Italien-News

Nachrichten aus Italien



Auf dieser Seite werden von Zeit zu Zeit in­te­res­san­te, überraschende, ku­rio­se bis skurrile Kurz­nach­rich­ten auf­ge­führt, die un­ser süd­li­ches Nach­bar­land betreffen.

17. Juli 2019
Andrea Camilleri gestorben: Der 93-Jährige starb am Mittwoch in einem Kran­ken­haus in Rom. Er war be­reits Mitte Juni in kritischem
Camilleri
Der Hund aus Terra­cotta
Zu­stand mit Kreis­lauf- und Atem­still­stand in die Kli­nik ge­kom­men. Sei­nen ers­ten Ro­man hat­te Ca­mil­le­ri erst mit 57 Jah­ren ver­öf­fent­licht. Der gro­ße Durch­bruch kam schließ­lich, als er be­reits im Ren­ten­al­ter war, mit sei­nen Mont­al­ba­no-Kri­mis, die auch in Deutsch­land gro­ßen Er­folg ha­ben. Er galt als kri­ti­sche Stim­me Ita­liens und be­fass­te sich auch in sei­nen Ge­schich­ten im­mer wieder mit heiklen Themen wie Kor­ruption und das organisierte Verbrechen.

10 - 13. Juli 2019
Unwetter in Italien: Ein schweres Unwetter am 10. Juli hat einen Teil der Adriaküste ins Chaos gestürzt. Es kam zu Über­schwem­mun­gen, Stromausfällen und Unfällen.
Sturmjäger: Im Auge der Tornados
Sturmjäger: Im Auge der Tor­nados
In manchen Orten kamen Hagelkörner in der Größe von Orangen herunter. Zahlreiche Strän­de wurden komplett verwüstet. Am 13. Juli terrorisierte eine Wind­hose die Badegäste, die sich an den Stränden zwischen Licola und Varcaturo bei Neapel aufhielten: Der Wir­belsturm hob Son­nen­schi­rme und Liegen an und beschädigte die Uferstrukturen. 15 Personen wurden leicht verletzt, darunter ein Kind, das von einem vom Wind getragenen Gegenstand ins Gesicht geschlagen wurde.

30. Juni 2019
„Sea-Watch 3“-Kapitänin festgenommen: Carola Ra­cke­te, die Kapitänin der „Sea Watch 3“, wurde im Hafen von Lampedusa verhaftet. Die Ka­pi­tänin hatte auf ihrem Schiff den Notstand ausrufen müssen und deshalb den Hafen angelaufen. Sie hatte etwa 40 Flüchtlinge an Bord, die sie zuvor aus Seenot ge­ret­tet hatte. Die Ka­pitänin aus Kiel wurde unter Haus­ar­rest gestellt. In Italien droht ihr nun jah­re­lan­ge Haft. Die italienische Regierung hatte vor zwei Wo­chen ein umstrittenes Si­cher­heits­dekret be­schlos­sen, wonach Kapitäne, Eigentümer und Betreiber von Flücht­lings­schif­fen mit bis zu 50.000 Euro Strafe, sowie mit der strafrechtlichen Verfolgung wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung rechnen müssen.

15. Juni 2019
Franco Zeffirelli gestorben:
Puccini, Giacomo - La Bohème
Puccini - La Bohème
Franco Zef­firelli (eigentlich Gian­franco Corsi/ geb. 12. Februar 1923 in Florenz, gest. 15. Juni 2019 in Rom) war ein italienischer Re­gisseur für Film, The­ater und Oper. Er wurde in­ter­na­tional unter anderem durch aufwendige Opern­ins­ze­nie­run­gen sowie seine preisgekrönten Sha­kes­peare-Ver­fil­mun­gen be­kannt. Zeffirelli war bis zuletzt produktiv und kreativ. Mit seiner neuen und letzten Traviata-Inszenierung wird in der kom­menden Woche die Opernfestival-Saison in der Arena in Verona eröffnet.

30. April 2019
Vor 30 Jahren starb Sergio Leone: Sergio Leone war ein italienischer Film­re­gis­seur, der das Genre „Western“ neu erfand. Mit den epischen Wes­tern­fil­men „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ konnte er in den späten 1960er Jahren seine größten Erfolge verbuchen. Der Western ist das typische Filmgenre Amerikas. In seiner Urform sind Siedler und Cowboys gut, während Indianer und Mexikaner die Bösen sind. Sergio Leone stellte dieses Prin­zip auf den Kopf. Seine Protagonisten sind keine moralischen Helden, sondern skrupellose und zur Gewalt bereite Figuren ohne Moral. So begründet der Regisseur das Genre des "Italo-Westerns".

