckung dieses portugiesischen Schriftstellers regte Anto­nio Ta­bu­cchi der eigenen Aussage nach zum literarischen Schreiben erst an. Er war derart von Pessoa begeistert, dass er - zurück in Italien - begann, Portu­giesisch zu studieren.
Sein Studium der Literaturwissenschaft in Pisa und Paris schloss er mit einer Dissertation über den Surrealismus in Portugal ab. Schließlich wurde er Pro­fessor für die portugiesische Sprache und Literatur, zunächst an der Univer­sität Genua, später in Siena. 1970 heiratete er die Portugiesin Maria José de Lancastre. Mit ihr zusammen betreute er die italienischen Aus­gaben Pessoas.
Tabucchis erster Roman, "Piazza d’Italia", erschien 1975; in ihm wird die Ge­schichte einer Anarchistenfamilie in der Toscana über drei Generationen ver­folgt. Erst sein Werk "Erklärt Pereira" ("Sostiene Pereira", 1994), das in der Zeit der Salazar-Diktatur spielt, machte ihn bekannt und gilt bis heute als seine wichtigste Arbeit. Es wurde 1995 von Roberto Faenza mit Marcello Mastroianni [] in der Hauptrolle verfilmt.
Fado, der Ausdruck der "Saudade"
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Tabucchis Roman "Erklärt Pereira" spielt in Portugal im Sommer 1938, kurz nach de Macht­über­nah­me seitens António de Oliveira Salazar. Repression und Zensur sind in Lissa­bon an der Tagesordnung. Der ältere Witwer Dr. Pereira leitet die Ein-Mann-Kulturredaktion einer katholischen Wochenzeitung, wo er Übersetzungen französischer Erzählungen und Nachrufe auf vor kurzem ver­storbene Autoren ver­öf­fent­licht. Über einen Auszug aus dessen Dissertation lernt er den jungen Phi­lo­so­phie-Absolventen Monteiro Rossi kennen, der im Wider­stand aktiv ist. Pereira entwickelt väterliche Gefühle für ihn und lässt ihn Nachrufe schreiben, die jedoch wegen ihrer politischen Stellungnahmen nicht veröffentlicht werden können.
Für die Leser, die den Ausgang lieber selbst entdecken, wird der folgende Text heller dargestellt (Text markieren, um ihn trotzdem lesen zu können).
Die Geheimpolizei heftet sich auf die Fährte des Philosophen und stellt ihn in der Wohnung Pereiras. Bei einem Verhör wird Pereira selbst verspottet und geschlagen, Rossi wird im Nebenzimmer totgeschlagen. Daraufhin schreibt Pereira einen Nachruf auf Monteiro Rossi, in dem er über das Geschehene berichtet und die Mörder namentlich nennt. Um den Konsequenzen seiner Aktion zu entgehen, verlässt Pereira mit einem gefälschten Pass Portugal.
Eines der Bücher Tabucchis, Lissabonner Requiem, schrieb der Autor auf Por­tugiesisch (ins Italienische ließ er es übersetzen, damit er selbst nicht der Versuchung erläge, den Text zu verändern).
Sein beim Feltrinelli-Verlag vor kurzem erschienene Erzählband "Il tempo invecchia in fretta" (Die Zeit wird immer älter) ist in nur zwei Wochen nach seinem Er­schei­nen an die Spitze der Bestsellerliste geklettert.
Die Erinnerungswelt der Figuren und die existenzielle Suche, die sie bewegt, spielen eine prominente Rolle in Antonio Tabucchis Werk. In seinen Büchern wird die Beziehung zwischen Fiktion und Realität und zwischen dem Leser und dem Schriftsteller in Frage gestellt.

Antonio Tabucchi ist ein engagierter Intellektueller, der oft im europäischen und internationalen Kontext Stellung bezieht und sich für die Menschenrechte einsetzt. Er sieht seine Aufgabe darin, seine Leser zum Zweifeln, also zum Nachdenken zu bringen. Tabucchi erhielt zahlreiche Literaturpreise, unter anderen 1994 den "Premio Campiello", 1998 den "Österreichischen Staats­preis für Europäische Literatur" und den "Hans-Erich-Nossack-Preis". Antonio Tabucchi lebt heute in der Toskana (in Siena, wo er unterrichtet) und in Por­tugal (in Lissabon, wo seine Frau und seine zwei Kinder leben).

Italien sei ihm in den letzten Jahren immer fremder geworden, erklärt Ta­bucchi. Er habe keine Lust mehr, "in einem Land zu leben, das Bürger­weh­ren erlaube, Einwanderung als Delikt ansehe und ihm eines Tages eine künstliche Ernährung aufzwingen könnte".
 
Indien
Mein Interesse für Antonio Tabucchi ist meiner Liebe zu Indien zu ver­dan­ken, denn eines Tages entdeckte ich im Schaufenster einer Buchhandlung Tabucchis Buch "Indisches Nacht­stück und ein Briefwechsel", kaufte es, war zwar nicht gleich Feuer und Flamme, aber im­mer­hin neugierig geworden auf weitere Werke dieses Autors.

Antonio Tabucchi
Erklärt Pereira
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Sostiene Pereira
Sostiene Pereira []
Mit Marcello Mastroianni

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Antonio Tabucchi
Kleine Missverständnisse
ohne Bedeutung:
Erzählungen

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Antonio Tabucchi
Lissabonner Requiem
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