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Lambretta
& Vespa - Italianità auf zwei Rädern |
| Die Vespa war für Italien
das, was für das Amerika der 20er Jahre das T-Modell
von Ford war: der Einstieg in die Motorisierung der Massen. |
| Und während sich in der Nachkriegszeit
die Bluejeans tragenden Italiener bereits als Amerikaner
fühlten, stiegen die in Italien angekommenen Amerikaner
auf eine Vespa und fühlten sich dabei fast wie Italiener.
Die bekanntesten Hollywood-Schauspieler ließen sich auf
einem Motorroller fotografieren: William Holden, James Stewart,
Charlton Heston, Rock Hudson, Gregory Peck. |
| Besonders bei Frauen wurde der
Motorroller sehr beliebt, weil er im Gegensatz zum
Motorrad auch mit Rock gefahren werden konnte und einen gewissen
Schutz gegen Schmutz und Nässe bot. |
| Erfolgreich gemacht
haben den Motorroller vor allem die italienischen Firmen Piaggio
seit 1948 mit der Vespa und Innocenti mit der Lambretta (seit
1947). Der Legende nach stammt die typische Form des Vorderrades
vom Fahrwerk eines ausgedienten Kriegsflugzeuges. Diese Bauweise
wurde bis heute von vielen Herstellern übernommen. |
Motorroller haben nach dem Ende
des zweiten Weltkriegs eine revolutionäre Rolle für
die Motorisierung der Menschen gespielt. Motorroller wie die
Vespa - der Motorroller "made in Italy" - vereinen
in sich Elemente des Auto und des Fahrrads und unterscheiden
sich in wesentlichen Eigenschaften von gewöhnlichen
Motorrädern:
Sie haben eine Karosserie und bieten dadurch einen recht guten
Wetterschutz.
Sie werden nicht mit Knieschluss gefahren, d.h. es gibt einen
Durchstieg zwischen Sitzbank und Frontkarosserie.
Sie haben meistens Stauraum in Form eines Helmfachs.
Sie haben zumindest in den jüngeren Baujahren
Variomatikgetriebe.
Bei Modellen mit Schaltgetriebe wird mit der linken Hand geschaltet
und nicht mit dem Fuß (wenige Ausnahmen). |
| Vespa |
Nach Kriegsende beschlossen
die Brüder Enrico und Armando Piaggio, nachdem sie
eines der Zweiräder amerikanischer Fallschirmjäger
gesehen hatten, einen Motorroller herzustellen.
Dieser sollte die große Nachfrage nach Fahrzeugen für
den Individualverkehr stillen, da Autos zu teuer waren
und noch nicht in den nötigen Mengen hergestellt
werden konnten. Ihr erster Versuch, einen Motorroller herzustellen,
scheiterte. Dem Model MP5 Paperino genannt (der italienische
Name für Donald Duck) fehlte es an Attraktivität und
Leistung (Maximalgeschwindigkeit von nur 35-40km/h). Es wurde
nur einhundertmal gefertigt. Auch dem Modell MP6 war kein Erfolg
beschieden. |
Enrico Piaggio gab die
Idee aber nicht auf und beauftragte Corradino D'Ascanio
ein Ingenieur, dessen Traum
es war, Hubschrauber zu bauen-, ein neues Modell zu konzipieren.
D'Ascanio nahm den Anlassermotor eines Jagdflugzeuges
und setzte ihn neben das Hinterrad eines Fahrzeuges aus gepreßtem
Stahlblech. Dies wurde möglich, weil Piaggio aus dem ehemaligen
Flugzeugbau große Pressen zur Blechbearbeitung zur Verfügung
standen. Zwei Jahre später wurde die "Vespa 98"
geboren. Die Form des Fahrzeugs und vor allem das Geräusch
des Motors hatten Piaggio veranlasst, den Roller "Vespa"
zu nennen. |
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Die erste Vespa, die 1946 auf den Markt kam, hatte 98 cm³
Hubraum und war maximal 60 km/h schnell. 1948 erschien bereits
ein verbessertes Modell mit 125 ccm und Hinterradfederung.