29. April 2019
Streit um Leonardo: Vor 500 Jahren starb das Universalgenie Leonardo da Vinci. Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen LEGA nutzt die Gelegenheit aus, um gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu schießen. So versucht die Lega-Unterstaatssekretärin im Kulturministerium, Lucia Borgonzoni, seit Mo­na­ten, den Transport einiger Meisterwerke Leonardos nach Paris zu verhindern. Sie befürchtet, dass Frankreich mit einer großen Ausstellung im Louvre Italien die Show stiehlt. Innerhalb der Regierung ist der Konfrontationskurs der Lega allerdings um­stritten. Koalitionspartner Cinque Stelle weist darauf hin, dass die meisten Leonardo-Werke ja zunächst in verschiedenen Ausstellungen in Italien zu sehen seien, bevor sie nach Paris geschickt werden sollen. Außerdem habe Paris Rom im Gegenzug Leihgaben für eine groß Raffael-Ausstellung zu dessen Ju­bi­läums­jahr 2020 ver­sprochen.

6. April 2019
10 Jahre nach dem Erdbeben in L'Aquila: 38 Sekunden lang bebte die Erde am 6. April 2009 in L'Aquila, der Hauptstadt der Region Abruzzen. Das Hauptbeben hatte eine Stärke von 5,9 auf der Richterskala. 309 Menschen ka­men damals ums Leben, 1600 wurden verletzt. Zehn Jahre da­nach kämpft die Innenstadt immer noch um ihre Auferstehung, obwohl die Zei­chen des Neubeginns unübersehbar sind. Mehrere Gebäude des vom Erdbeben zerstörten Stadt­zen­trums wurden bereits re­no­viert. Sämtliche Palazzi aus dem Mittelalter und dem Barock sind komplett instand gesetzt. Aus Protest gegen den schlep­pen­den Wiederaufbau reichte der Bür­ger­meis­ter der Stadt, Pierluigi Bondi, seinen Rücktritt ein. Die Stadt habe von der Re­gierung in Rom zu wenig Un­ter­stüt­zung bekommen, L'Aquila warte noch immer auf die öffentlichen Gelder zum Abschluss des Wieder­auf­baus.

22. Februar 2019
Spitzenpolitiker muss in den Knast: Der frühere Prä­sident der Lombardei, Roberto Formigoni von Forza Italia (Berlusconis Partei), tritt mit sofortiger Wir­kung seine Gefängnisstrafe an. Das Kassa­tions­ge­richt hatte ihn wegen Korruption zu fünf Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt. Er wurde bereits im Dezember 2016 wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt. Formigoni hatte nach Über­zeugung des Gerichts Geld, eine Jacht, exklusive Reisen und Essen in Sternerestaurants von den Betreibern der Privatkrankenhäuser San Raffaele angenommen. Diese erhielten im Gegenzug von der Re­gio­nal­re­gierung öffentliche Mittel in Höhe von jeweils über 100 Millionen Euro. Die Verteidiger von Formigoni wollen erreichen, dass er in den Hausarrest überstellt wird, weil er schon über 70 Jahre alt ist.

13. Februar 2019
Frei Bahn für Radfahrer: Die italienische Regierung (bestehend aus Lega und Fünf-Ster­ne-Be­we­gung) will die ita­lienische Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung zu­guns­ten der Rad­fah­rer än­dern: So soll für Rad­fah­rer in­ner­halb von ge­schlos­se­nen Ort­schaf­ten bzw. in Zo­nen, in de­nen Tem­po 30 gilt, auch das Fah­ren ge­gen die Fahrt­rich­tung er­lau­bt sein und die Rad­fah­rer sol­len auch an Kreuzungen und Verkehrsampeln Vor­fahrt bekommen. Ge­mein­den müss­ten da­für an den Kreu­zun­gen ei­ne ei­ge­ne Vor­zugs­spur für die Rad­fah­rer ein­rich­ten. Au­ßer­dem sol­len Fahr­rä­der laut Vor­schlag so gut wie überall geparkt werden, auch auf Gehsteigen und in Fußgängerzonen.

8. Februar 2019
Die Abrissarbeiten zum Ponte Morandi haben be­gon­nen: Am 14. August 2018 war der westliche Pylon zusammen mit den beiderseitigen Einhängeträgern des Ponte Morandi in Genua eingestürzt. 30 bis 35 Personenwagen und drei Lastwagen waren damals in die Tiefe gestürzt, wodurch 43 Menschen ums Leben gekommen waren. Nun haben am 8. Februar 2019 mit einem kleinen Staatsak die Ab­riss­ar­beiten be­gon­nen. Mit dem Neubau wurde der berühmte ge­nu­eser Architekt Renzo Piano beauftragt. Das Bau­un­ter­neh­men Sa­li­ni Im­pre­gilo so­wie die vom ita­lie­ni­schen Staat kon­trollierten Un­ter­neh­men Fin­can­tie­ri und Ital­ferr sol­len die neue Brücke errichten. Im April 2020 soll die neue Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

