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Beppe Grillo
Beppe Grillo, der "Michael Moore von Genua", ist Italiens populärster Ka­ba­ret­tist. Furchtlos und mit gro­ßem Erfolg atta­ckier­te er Berlusconi, machte aber keinen Wahlkampf für die Lin­ke, die ge­nauso Ziel­schei­be sei­ner Shows war. Wenn er durchs Land zieht füllt er Sä­le und Sta­dien. Man ver­traut ihm, weil er kei­ner Par­tei an­ge­hört. Er gibt sei­nen Fans den Blick hinter die Ku­lis­sen, sie schätzen ihn noch mehr als Informanten denn als Komiker.
Der gebürtige Genueser witzelte sich als Senkrechtstarter durch sämtliche italienische Fernsehsendungen und nahm die Politiker auf die Schippe, ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nach 15 Jahren Fernsehen verab­schiedete sich Grillo erzwungenermaßen vom Fernsehen: Für das italienische Establishment war er zu ehrlich und erhielt ein TV-Auftrittsverbot. Mittlerweile weigert sich Grillo im TV aufzutreten; er konzentriert sich nur mehr auf seine Live-Shows in Theatern. Von Anfang an sorgte er für ausverkaufte Häuser und die Kritiker waren begeistert.
Der Rebell und Kämpfer für eine gerechtere Welt ist ein messerscharfer Red­ner, der die Missstände deutlich beim Namen nennt. Aus dem Fernsehen ver­bannt, erreicht er nun seine Fans über das Internet. Sein Blog (siehe oben rechts) gehört zu den 35 meist besuchten Blogs weltweit. Ein Besuch der Sei­te lohnt sich unbedingt. Grillo wettert gegen Autobahnen, Autos auf Gehwegen und natürlich gegen die Politiker, quer durch alle Parteien.
Beppe Grillo ist ein sehr engagierter Umweltfreund, der, verpackt in niveau­volle Komik, die Verantwortungslosigkeit der Menschen im Alltag gegenüber der Umwelt anprangert. Obwohl er nicht mehr ständig im Fernsehen präsent ist, bleibt er laut Umfragen souverän an der Spitze der Beliebtheitsskala.
Zu dem vor kurzem in Italien beschlossenen Straferlass (dem alle, ange­fan­gen vom Papst, bis zu den Kommunisten und Berlusconi zugestimmt hatten) beklagte Beppe Grillo, dass er mit Hilfe seiner Website sechzigtausend Euro für die Publikation einer Anzeigenseite mit den Namen von inkriminierten Volksvertretern gesammelt hatte, aber diese von niemandem abgedruckt wurde: Zitat Grillo "Das Parlament ist das neue Inferno Dantes mit seinen unterschiedlichen Kreisen, oder besser: Es ist das Paradies der Delinquenten, der Vorbestraften, Verjährten, der in erster oder zweiter Instanz Verurteilten, die auf ihre Strafe warten."
Aktuelles

Grillo ist dazu übergegangen, seine Aktionen aus dem Internet auf die ita­lie­nischen Straße zu verlagern. Vor kurzem zog es Zehntausende Menschen auf die Straßen und öffentlichen Plätze von 220 Städten. Dort beteiligten sie sich an einer von Grillo als "V-Day" bezeichneten Aktion. Das "V" steht hierbei für das italienische "Vaffanculo", was (nicht wörtlich) übersetzt "Schert euch zum Teufel" bedeutet. 50.000 Menschen versammelten sich allein in Bologna, wo Grillo auftrat. Insgesamt unterschrieben 300.000 Bürger eine Gesetzes­ini­tia­tive, die Grillo initiiert hatte. Damit verlangt Grillo, dass das italienische Par­la­ment alle die Parlamentarier aus ihren Tätigkeiten und Ämtern entfernen soll, die rechtskräftig verurteilt wurden.

 
Beppe Grillo im Web

Heiliger Beppe (Die Zeit)   

Beppe Grillos Blog   

Segnali di vita