Die Vespa und die Lambretta (die Motorroller "made in Italy") waren – noch mehr als der Fiat Topolino [] in der Vorkriegaszeit – für Italien das, was für Amerika in den 1920er Jahren das T-Modell von Ford gewesen war: der Einstieg in die Massenmotorisierung
Besonders bei Frauen – die allerdings erst später damit zu fahren begannen – wurden die Motorroller sehr beliebt, weil sie im Gegensatz zum
Motorrad auch mit Rock gefahren werden konnten.
Zum Erfolg wurde der Motorroller vor allem von den beiden italienischen Firmen Piaggio (ab 1948 mit der Vespa) und Innocenti (ab 1947 mit der Lambretta) gebracht. Der Legende nach stammt die typische Form des Vorderrads
vom Fahrwerk eines ausgedienten Kriegsflugzeuges (Piaggio Aero Industries war schließlich ein ehemaliger Kriegsflugzeugproduzente).
Motorroller dieser neuen Art spielten nach dem Ende
des Zweiten Weltkriegs eine sehr wichtige Rolle für die Motorisierung der Menschen. Sie vereinten
in sich Elemente des Autos und des Fahrrads. Sie unterschieden sich von normalen Motorrädern durch einer Reihe von Eigenschaften: Sie hatten keine Motorenteile, an denen man sich schmutzig machen konnte (der Motor war komplett verdeckt untergebracht); der Reifenwechsel war so einfach wie bei einem Auto; Sie boten einen gewissen Wetterschutz (zumindet für Beine und Knien);
Sie hatten einen kleinen Stauraum.<
Vespa
Weil Autos für die große Mehrheit der Italiener zu teuer waren, beschlossen kurz nach Kriegsende die Brüder Enrico und Armando Piaggio, einen Motorroller herzustellen, der die große Nachfrage nach Fahrzeugen für
den Individualverkehr stillen sollte. Ihr erstes Modell, die "Moto Piaggio 5Paperino" ("Paperino" ist der italienische
Name für Donald Duck) scheiterte wegen Mangel an Attraktivität und
Leistung (seine Höchstgeschwindigkeit betrug nur 35-40 km/h). Es wurden
nur 100 Exeplare davon gefertigt. Das Folgemodell MP6 wurde auch nicht erfolgreich.
Enrico Piaggio beauftragte daraufhin Corradino D'Ascanio – einen Ingenieur, dessen Traum
es eigentlich gewesen war, Hubschrauber zu bauen –, ein neues Modell zu entwerfen.
D'Ascanio nahm den Anlassermotor eines Jagdflugzeuges
und setzte ihn neben das Hinterrad des Fahrzeuge, das eine Karosserie aus gepreßtem
Stahlblech bekam. So wurde 1946 die "Vespa 98"
geboren. Die Form des Fahrzeugs, aber vor allem das Geräusch
des Motors hatten Piaggio dazu veranlasst, den Motorroller "Vespa"
zu nennen.
Diese erste Vespa hatte 98 cm³
Hubraum, 3,2 PS und war mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h recht schnell. Zwei Jahre später erschien bereits
ein verbessertes Modell mit 125 cm³ (4,5 PS und 70 km/h) und Hinterradfederung.
Der Siegeszug ließ sich nicht aufhalten - die
Vespa wurde in kürzester Zeit ein Erfolg.
Vespa-Museum
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In den 1950ern wurde die
Vespa auch außerhalb Italiens bekannt und zum Lieblingsfahrzeug
der jungen Generation. In die Schweiz wurden die
ersten Vespas bereits 1947 exportiert, nach Deutschland kamen
sie erst 1950. Jakob Oswald Hoffmann hatte 1949 mit Piaggio
einen Lizenzvertrag abgeschlossen und stellte ab dem Frühjahr 1950 Vespas
für den deutschen Markt her. Als Hoffmann aber die Vespa ohne Genehmigung
der Piaggio Werke weiterentwickelte, kündigte
ihm Piaggio den Lizenzvertrag.