4. Februar 2019
Ab Mai Eintrittsgeld für Venedig: Zu Spitzenzeiten sind in der Lagunenstadt bis zu 130.000 Touristen täglich unterwegs. Die Venezianer sind über diese Ent­wick­lung sehr besorgt. Um das Problem „Mas­sen­tou­ris­mus“ in den Griff zu bekommen, wer­den Tages­tou­ris­ten ab Mai Ein­tritts­geld zah­len müs­sen, wenn sie Ve­ne­dig be­su­chen möch­ten. Men­schen, die in der Re­gion Ve­ne­to le­ben, sind da­von aus­ge­nom­men. Bis zum 31. De­zem­ber wird der Bei­trag drei Eu­ro pro Per­son be­tra­gen. Ab 2012 soll er dann auf sechs bis zehn Euro steigen (abhängig davon, ob es sich um einen Feiertag oder einen Tag in der Hochsaison handelt). Ziel des Bürgermeisters Luigi Brugnaro sei es, innerhalb von drei Jahren, also ab 2022, Tou­ris­ten dazu zu bringen, nicht nur Hotels, sondern auch Tagesausflüge zu buchen.

15. Januar 2019
Vizepräsident des Senats wegen Rassismus verurteilt: Fünf Jahre ist es her, als der rechtspopulistische italienische Politiker Roberto Calderoli, immerhin noch Vizepräsident des Senats, die damalige, aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Integrationsministerin Cécile Kyenge mit einem Affen verglich. 2013 hatte Calderoli über Kyenge gesagt, sie erinnere ihn an einen Orang-Utan. Für seinen rassistischen Vergleich wurde der Vize­prä­sident des Senats jetzt verurteilt. Das Gericht in Bergamo hielt eine Gefängnisstrafe von 18 Mo­na­ten für den Lega-Nord-Politiker für ge­recht­fer­tigt. Calderoli kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

23. November 2018
Dolce & Gabbana in Chi­na boy­kot­tiert: Aus­löser des Boykotts war ein Werbespot, mit der Dolce & Gab­ba­na in China Kunden anwerben wollte. In einem im Internet veröffentlichten Videoclip versucht ein chi­nesisches Model mit Ess­stäb­chen mit we­nig Er­folg eine Pizza zu essen und in einem anderen Can­nel­lo­ni, mit Fleisch gefüllte Röh­ren­nu­deln. Dazu fragt aus dem Off eine Stimme: „Ist sie zu groß für dich?“ Das hatte zu einem Bann auf Webseiten wichtiger On­line-Händler der Volksrepublik geführt. China gilt als einer der größten und am schnellsten wachsenden Märkte für internationale Luxus-Label. Der Bann auf den Online-Seiten dürfte D&G teuer zu stehen kom­men. Inzwischen haben sich die bei­den Un­ter­neh­mer Ste­fano Gab­bana und Do­me­ni­co Dol­ce öffentlich entschuldigt.

26. September 2018
Italien führt Auto-Kindersitze mit Alarmsignal ein: In Italien sind in den vergangenen Jahren mehrere Kinder gestorben, die von ihren Eltern stun­den­lang im Auto gelassen wurden. Deshalb hat Italiens Parlament ein Gesetz be­schlossen, das vorschreibt, dass ab Juli 2019 alle Kindersitze mit einem elek­tro­nischen Signal ausgestattet werden müssen. Dieses Warnsignal soll ver­hin­dern, dass die Eltern Kleinkinder im Wagen vergessen. Wird ein Autofahrer mit Kind an Bord zwei Mal ohne einen solchen Kindersitz mit Alarmsignal erwischt, muss mit einer Strafe zwischen 81 und 326 Euro rechnen. Es kann ihm auch bis zu zwei Monaten der Führerschein entzogen werden.

11. August 2018
Auch in Italien eHighways getestet: Die erste elektrifizierte Autobahn ist auch in Italien geplant: Auf der A35 Brebemi wird die Strecke zwischen der Maut­stelle von Romano di Lombardia und jener von Calcio in beiden Rich­tun­gen mit einer Oberleitungsanlage für elektrifizierten Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr aus­ge­rüs­tet. Es wird die erste Infrastruktur für elek­trisch an­ge­triebene Lkw auf einer ita­lienischen Autobahn sein. Erkennen die Sensoren im Dach des entsprechend ausgerüsteten Lkws eine Oberleitung, werden die Abnehmer ausgefahren. Der Elektromotor wird mit Strom gespeist, zugleich wird die Batterie geladen. Dann kann der Lkw nach dem Abdocken elektrisch weiterfahren. Ist der Akku er­schöpft, kann der Hybridmotor mit Diesel weiterfahren.

