Geschichte | Persönlichkeiten | Film/Medien/Musik | Literatur/Presse
  Landschaften | Essen & Trinken | Kunst/Architektur | Wissenswertes
  
 

Marcello Mastroianni
Marcello Mastroianni wurde am 28. September 1924 in Fontana Liri bei Frosi­none (Italien) geboren.
Mastroianni wuchs in Turin und Rom auf. In der italienischen Hauptstadt nahm er ein Studium der Architektur und Volkswirtschaft auf. Daneben war er in den Kriegsjahren auch als technischer Zeichner tätig.
Durch die deutsche Besatzung geriet er in ein Arbeitslager, aus dem er flüch­tete, um sich bis Kriegsende versteckt zu halten.
Nach 1945 wurde Mastroianni aufgrund seines Engagements in einem römi­schen Studententheater vom Theater- und Filmregisseur Luchino Visconti entdeckt, unter dessen Anleitung er sich im folgenden Jahrzehnt zu einem gekonnten Schauspieler auf der Theaterbühne entwickelte. Im Jahr 1947 debütierte er im Film "Miserabili".
Ab 1948 übernahm er zunehmend auch Filmrollen im damals vorherrschen­den populären Neorealismo-Kino Italiens. Aufsehen innerhalb Italiens erregte er dabei erstmals 1954 für seine darstellerische Leistung in den "Cronache di poveri amanti" (Carlo Lizzani).
Der Schauspieler erwies sich in den folgenden Jahren sowohl in dramatischen als auch in unterhaltsamen Filmen als wandlungsfähiger Darsteller lebens­lustiger junger Männer. Nicht nur in Italien wurde er als Partner von Sophia Loren populär; so spielte er 1955 neben der Loren in der Komödie "Peccato che sia una canaglia" ("Schade, dass du eine Kanaille bist"), in "La Bella mugnaia" ("Eine Frau für schwache Stunden") und in "La Fortuna di essere donna" ("Wie herrlich, eine Frau zu sein"). Rund 20 Jahre lang und für elf Filme bildeten die beiden das "Traumpaar des italienischen Kinos"
1957 übernahm Mastroianni die Hauptrolle in Viscontis Dostojewski-Adap­ta­tion "Le Notti bianche" ("Die weißen Nächte") und ein Jahr später begeisterte er als kleiner Dieb Tiberio neben Vittorio Gassmann in Mario Monicellis Komö­die "I Soliti ignoti" ("Diebe haben's schwer").
1950 heiratete Mastroianni die Schauspielerin Flora Carabella, mit der er eine Tochter hatte. Später hatte er aus der vorübergehenden Beziehung zu Cathérine Deneuve mit dieser ebenfalls eine Tochter. Die Ehe mit Carabella verlief wegen seiner Affären spannungsreich und wurde 1990 getrennt.
Besonders bekannt ist Mastroianni aus dem Film "La dolce vita" ("Das süße Leben") aus dem Jahr 1960, in dem er neben Anita Ekberg unter der Regie von Federico Fellini spielte. Mit der gekonnten Darstellung des Boulevard-Journalisten und Paparazzo gelang ihm der internationale Durch­bruch. Für seine Rolle ge­wann er einen Preis der Italienischen Vereinigung der Filmjournalisten.
Der Welterfolg markierte auch den Beginn einer jahrzehntelangen beruflichen Zusammenarbeit und persönlichen Freundschaft zu Fellini.

Während der 1960er Jahren steigerten mehrere italienische Filmrollen Mastroiannis internationalen Ruhm. Darunter 1961 "La notte" ("Die Nacht", Regie: Michelangelo Antonioni) und "Divorzio all'italiana" (Scheidung auf Italienisch"), Pietro Germis international erfolgreiche Satire, die Mastroianni zum Musterbild der Doppelmoral italienischer Machos machte; darin spielte er einen sizilianischen Grafen, der seine Frau umzubringen versucht. Für diese Darstellung bekam der Schauspieler eine Oscar-Nominierung.
Es folgten "Otto e mezzo" ("Achteinhalb") (1963, Regie: Federico Fellini), "Amanti" (1968, Regie: Vittorio De Sica) und "Lo straniero" (1967, Regie: Luchino Visconti).

In den 1970er und 1980er Jahren überraschte Mastroianni sein Publikum durch die überzeugende Darstellung grottesker und unerwarteter Rollen in "Das große Fressen" und "Ciao maschio" (1973 und 1978, Regie: Marco Ferreri), "Una giornata particolare" (1977, Regie: Ettore Scola), "La città delle donne" (1980, Regie: Federico Fellini) und "Der Bienenzüchter" (1987, Regie: Theo Angelopoulos).
1987 brachte ihm seine Rolle als alternder Lebemann in "Oci Ciornie" (Regie: Nikita Michalkov), die Goldene Palme von Cannes ein. Auf der Biennale von Venedig erhielt er zwei Jahre später die Anerkennung als bester männlicher Schauspieler in Ettore Scolas "Che ora è?".
Als Federico Fellini im Oktober 1993 in Rom verstarb, verlor der Schauspieler seinen bedeutendsten Filmkollegen, mit dem zusammen er für über vier Nachkriegsjahrzehnte den Weltruhm des italienischen Kinos gesichert hatte.
Nur wenige Jahre später folgte Marcello Mastroianni seinem Freund nach: Er starb am 19. Dezember 1996 in Paris.
Als die Nachricht von seinem Tod bekannt wurde, unterbrach das italienische Fernsehen sowie der Rundfunk alle Sendungen. Auf allen Fernsehkanälen wurden die Programme geändert und es wurden Filme mit Mastroianni in der Hauptrolle gesendet. Sämtliche italienischen Zeitungen zeigten auf den Titel­seiten nicht nur das Foto des Schauspielers, sondern schrieben seitenlang über ihn. Unter der Überschrift "Ciao Marcello" widmete "La Repubblica" dem vielgeliebten Mimen damals die ersten elf Seiten.
Ein Zitat von Marcello Mastroianni: "Ein Flirt ohne tiefere Absicht ist ungefähr so sinnvoll wie ein Fahrplan ohne Eisenbahn."
 

Marcello Mastroianni

La dolce vita
La dolce vita
(DVD)
(Mauszeiger aufs Bild
positionieren, um
die DVD zu bestellen)

Roma
Fellinis ROMA
(DVD)
(Mauszeiger aufs Bild
positionieren, um
die DVD zu bestellen)

Mastroianni
Eifersucht auf italienisch
(DVD)
(Mauszeiger aufs Bild
positionieren, um
die DVD zu bestellen)

Die Frau des Priesters
Die Frau des Priesters
(DVD)
(Mauszeiger aufs Bild
positionieren, um
die DVD zu bestellen)