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Anna Magnani

Anna Magnani wurde am 7. März 1908 in Rom als uneheliche Tochter von Marina Magnani geboren. Nachdem ihre Mutter sie verließ, wuchs Anna bei ihrer Großmutter in den Armenvierteln Roms auf. In Rom besuchte sie eine katholische Schwesternschule und ging aufs Gymnasium. Bereits in jungen Jahren besuchte sie eine Schauspielschule. Sie trat in Nachtclubs als Sän­ge­rin auf, um den Schauspielunteeriht zu finanzieren. Nach dem Abschluss schloss sie sich einer Wanderbühne an.

Mitte der 1930er Jahre spielte sie am römischen Eliseo-Theater, wo sie an mehreren Revuen mitwirkte. Bereits 1928 trat sie im Stummfilm Scampolo auf, 1934 spielte sie in ihrem ersten bedeutenderen Film, "La Cieca di Sor­rento" (Die Blinde von Sorrent). 1935 heiratete sie den Regisseur Goffredo Alessandrini, und spielte in zwei seiner Filme, bevor sie sich trennten.
In den Kriegsjahren von 1940 bis 1944 trat sie mit dem neapolitanischen Ko­miker Totò [ ] in zahlreichen erfolgreichen Revuen auf. Aber erst durch ihre Rolle in Vittorio De Sicas "Teresa Venerdì" ("Verliebte Unschuld") im Jahr 1941 wurde auch das Kinopublikum und die Kritik allmählich auf sie aufmerksam.
Doch vorerst spielte sie in kleineren Rollen weiter, etwa an der Seite von Roberto Villa in "La fortuna viene de cielo" (1942). Danach zog sie sich für mehr als ein Jahr aus dem Filmgeschäft zurück, denn 1942 wur­de, aus einer vorübergehenden Beziehung mit dem Schauspieler Massimo Serato, ihr Sohn Luca geboren. Aus diesem Grund musste Anna Magnani auf die Haupt­rolle in Luchino Viscontis Regiedebüt "Besessen­heit" (1942) ver­zichten.
1943 kehrte sie ins Filmgeschäft zurück, doch ihre Möglichkeiten waren stark begrenzt durch den Krieg. Mit Aldo Fabrizi drehte sie eine Reihe von Komö­dien, spielte in Mario Mattolis Drama "L'ultima carrozzella", in der Komödie "Campo die fiori" und 1944 eine kleine Rolle in "Il fiore sotto gli occhi".
Anna Magnani
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Der Durchbruch als international gefeierter neuer Filmstar Italiens gelang ihr 1945, als Roberto Rossellini – mit dem sie eine lange Liebesbeziehung, die sehr stürmisch verlief, verband – ihr die Rolle der Pina in "Rom, offene Stadt" gab, einem Meisterwerk des Neorealismus. Es war der Film, der die Magnani über Nacht zum Star machte. 1944 unter extrem schwierigen Be­dingungen in dem vom Krieg gezeichneten Italien gedreht, als die letzten deutschen Besetzer gerade die Stadt verließen, erzählt der Film die Ge­schich­te einer schwangeren Witwe, die in die Katastrophe getrieben wird. Der Film wurde zu einem großen internationalen Erfolg. Anna Magnanis brillante schauspielerische Leistung machte sie fortan weltweit zur Ide­al­besetzung für dramatische Rollen.
Von diesem Erfolg an arbeitete sie nur noch für den Film und für alle füh­ren­den Regisseure der 50er und 60er Jahre. Für ihren Auftritt in Luigi Zampas Drama "L'onorevole Angelina" (1947) wurde Anna Magnani bei den Film­festspielen von Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet. Und auch die Komödie "Molti sogni per le strade" wurde seinerzeit ein weltweiter Kassen­schlager.
1948 stand Anna Magnani erneut für ihren damaligen Lebenspartner Roberto Rossellini vor der Kamera, sie spielte in "Amore". Als Rossellini seine Auf­se­hen er­regende Affäre mit Ingrid Bergman begann, sich von Anna Magnani trennte und mit Ingrid Bergman "Stromboli" realisierte, antwortete die Ma­gna­ni mit filmischen Mitteln in Form des Dramas "Vulcano". Drei Jahre später war sie für Luchino Visconti in "Bellissima", eine Mutter, die ihre Tochter un­be­dingt zur Schauspielerin machen will, dann spielte sie in Jean Renoirs wun­derbarer filmischen commedia dell'arte "Die goldene Karosse". Renoir nann­te sie einmal die beste Schauspielerin, mit der er je zusammengearbeitet hatte.
Danach ging Anna Magnani nach Hollywood, spielte aber nur in wenigen Fil­men, darunter ihre Oscar-gekrönte Leistung in Daniel Manns Tennessee-Williams-Verfilmung "Die tätowierte Rose" (1955). Für ihr Portrait der italo-amerikanischen Witwe Serafina Delle Rose neben Burt Lancaster gewann die Magnani als erste italienische Schauspielerin den Oscar als beste Haupt­dar­stellerin. Danach spielte sie in George Cukors "Wild ist der Wind" (1958), für den sie den Silbernen Bären auf der Berlinale 1958 erhielt. 1960 spielte sie in Sidney Lumets "Der Mann in der Schlangenhaut".
In Italien gelang ihr 1962 in Pier Paolo Pasolinis "Mamma Roma" ein weiterer Meilenstein ihrer Karriere. Der Film machte sie zum Inbegriff der "Romanità" und des Lebens vieler Frauen in den Kriegsjahren.
Danach zog sich Anna Magnani nach und nach aus dem Filmgeschäft zu­rück. 1970 spielte sie noch einmal in der italienischen TV-Serie "... correva l'anno die grazia 1870", das letzte Mal war sie 1971 in einem Kurzauftritt in "Fellinis Roma" zu sehen. Mit 65 Jahren starb Anna Magnani 1973 in Rom.
 
Anna Magnani
Die meisten der international erfolg­reichen italienischen Film­schau­spie­le­rin­nen der 1950er und 1960er Jahre (man denke etwa an Sophia Loren und Gina Lollobrigida) galten in ihrer Zeit als Sexsymbole. Anna Magnani ist eine der wenigen Ausnahmen: Sie spielt die einfachen Frauen aus dem Volk, erdverbunden, ohne Glamour. Sie spielt sie so sensibel und intel­li­gent, dass sie zur populärsten Schau­spielerin Italiens der Nach­kriegszeit wird.

Mamma Roma
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Anna Magnani

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Rom, offene Stadt
Rom, offene Stadt
Roberto Rossellini

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