25. Juli 2018
Sergio Marchionne gestorben: Sergio Marchionne, langjähriger Chef der Autohersteller Fiat Chrysler und Ferrari, ist am 25. Juli nach unerwarteten Kom­pli­ka­tionen bei einer Operation in Zürich gestorben. Der Italiener mit ka­nadischem Pass war 2004 an die Fiat-Spitze gerückt, als das Unternehmen aus Turin kurz vor der Pleite stand. Zehn Jahre später fädelte er die Über­nahme des ebenfalls schwer angeschlagenen US-Rivalen Chrysler ein. Als wichtiges Vermächtnis Marchionnes gilt die Fokussierung auf Nischen­mar­ken. Marchionne wollte sich eigentlich 2019 von dem Posten bei Fiat verab­schie­den. Rückzugspläne bei Ferrari waren nicht bekannt.

20. Juli 2018
200 Jahre "ciao": Mit dem Lied „Piove“ gewannen Domenico Mo­dugno und Johnny Dorelli im Jahr 1959 das Festival von San Remo. In der Tat blieb die­ses Lied hauptsächlich für dessenn Refrain „Ciao, ciao, bambina“ in Erin­ne­rung, das sich bald weltweit verbreitete. Das Lied von Modugno brachte den ent­schei­den­den Wendepunkt im internationalen Schicksal des Wortes „Ciao“. Diese in­zwi­schen weltweit be­nutzte Grußformel, die die gleiche Ab­stam­mung wie das süd­deutsche servus (Latein: Diener) hat, stammt aus Italien, und zwar aus Ve­ne­tien. Es handelt sich um die venezianische Aussprechva­rian­te von schiavo (Diener, Sklave), nämlich s'ciao. Zurzeit begeht Italien den 200. Ge­burtstag dieses Grußes, der die Welt erobert hat. Genau vor zwei Jahr­hun­der­ten fand das Wörtchen (das natürlich in münd­licher Form bereits langer bestand) die erste schriftliche Er­wähnung.

17. Mai 2018
Buffon verlässt Juventus Turin: Der 40-jährige Torwart Gianluigi Buffon, der fünfmal von der IFFHS zum Welttorhüter des Jahres gekürt und 2017 als FIFA Welttorhüter des Jahres ausgezeichnet wurde, verlässt nach 17 Jahren Juventus Turin, einen Klub, der zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der Welt zählt. Buffon ist seit dem 11. Oktober 2013 Rekordspieler der ita­lie­ni­schen Na­tio­nal­mann­schaft und mit neun italienischen Meis­ter­schaf­ten der erfolgreichste Spie­ler der Serie A. Gianluigi Buffon ist ein Verwandter von Lorenzo Buffon, ehe­ma­li­ger Tor­hü­ter von AC Milan, CFC GENUA, Inter Mailand, Fiorentina und der Na­tio­nal­mann­schaft. Lorenzo Buffon, der ebenfalls als einer der besten Torhüter in der Ge­schichte des italienischen Fußballs gilt. Ob Gianluigi Buffon zu Paris St. Germain, einem anderen Verein oder doch in die Chefetage des Klubs geht, ist noch nicht entschieden.

5. April 2018
Artischocken auf jüdische Art nicht koscher?: Italiener verzichten nur un­gern auf ihre Essenstraditionen. Und das gilt offensichtlich auch für ita­lie­ni­sche Juden, die in einen Streit mit dem Oberrabbinat in Jerusalem ge­ra­ten sind. Eines der beliebtesten Artischockenrezepte Roms, die sogenannten „Carciofi alla giudia“ (Artischocken auf jüdische Art) soll laut dem Ober­rab­bi­nat in Israel nicht koscher sein. Ausschlaggebend für das Verbot ist das Herz der Artischocke, der angeblich „voller Würmer“ sein könne, und nur schwer zu säubern sei. In Mai­land hat daraufhin die jüdische Gemeinde die Res­tau­rant­ket­te „Ba’Ghetto“ auf­gefordert, die Artischocken von der Speisekarte zu nehmen. Aus Rom kommt hingegen ein Video, das die Anordnung aus Jeru­sa­lem kritisiert. Darauf sind Oberrabbiner Riccardo Di Segni und die Leiterin der jüdischen Gemeinde, Ruth Dureghello, zu sehen, wie sie Artischocken schälen.

17. März 2018
Begrapscht Frau und wird von ihr festgenommen: Es geschah in Rom auf einem Bus der Linie 64, als ein 39 Jahre alter Italiener kongolesischer Her­kunft sich einer Frau näherte und sie zu berühren und zu belästigen be­gann. Der Mann konnte nicht ahnen, dass sein „Opfer“ eine stell­ver­tre­ten­de Leiterin der Staatspolizei im Dienst der "Squadra Mobile" (mobilen Krimi­nal­po­li­zei­ein­heit) war – Abteilung „Verbrechen von sexueller Gewalt“. Die Po­li­zis­tin, die am Ende ihrer Schicht nach Hause zurückkehrte, forderte den Mann mehrmals auf, aufzuhören. Trotzdem berührte er sie weiter und versuchte sogar, sie zu küssen. Schließlich reagierte die Frau: Sie legte ihm Hand­schellen an und verhaftetet ihn.