Die Vespas, die noch heute produziert werden, haben
inzwischen Kultstatus. Es gibt es Vespa-Clubs [], Vespa-Treffen und zahlreiche Internetforen, die
sich ausschließlich mit dem Thema Vespa befassen.
Lambretta
Die Geschichte der "Lambretta", die große Konkurrentin der "Vespa",
begann 1922, als Ferdinando Innocenti eine Stahlröhren-Fabrik
gründete. Sie wurde im Zweiten Weltkriegs von den Alliierten bombardiert und zerstört. Nach dem Krieg sahr auch Innocenti in der Produktion von Motorrollern eine Möglichkeit, die
italienische Bevölkerung zu motorisieren. Auch er nahm sich vor, ein Modell zu produzieren,
das billig sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt sein sollte. 1947 wurde mit der Herstellung der Lambretta begonnen (Namensgeber
war der Fluss Lambro, an dessen Ufer das Innocenti-Werk
lag).
Wie die Vespa, hatte auch die Lambretta einen
Zweitakt-Motor, drei Gänge und einen Hubraum zwischen
49 und 198 ccm.
Der Erfolg war dermaßen groß, dass die Lambretta während
der 25 Jahre, in denen sie hergestellt wurde, in vielen Länder
der Welt produziert wurde.
Mit
dem Wirtschaftsaufschwung in Europa am Ende der 1960er Jahre
nahm die Nachfrage nach Motorrollern ab, weil sich immer
mehr Menschen ein Automobil leiten konnten. Die Lambretta musste deshalb um ihr Überleben kämpfen.
Innocenti/Lambretta wurde schließlich der British Motor Corporation (BMC) verkauft.
Die Nachfrage ließ aber weiter nach und so musste BMC 1972
die Produktion einstellen.
Die indische Regierung, bzw. die staatliche Firma SIL (Scooters of India Limited) aus Lucknow (Uttar Pradesh), erwarb schließlich die Fabrik
aus den gleichen Gründen, weshalb Innocenti sie nach
dem Kriege gebaut hatte: Indien war noch ein Land mit wenig
Infrastruktur und noch nicht in der Lage, selbst kleine Automobile
für den privaten Verkehr herzustellen.
Die
Lambretta wurde in verschieden Ländern der Welt gebaut, manchmal unter
anderem Namen, wie Serveta in Spanien und Siambretta in Südamerika. Serveta lieferte
mit dem "Lynx" in den frühen 80ern einen Roller im Lambretta-Design bis Anfang der 1980er Jahre.
Mit der "Amiga"' endete auch dort 1985 die Produktion.
Obwohl der Rollerboom seit Ende der
1980er Jahre ungebrochen anhält, profitiert die Vespa nicht mehr davon. Die poppigen und hypermodern gestylten Modelle aus Fernost werden vor allem
von den Jugendlichen bevorzugt. Die "klassische", eher konservativ
wirkende Vespa hat dem wenig entgegenzusetzen. Sie ist zum Modell für Nostalgiker geworden. Eine Trendwende
ist gleichwohl in den letzten Jahre zu beobachten, und so werden klassische Modelle, vor allem
aber das Original, wieder stärker gefragt.
Die Motorroller-Generation
Eine Vespa zu fahren,
wurde in den 50er Jahren bald zum Sinnbild für Freiheit und einem neuen Lebensstil.
Die Vespa, wie auch die Lambretta, prägte
den Lebensstil seiner Zeit und wurde allenthalben salonfähig.
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Vespa Forever
von Robin Davy, Mika Hahn
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Vespa mi' amore
Alle Motorroller seit 1946
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Das Lambretta- Album
von Andrea u. David Sparrow
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VESPA
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Vespa. Die offizielle Chronik 1946 bis heute
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