Film/ Medien

Stromboli (1950)
 


Roberto Rossellini (1906 – 1977) war ein italie­nischer Film­re­gis­seur, der als Pionier der italie­nischen Filmschule des Neo­rea­lis­mus gilt.
Der Stromboli ist ein ständig ak­ti­ver Vulkan auf der gleich­na­migen Insel des Äolischen Ar­chi­pels (Sizilien). Zur Inselgruppe (auch Liparische Inseln genannt) gehören auch die Nachbarinseln Lipari, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi.
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Originaltitel: Stromboli, terra di Dio
Regie und Drehbuch: Roberto Rossellini

Darsteller: Ingrid Bergman, Mario Vitale, Renzo Cesana


Handlung

Italien kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: In einem Flüchtlingslager lernt die junge Litauerin Karen (Ingrid Bergman) den Soldaten Antonio (Mario Vi­ta­le) kennen. Um so schnell es geht aus der Gefangenschaft zu kommen, heiratet Karen den eher einfach gestrickten Fischer, der auf der Vul­kan­in­sel Strom­boli lebt
Sie fahren zusammen auf die Insel. Es dauert aber nicht lange, da ist die jun­ge Frau enttäuscht von der Insel mit ihrer Armut und der sehr kargen Land­schaft, hoch über der der aktive Vulkan äußerst bedrohlich wirkt. Am Liebsten würde sie gleich wieder wegfahren.
Bald erregt die attraktive junge Frau Missgunst und Unverständnis bei den rück­ständigen Ein­hei­mi­schen. Ihre Kontakte beschränken sich auf eine Gruppe älterer Bewohner, die in die USA aus­ge­wan­dert waren, und später in die Heimat zu­rück­ge­kehrt waren, und deshalb viel aufge­schlos­se­ner Waren. Zudem sprechen sie alle En­glisch, was die Kom­mu­nikation erleichtert. Der Insel-Pfarrer hilft ihr auch nicht aus ihrer Ver­zwei­flung. Mehr als Platti­tüden bringt er nicht heraus. Ein harmloses Treffen am Strand mit dem Leucht­turm­wärter wird von den Insu­la­nern sofort falsch inter­pre­tiert, und Antonio wird da­rauf als „cornuto“, als Be­tro­ge­ner ver­spottet. In seiner völligen Hilf­lo­sig­keit verprügelt er Karen. Trotzdem versucht sie, sich zu arrangieren und am Leben der Bevölkerung teilzunehmen. Aber als sie der traditionellen „Mattanza“ beiwohnt, der Thunfischjagd, die recht grausam und blutig ist, reagiert sie nur mit Entsetzen.

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Als der Vulkan ausbricht und die Bevölkerung ge­zwun­gen ist, die Nacht auf dem offenen Meer zu verbringen, denkt Karen nur daran, von der Insel zu fliehen, „Ich will hier mein Kind nicht bekommen!“ erklärt sie zornig, als sie im dritten Monat schwan­ger ist. Als sie erfährt, dass auf der anderen Seite der Insel jemand ein Motorboot hat, versucht sie, über den Berg dorthin zu gelangen. Der Stromboli empfängt sie aber bedrohlich mit Rauch und Schwe­fel. Oben auf dem Berg bricht sie zusammen, weint, hustet, und fleht Gott an, ihr zu helfen. Der Anblick des Sternenhimmels gibt ihr aber Hoffnung und neue Entschlossenheit.
Szenen aus dem Film ()

Der Neorealist Ros­sel­lini schaffte es in diesem Film auf beein­dru­cken­de Weise, die Dokumentar­auf­nah­men des Vulkanausbruchs mit der Ge­schich­te zu einem einheitlichen Meisterwerk zu verschmelzen.
Strom­boli war die erste Zusammenarbeit zwischen Roberto Rossellini und der be­rühmten schwe­dischen Schauspielerin Ingrid Bergman. In den USA stieß der Film lange Zeit auf Ablehnung, weil Ingrid Bergman nach den Dreh­ar­beiten ihren Mann verließ, um Ros­sel­lini, der ebenfalls verheiratet war, zu heiraten. Heute zählt dieser Film auch in den USA zu den Kultfilmen und gilt als ein Meisterwerk des Neo­realismus.
Der Film sorgte in den 1960er Jahren für weltweites Interesse und machte so aus der Insel Stromboli zunächst ein Ziel für Ruhe Suchende und später für Touristen im Allgemeinen und Bergwanderer im Besonderen.
In der Nähe der Kirche San Vinzenzo findet man ein kleines, rot gekalktes Haus. Hier wohnten Roberto Rossellini und Ingrid Bergmann zusammen während der Dreharbeiten zum Film im Jahr 1949. Eine Marmortafel erinnert an ihren gemeinsamen Aufenthalt
Weitere bemerkenswerte Filme von Roberto Rossellini
1945 – Rom, offene Stadt (Roma, città aperta)
1946 – Paisà
1948 – Deutschland im Jahre Null (Germania, anno zero)
1949 – Franziskus, der Gaukler Gottes (Francesco, giullare di dio)
1952 – Wo ist die Freiheit? (Dov’è la libertà?)
1953 – Reise in Italien (Viaggio in Italia)
1961 – Uno sguardo dal ponte
1961 – Es war Nacht in Rom (Era notte a Roma)
1968 – Die Geschichte der Apostel (Atti degli apostoli)
1976 – Der Messias (Il messia)