13. Februar 2018
Mussolini nicht mehr Ehrenbürger Mantuas: Benito Mussolini, „Diktator und Freiheitsfeind“, ist nicht mehr Ehrenbürger der Stadt Mantua (Lom­bar­dei). Der Stadtrat billigte den von Pd, der italienischen Linken und der Lista Palazzi vorgelegten Antrag, der von der Mehrheit im Stadtrat fast einstimmig ange­nomen wurde. „Wir wollen die Geschichte nicht auslöschen“ – erklärte Bür­ger­meis­ter Mattia Palazzi (vom Partito democratico) – „sondern darüber dis­ku­tie­ren, welche Werte in unserer Stadt geehrt werden sollen.“ Die Ehren­bür­gerschaft wurde dem Duce am 21. Mai 1924 erteilt, wie es in jenen Jahren in vielen italienischen Gemeinden auch geschah.

30. Dezember 2017
Zugang zum Markusplatz mit Ampeln geregelt: Seit Jahren wird in Ve­ne­dig über Maßnahmen zur Regelung der Touristenströme gesprochen. Täg­lich besuchen bis zu 100.000 Besucher die "Serenissima". Jetzt soll es einen "Numerus clausus" geben, der mit einer Ampel, die zum Warten auffordert, wenn der Platz voll ist, kontrolliert wird. Es ist eine der Neuheiten, die Bür­ger­meister Brugnaro 2018 für die Kontrolle der Touristenströme angekündigt hat. „Es gibt europäische Gesetze, die wir einhalten müssen, aber wir ex­pe­ri­men­tieren mit einer neuen Software, die es uns ermöglicht, mit den Kameras in Echtzeit zu sehen, wie viele Menschen sich auf dem Markusplatz befinden. Auf diese Weise kann aus Sicherheitsgründen eingegriffen werden, wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten wird“.

18. Dezember 2017
Gebeine von Vittorio Emanuele III. in Italien beigesetzt: Die sterb­li­chen Reste von König Vittorio Emanuele III. von Savoyen wurden aus Ägyp­ten (wo der König 1947 im Exil gestorben war) zurück nach Italien gebracht und neben denen seiner Frau Elena in der Wallfahrtskirche von Vicoforte (Pie­mont) beigesetzt. Der König, der das faschistische Mussolini-Regime unter­stützt hatte und deswegen in Italien sehr unbeliebt war, dankte am 9. Mai 1946 ab. Sein Sohn Umberto bestieg den Thron am 10. Mai 1946, regierte allerdings nur vier Wochen, weil die Italiener in einem Plebiszit die Monarchie abschafften. Die Königsfamilie musste ins Exil. Bis ins Jahr 2002 durfte kein Savoyer nach Italien zurückkehren. Noch länger dauerte der Bann für Vittorio Emanuele III. Die Möglichkeit einer Rückkehr des ehemaligen Königs hatte zu großen politischen Kontroversen geführt. Deshalb wurde sie zunächst ge­heim­gehalten.

9. Dezember 2017
Italien plant Auto-Kindersitze mit Signal: Die Verkehrskommission der ita­lie­nischen Abgeordnetenkammer will Autofahrer mit Kindern ver­pflich­ten, sogenannte "seggiolini anti-abbandono" (Kindersitze, die verhindern sollen, dass Kinder allein im Auto gelassen werden) zu verwenden. In Italien starben in den vergangenen Jahren mehrere Kinder, die von ihren Eltern stundenlang im Auto gelassen wurden. Der letzte Fall ereignete sich im Juni in Castel­fran­co di Sopra (Toskana), als ein 16 Monate altes Mädchen an Herzstillstand starb, nachdem es stundenlang allein im aufgeheizten Auto geblieben war. Auto-Kinder­sitze mit einem elektronischen Signal sollen zur Pflicht werden.

17. November 2017
Mafiaboss Totò Riina ist tot: Salvatore „Totò“ Riina war fast 20 Jahre lang einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Er galt als „Capo di tutti i capi“ „Boss aller Bosse“). Man nannte ihn „la belva“ (die Bestie). Der 1993 inhaftierte Riina (Aussprache: Ri-ina) wurde dreizehn Mal zu lebenslanger Haft verurteilt und saß bis zu seinem Tod im Gefängnis, ob­wohl am 5. Juni 2017 ein Kassationsgericht ein früheres Urteil verworfen hat­te, mit dem ein Gesuch um Entlassung abgelehnt worden war, mit der Be­grün­dung, dass Riina wie jeder Häftling das „Recht auf einen Tod in Würde“ habe. Am 19. Juli 2017 entschied schließlich ein Gericht in Bologna – mit gro­ßer Erleichterung der Öffentlichkeit – dass Riina nicht vorzeitig aus dem Ge­fängnis entlassen werden dürfe. Er verstarb am 17. November 2017 in der Krankenabteilung des Hochsicherheitsgefängnisses in Parma.

