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Ein irres Klassentreffen (1975)
Originaltitel: Amici miei
Regie: Mario Monicelli
Darsteller: Ugo Tognazzi, Philippe Noiret, Gastone Moschin, Adolfo Celi, Ber­nard Blier, Duilio del Prete, Milena Vukotic
Musik: Carlo Rustichelli
Sujet: Pietro Germi
Genre: Komödie
Was ist es, das an der sogenannten commedia all'italiana, dem populären Film-Genre der 60er Jahre, so fasziniert? Es ist vor allem ihre Verwurzelung in einer genau beobachteten, reichlich absurden Alltagsrealität, welche die Figu­ren und ihre Konflikte echt und sehr menschlich wirken lässt. Selten handelt es sich bei diesen Filmen um klassische Komödien, vielmehr kommen unaus­weich­lich tragikomische, wenn nicht sogar dramatische Ele­men­te zum tragen, wie in der Tradition des Neorealismus.
Die Bitterkeit, die Entzauberung, das Ende der Illusionen von Wohlstand für alle und die sozialen Spannungen, die Italien in jenen Jahren prägten, tau­chen in diesem Filmgenre auf. Das Lachen hat meistens melancholische und traurige Züge. Das Happy End, das leichte, humorvolle Finale ver­schwin­det endgültig, es überlässt das Feld der Unsicherheit einer condition humaine ohne Perspektiven.
Amici miei ist einer der letzten Filme dieses Genre, der noch den richtigen Mittelweg zwischen feinen Humor, Ulk und melancholischer Weltbetrachtung findet.
Der deutsche Titel ist nicht gerade gut getroffen. Mit Klassentreffen hat der Film an und für sich überhaupt nichts zu tun. Es geht hier viel mehr um in die Jahre gekommenen Freunde, die sich re­gelmäßig treffen, um gemeinsam anderen Menschen heftige und bisweilen auch sehr derbe Streiche zu spie­len. Jugendstreiche - machen die noch Spaß, wenn man längst er­wach­sen geworden ist? Perozzi, Melandri, Mascetti, Necchi und Sassaroli sind immer bereit, jemanden auf die Schippe zu nehmen. Anfangs sind sie noch zu viert. Bei einem Klinikaufenthalt lernen sie Sassaroli, den Chefarzt der Klinik kennen. Sie bekommen mit ihm zu tun, als Melandri sich in Donatella verliebt, die Eherau des Chefarztes.
Szene auf dem Bahnhof
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Nachdem Donatella mit Kind, Hund und Kegel in Melandris Wohnung gezogen ist (wobei es Sassaroli nur so recht ist, sich der erheblichen Last entledigt zu haben), ziehen die nunmehr fünf Junggebliebenen zusammen los, um die Welt zu verunsichern. Sie ohrfeigen vom Bahnsteig aus Reisende eines ab­fahr­enden Zuges, versetzten die Einwohner eines kleinen Dorfes in Panik, indem sie vorgeben vom Straßenbauamt zu sein und den Bau einer Autobahn durch den Ort mit dem damit verbundenen Abriss von Häusern und Kirche an­kün­digen. Kurz darauf spielen sie die Drogendealer, um den gierigen Rentner Righi zu bestrafen.
Der Film war sehr erfolgreich und ihm folgten deshalb zwei weitere, auch gar nicht schlechte Folgen.
 
Mario Monicelli

Die deustche Version von Amici miei (die er­staunlicherweise ganz gut einen großen Teil des Humors wiedergibt) ist nur sehr schwer zu bekommen. Manchmal wird sie bei eBay angeboten.