Sergio Leone
(1929 - 1989) war ein italienischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er ist besonders für
seine außerordentlichen und erneuernden Arbeiten im Bereich
der Italo-Western berühmt.
Als Sohn eines der Pioniere des Stummfilms in Italien begann Leone bereits im Alter von 18 Jahren im Milieu des Films zu arbeiten. Bereits in den 1950er Jahren begann er Drehbücher zu schreiben, in den meisten Fällen für Filme des Genre "Schwert und Sandalen". In dieser Zeit spielte er auch in einer kleinen Rolle in Vittorio de Sicas "Ladri di biciclette" (Fahrraddiebe).
Während
in den 1960ern die Nachfrage nach Epen nachließ, war Leone
schon an der Produktion seines nächsten Werks, diesmal
in einer völlig anderen Richtung: dem Western. Auch wenn Leone nicht der Erfinder des Italo-Westerns war, mit "Für eine Handvoll Dollar" und den Nachfolgefilmen "Für ein paar Dollar mehr" und "Zwei glorreiche Halunken" prägte er das Genre entscheidend und nachhaltig. Der kommerzielle Erfolg der Filme ließ das neue erfundene Genre "Italo-Western (auch Spaghetti-Western genannt) förmlich explodieren. Diese Filme wurden zum Karriere-Sprungbrett für Clint Eastwood, der bis dahin wenig interessante Rollen gespielt hatte.
Leone erneuerte ohne Zweifel den Westernfilm radikal. Sein Stil wird heute immer noch nachgeahmt. In den traditionellen Westerfilmen sind sowohl die "Guten" wie auch die "Bösen" immer nahezu perfekt. Sie sehen aus, als kämen sie direkt aus dem Schönheitssalon. Leones Charaktere sehen indessen viel realistischer aus, nicht selten sind sie schmutzig und unrasiert. Sie sind genau das Gegenteil von "Helden". Leone führte auch wesentliche Neuerungen in die Filmsprache ein, wie das Alternieren von Sequenzen mit endlos weiten Totalen und ungewohnt lange anhaltenden Nahaufnahmen, besonders von den markanten Gesichtern seiner Antihelden. Leone schaffte es auch, die Spannung durch die Kraft der Bewegungslosigkeit und die prägnante Musik zu erhöhen.
"Once Upon a Time in The West" Trailer
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Als Hollywood die Fähigkeiten Sergio
Leones entdeckte, wurde er nach Amerika eingeladen, wo er 1968 ein weiteres Meisterwerk drehte: "Spiel mir das Lied vom Tod" ("C'era una volta
il West" / "Once upon a time in the West"). In diesem Film spielte Charles Bronson den namenlosen Rächer
mit der Mundharmonika und der "schöne" Henry Fonda ausnahmsweise den Bösewicht.
Obwohl die Paramount den 165-Minuten-Film um fast eine halbe Stunde kürzte, gehört dieser Western
heute noch zu den herausragendsten Filme des Western-Genres.
Gedreht wurde in Amerika, Spanien und Italien.
Beteiligt an der Realisierung dieses Western- Epos war die Crème de la Crème der damaligen italienischen Filmwelt: Dario Argento und Bernardo Bertolucci halfen beim Filmthema, Sergio Donati schrieb mit Leone das Drehbuch, Ennio Morricone komponierte die Musik.
Von 1972 an bereitete sich Leone dann auf sein größtes Projekt vor: "Es war einmal
in Amerika" ("Once Upon a Time in America"), basierend auf dem Buch The Hoods von Harry Grey. Die Realisierung des Filmes dauerte zwolf Jahre, die Prämiere fand 1984 statt. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden gab dem Film das Prädikat "Besonders Wertvoll“, unter anderem mit der Begründung: "Ein Gangster-, ein Actionfilm, der seinen Gestalten fast mythische Größe zuschreibt; eine Fabel, die an Gangstern die Frage von Freundschaft und Verrat, von menschlicher Integrität abhandelt. Und dabei in einem weiten Bogen den Zeitraum von rund 50 Jahren umspannt, ihn immer wieder durch Überblenden assoziativ und faszinierend auf das augenblickliche Geschehen bezieht. Fast vier Stunden Film voller Spannung in der Handlung, voller Spannung auch durch die menschlichen Beziehungen." Auch dieser Film wurde radikal gekürzt.
Sergio Leone starb 1989, als er gerade
an als er gerade an einem Film über die Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg arbeitete.
Bis
heute bleibt Sergio Leone das große
Idol vieler Regisseure. Clint Eastwood, Leones großer Star, widmete ihm den Oscar, den er für seinen Western
"Erbarmungslos" (Unforgiven) 1992 für die beste Regie erhielt.
Auszug aus Sergio Leones
Filmographie
Die
letzten Tage von Pompei (Gli ultimi giorni di Pompei)
(1959)* Der Koloss von Rhodos (Il Colosso di Rodi) (1960) Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari)
(1964) Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro
in piu) (1965) Zwei glorreiche Halunken (Il buono, il brutto, il cattivo)
(1966) Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una volta il West)
(1968) Todesmelodie (Giù la testa) (1971) Mein Name ist Nobody (1973)* Nobody ist der Größte (1975)* Es war einmal in Amerika (C'era una volta in America)
(1984)
* Produktionen
unter fremder Regie, Teilsequenzen unter Regie Leones
Italo-Western
Der Italo-Western ist ein ab den
60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstandenes Sub-Genre des Western, welches
vor allem von italienischen Produktionsfirmen und Regisseuren
an europäischen Drehorten entwickelt wurde.
Der amerikanische Western wurde in diesen Filmen sowohl parodiert als
auch weiterentwickelt. Obwohl oft mit kleinem
Budget gedreht, beeindrucken diese Filme nicht zuletzt mit dem respektlosem Umgang mit den traditionellen
(US-amerikanischen) Western-Elementen (wie
Heldentum, Ritterlichkeit, Altruismus).
Dollar-Box (Aufs Bild klicken, um
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Zwei glorreiche Halunken (Aufs Bild klicken, um
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Spiel mir das Lied vom Tod (Aufs Bild klicken, um
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Es war einmal in Amerika (Aufs Bild klicken, um
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