31. Oktober 2017
Eltern müssen Kinder zur Schule begleiten: Die italienische Bil­dungs­mi­nisterin Valeria Fedeli (die fälsch­li­cher­wei­se behauptet hatte, ein Uni­ver­si­täts­studium absolviert zu haben) spricht davon, dass Eltern auch Mittelschüler (also bis zum 14. Lebensjahr) noch zur Schule begleiten und wieder abholen sollen. Seien sie verhindert, sollen sie die Großeltern schicken. Freunde macht sich die Ministerin damit nicht. Gegner drängen auf eine gesetzliche Lösung, damit Kinder auch künftig den Weg in die Schule und von dort nach Hause alleine antreten dürfen, sofern dies die Eltern für richtig halten.

15. Oktober 2017
Partei der Schönheit in Italien gegründet: Zwei bekannte Per­sön­lich­kei­ten des öffentlichen Lebens Italiens, der Kunstkritiker, Politiker, Kulturkom­men­ta­tor und Fernsehpersönlichkeit Vittorio Sgarbi und der ehemalige Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti, haben eine neue politische Partei ge­gründet, die bei den bevorstehenden Europawahlen und den zeitgleichen ita­lie­nischen Kommunalwahlen antreten wird. Sie heißt "Rinascimento" (Re­nais­sance). Es soll vor allem eine Partei zur Rettung von Schönheit und Ästhetik sein. Sgarbi befasst sich schon seit Längerem mit den italienischen Bau­sün­den der letzten Jahr­zehn­te. Die Partei soll sich gegen die ästhetische Ver­schan­de­lung nicht nur Italiens, sondern ganz Europas stellen. Die neue Partei soll Italien zu einer Renaissance 2.0 bringen, zu einer kultivierten und effi­zienten Politik, die der Welt der Ideen neue Grundlagen gibt.

12. September 2017
Eltern und Kind sterben in Vulkankrater: Ein elfjähriges Kind und dessen Eltern sind in Pozzuoli in der Nähe von Neapel in einem Krater eines Vulkan­felds ums Leben gekommen. Der vulkanisch geprägte Ort Pozzuoli ist das wichtigste Zentrum der Phlegräischen Felder. Auf Gemeindegebiet befindet sich die Solfatara. Diese ist ein Vulkankrater, der touristisch genutzt wird. Die Solfatara ist durch zahlreiche Gasaustritte gekennzeichnet. Bei Temperaturen <200 °C treten hier Wasserdampf und zahlreiche weitere Gase aus (u. a. Schwefel-, Antimon- und Quecksilberverbindungen). Der Junge war zunächst in den abgesperrten Bereich des Vulkanfelds geraten und gestürzt. Seine El­tern hatten dies gesehen und versucht, ihn zu retten. Alle drei starben. Es ist noch nicht ganz klar, ob die Familie durch die Gase oder durch einen tiefen Sturz, nachdem unter ihnen der Boden wegbrach, gestorben ist.

21. August 2017
Italiens erste Taxifahrerin gestorben: Es lief das Jahr 1936, als Al­ber­tina Cortelloni die Prüfung für den Taxischein bestand, aber der Präfekt von Modena wollte nicht unterzeichnen: Er glaubte, dass nur Männer in der Lage waren, ein Taxi zu führen. Das Ministerium musste eingreifen, um grünes Licht für eine 60-jährige Karriere ohne einen einzigen Unfall zu geben. Die Partisanen nannten sie die Taxifahrerin mit dem roten Pullover. Sie hatten sie überzeugt, einen roten Pullover zu tragen, um zu vermeiden, sie ver­se­hent­lich zu töten. Denn ihr schwarzes Auto war denen, die von den Nazis be­schlag­nahmt worden waren, viel zu ähnlich. Ihren letzten Fahrgast hatte Frau Cortelloni im Alter von 85 Jahren. Nun ist Albertina Cortelloni im Alter von 103 Jahren gestorben.

31. Juli 2017
Koch gefeuert wegen Pasta "al dente": Maurizio Landi, ein bekannter italienischer Koch, hatte sein Glück in Frankreich gesucht und dort in einem Bistro eine Stelle gefunden. Weil es bekannt war, dass das Lokal einen ita­lienischen Koch hatte, verlangten die Gäste des Lokals öfters Pasta­ge­rich­te. Freilich werden in Frankreich Nudeln – so wie auch in Deutschland – vor­wie­gend als Beilage gegessen und ziemlich weich gekocht. So dauerte es nicht lange, bis sich die ersten Kunden wegen der "al dente" gekochten Pasta be­schwerten. Landi weigerte sich aber, italienische Gerichte zu verfälschen, ebenso weiterte er sich, "Spaghetti alla bolognese" [] zu servieren. So wur­de er, noch bevor er richtig angefangen hatte, gefeuert. Es folgte ein Presse­krieg zwischen Frankreich und Italien, der bis zu Boykottaufrufen führte. In den italienischen Medien wurde Landi als ein Held gefeiert.