Und der Siegeszug ließ sich nicht mehr aufhalten - die
Vespa wurde in kürzester Zeit ein Erfolg. |
Vespa |
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| In den Fünfzigern wurde die
Vespa auch nördlich der Alpen bekannt und zu einem Lieblingsfahrzeug
insbesondere der jungen Generation. In die Schweiz wurden die
ersten Vespas bereits 1947 exportiert, nach Deutschland kamen
sie etwa 1950. Jakob Oswald Hoffmann schloss 1949 mit Piaggio
einen Lizenzvertrag ab und baute ab dem Frühjahr 1950 Vespas
für den deutschen Markt. Als Hoffmann ohne Genehmigung
der Piaggio Werke die Vespa weiterentwickelte kündigte
ihm Piaggio fristlos den Lizenzvertrag. |
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Die Motorroller, die noch heute produziert werden, haben
Kultstatus erreicht. So gibt es Vespa-Clubs [
], Scooterruns sowie diverse, lebhafte Internetforen, die
sich ausschließlich um das Thema Vespa drehen. Die ersten
Vespa-Clubs wurden bereits Ende der vierziger Jahre gründet. |
| Lambretta |
| Die Geschichte der "Lambretta"
begann 1922, als Ferdinando Innocenti eine Stahlröhren-Fabrik
gründete. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die
Fabrik von den Alliierten bombardiert und zerstört. |
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Nach dem Krieg erkannte Innocenti die Notwendigkeit, die
italienische Bevölkerung zu motorisieren,
und wie Rinaldo Piaggio sah er im Motorroller die Lösung,
da billig sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt.
1947 begann er mit der Herstellung der Lambretta (Namensgeber
war der Lambro-Fluss, an dessen Ufer das Innocenti-Werk
lag).
Wie die Vespa, hatte auch die Lambretta einen
Zweitakt-Motor, drei Gänge und einen Hubraum zwischen
49 und 198 ccm.
Der Erfolg war so groß, dass die Lambretta während
der 25 Jahre, in denen sie hergestellt wurde, in vielen Länder
der Welt produziert wurde. |
Mit
dem Wirtschaftsaufschwung in Europa am Ende der 1960er Jahre
nahm die Nachfrage nach Motorrollern ab, weil sich immer
mehr Menschen ein Automobil leiten konnten. Die Lambretta
musste deshalb um ihr Überleben kämpfen.
Die British Motor Corporation (BMC) nutzte
die Gelegenheit, um Innocenti vorzuschlagen, das Kleinauto "Mini"
in Lizenz herzustellen.
Innocenti/Lambretta wurde schließlich an die BMC verkauft,
weil aber die Nachfrage stark nachließ, stellte BMC 1972
die Produktion ein. |
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Die indische Regierung erwarb schließlich die Fabrik
aus den gleichen Gründen, weshalb Innocenti sie nach
dem Kriege gebaut hatte: Indien war noch ein Land mit wenig
Infrastruktur und noch nicht in der Lage, selbst kleine Automobile
für den privaten Verkehr herzustellen.
Die Firma SIL (Scooters of India Limited), aus Lucknow
(Uttar Pradesh), |
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Die nackten Lambretta hielten sich noch länger. Die
Lambretta wurde in anderen Ländern gebaut, manchmal unter
anderem Namen, wie Serveta in Spanien und Siambretta
in Südamerika. Nach dem Ende der Lambretta-Produktion
im April 1971 in Mailand wurde der Roller in Indien bis 1997
weitergebaut. Serveta baute auch noch weiter und lieferte
mit dem 'Lynx' in den frühen 80ern einen Roller im Lambrettadesign.
Mit der 'Amiga' endete auch dort 1985 die Produktion. |
Vom Rollerboom, der seit Ende der
80er Jahre ungebrochen anhält, wird die Vespa - nicht aber
deren Hersteller Piaggio - richtiggehend überfahren. Der
flippig und frech gestylten Fernost-Konkurrenz, welche vor allem
vom jugendlichen Publikum bevorzugt wird, hat die eher konservativ
wirkende Vespa wenig entgegenzusetzen. Durch die Trendwende
der letzten beiden Jahre sind klassische Modelle, vor allem
aber das Original wieder stärker gefragt. Dadurch liegt
die gute alte Vespa auf einmal wieder hoch im Kurs! |
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| Die Motorroller-Generation |
| Eine Vespa zu fahren,
wurde in den 50er Jahren bald zum Sinnbild für Freiheit.
Die Vespa, wie auch die Lambretta, prägte
den Lebensstil seiner Zeit und wurde allenthalben salonfähig. |
| Im Laufe der Jahre bedeutete,
eine Vespa zu fahren, nicht mehr, dass man sich kein
Auto leisten konnte. Das Rollerfahren wurde zum Synonym
für Freiheit, für neue soziale Umgangsformen,
für den Spaß an der Bewegung. Der Roller wurde zum
Symbol für einen neuen Lebensstil und für
ein ganzes Zeitalter: im Kino, in der Literatur
und in der Werbung. |
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Vespa-Verlosung
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Vespa Forever
von Robin Davy, Mika Hahn
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Vespa mi' amore
Alle Motorroller seit 1946
Geschichte.
Technik. Nostalgie
von Lutz-Ulrich Kubisch
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Das Lambretta- Album
von Andrea u. David Sparrow
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VESPA
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Vespa. Die offizielle Chronik 1946 bis heute
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