25. Juli 2017
Verrücktes Wetter: In Italien spielt das Wetter verrückt: Während im Sü­den des Landes die Sonne vom Himmel brennt und mehrere Regionen mit Wald­bränden kämpfen, haben schwere Unwetter den Norden heimgesucht. Die Feuerwehr musste mehr als tausend Mal landesweit ausrücken, um die Flammen zu bekämpfen. Die meisten Einsätze fuhr die Feuerwehr in den Re­gionen Latium und Kampanien. Aber auch in der Provinz Siena und auf der Insel Elba (Toskana) wurden große Wälder durch Feuer zerstört. Am Strand von Ostia bei Rom überraschte hingegen ein Tornado die Badegäste. Zehn Menschen wurden dabei verletzt. An der Adria in der Region Marche gab es heftigen Hagel. Heftige Niederschläge wüteten in Jesolo und in der Provinz Venedig. Die Landwirtschaft meldete schwere Schäden. In der Nähe des Ha­fens von Giulianova (Abruzzen) wurden die Leichen von zwei Fischern ge­bor­gen. Ihr Boot war vermutlich wegen des starken Seegangs gekentert.

6. Juli 2017
Il gelato sospeso: Das „Schwebende Eis" ist eine Initiative, die sich an dem „caffè sospeso" [] orientiert, der in Neapel zur Tradition gehört. Wie es funktioniert? Man kauft ein Eis und zahlt zwei: Das zweite ist für Kinder aus Familien in finanziellen Schwierigkeiten reserviert. Zahlreiche Bars (zu­nächst ausschließlich in der Hauptstadt Rom) haben sich der Initiative an­ge­schlos­sen. Die Initiative wurde vom Verein „Salvamamme" („Rette die Mütter") in die Wege geleitet. Welche Bars sich angeschlossen haben, kann man auf der Facebook-Seite von „Salvamamme" erfahren. Die Initiative ist bereits im dritten Sommer. Man erhofft sich eine Erweiterung auf Bars in ganz Italien.

3. Juli 2017
Paolo Villaggio gestorben: Der äußerst populäre Schauspieler und Ko­mi­ker Paolo Villaggio (bitte nicht Pa-Òlo aussprechen, sondern PÀolo) ist Mon­tag­mor­gen in Rom im Alter von 84 Jahren gestorben. Berühmt und beliebt wurde er hauptsächlich durch die von ihm geschaffene Kultfigur „Fantozzi“, ein tollpatschiger Pechvogel, der im Büro von seinem Chef und seinen Ar­beits­kollegen schikaniert wird, zu Hause eine Frau hat, die ihn nicht liebt, und eine Tochter, die aussieht wie ein Affe. Die beliebte Filmserie aus den 1970er und 1980er Jahren wird heute noch regelmäßig im italienischen Fernsehen gezeigt. 1992 wurde ihm beim Filmfestival in Venedig für sein Lebenswerk der Goldene Löwe verliehen. Beim internationalen Filmfestival von Locarno folgte 2000 der Goldene Leopard.

22. Juni 2017
Italien wegen Folter verurteilt: 2001 war es am Rande des G8-Gip­fels in Genua zu schweren Ausschreitungen und Straßenschlachten zwischen Polizei und Globalisierungsgegnern gekommen, bei denen ein Demonstrant von ei­nem Polizisten erschossen wurde und hunderte Personen verletzt wurden. Der Eu­ro­päische Gerichtshof für Menschenrechte hat nun Italien wegen Poli­zei­ge­walt gegen Demonstranten beim besagten Gipfel verurteilt. Die Richter wer­te­ten die nächtliche Stürmung einer Schule, in der Gipfelkritiker über­nach­te­ten, als Folter. 500 Globalisierungsgegner wurden damals verletzt. Einige von ihnen hätten, so der Gerichtshof, dauerhafte Verletzungen da­von­ge­tra­gen. Das Vor­gehen der Polizei sei wahllos und unverhältnismäßig ge­we­sen. Den 42 Klägern aus mehreren Staaten wurden Entschädigungszahlungen zwischen jeweils 45.000 und 55.000 Euro zugesprochen.

6. Juni 2017
Kommt Mafiaboss Totò Riina aus dem Gefängnis?: Salvatore „Totò“ Riina galt als „Boss der Bosse“ in der sizilianischen Mafia. Er war einer der brutalsten Paten der „Cosa Nostra“ und wird für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht, schließlich rund 20 Mal zu lebenslanger Haft ver­ur­teilt. Unter anderem wurde er für schuldig befunden, die Morde an den An­ti-Mafia Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino beauftragt zu haben. Seit den 1970er Jahren wurde er per Haftbefehl gesucht, aber erst 1993 ver­haftet, vermutlich genoss er Protektion seitens der sizilianischen Re­gie­rung und der Democrazia Cristiana. Jetzt könnte Riina eventuell wegen seines schlechten Gesundheitszustands bald das Gefängnis verlassen, weil er, so das oberste italienische Gericht, das Recht auf einen Tod in Würde“ habe. Das Gericht verwarf damit ein Urteil, mit dem ein Gesuch um Entlassung abgelehnt wor­den war. Noch muss allerdings ein Gericht in Bologna ent­schei­den, ob Riina unter Hausarrest gestellt wird. Angehörige von Mafia-Opfern reagierten em­pört auf den Beschluss.

19. Mai 2017
Italien führt Kinderimpfpflicht ein: Die italienische Regierung hat eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder erlassen. Die Impfpflicht gilt für insgesamt zwölf Krankheiten, darunter Masern, Kinderlähmung, Windpocken, Hirn­haut­entzündung, Tetanus, Mumps und Keuchhusten. Nicht geimpfte Kinder im Al­ter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht mehr in Kitas oder Vor­schul­klas­sen aufgenommen. Die Eltern schulpflichtiger Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, müssen mit hohen Bußgeldern rechnen. 2002, bei der letzten großen Masernepidemie in Italien, hatte es 18.000 registrierte Fälle und 15 Tote gegeben. Ausschlaggebend für das jetzige Gesetz war die seit Anfang des Jahres grassierende Masernepidemie. Allein bis Mitte Mai wurden 2395 Fälle registriert. In diesem Jahr waren 89 % der Erkrankten nicht ge­impft. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung sieht in diesem Gesetz ein "Geschenk für die Pharmaindustrie".

12. Mai 2017
Numerus clausus für die „Cinque Terre“?: Die berühmten "Cinque Ter­re" (fünf Dörfer) in Ligurien sind ein Touristenmagnet. Seit 1997 sind sie mit den umgebenden Wein- und Oliventerrassen UNESCO-Weltkulturerbe. In­zwi­schen ist das gesamte Umland auch Nationalpark. Zur Gefahr geworden ist der Mas­sen­tourismus, der die Orte überrollt. Vor allem Kreuzfahrtgäste ma­chen den Einwohnern zu schaffen. Die "Traumschiffe" landen in La Spezia und kippen Tausende von Touristen aus, die auf die "Sehenswürdigkeiten" der Ge­gend losgelassen werden. Jetzt wird ein neuer Anlauf genommen, die Zahl der Besucher zu beschränken. Bereits jetzt dürfen Besucher nur mit ent­spre­chen­den Tickets die Wanderwege der Region benutzen. Gedacht wird da­rü­ber, den Zutritt zu den Städtchen nur noch mit einer im Vorfeld erworbenen Eintrittskarte zu ermöglichen, die im Voraus gebucht werden muss. Bei Über­schreitung einer täglichen Besucherzahl, so die Parkverwaltung, werden keine Tickets mehr ausgestellt. Noch sind sich aber die Behörden der fünf Dörfer nicht einig ...

29. April 2017
Der längste rote Teppich der Welt: In Rapallo (Ligurien) wurde der mit 8,332 km längste rote Teppich der Welt verlegt. Bisher war die deutsche Stadt Gera Inhaberin dieses Rekords mit 5,354 km. Anlass war die Ein­weih­ung des „Marciapiede della Pagana“, eines Gehwegs, der Santa Margherita Ligure mit dem malerischen Ort Portofino [] verbindet, ohne Unter­bre­chun­gen. Die kurvenreiche, enge Küstenstraße von Santa Margherita Ligure nach Portofino, entlang der der Gehweg verläuft, gilt als eine der schönsten Küs­ten­straßen der Welt. An dem der Einweihung angeschlossenen Frühlings­marsch („Passeggiata di Primavera“) nahmen neben der Lokalhonoratioren auch zahlreiche prominente Sportler teil, wie Teresa Frassinetti, Wasserball-Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und die Was­serball-Legende Eraldo Pizzo.

10. April 2017
Gericht verbietet Vespa-Klone: Die Vespa steht für ein Lebensgefühl, jetzt be­kommt sie auch Kulturgut-Status. Die chinesische Firma Zhejiang Zhongneng Industry Group stellt einen Rollertyp her, den „Ves“, der der Ves­pa, dem „Kult“-Roller von Piaggio, äußerst ähnlich ist. Ein Gericht in Turin hat nun mit einem Urteil dem Roller von Piaggio den Status eines Kunstwerks gegeben. Die Vespa sei, so die Richter, ein industrielles Design-Kunstwerk und müsse deshalb vor Plagiaten urheberrechtlich geschützt werden. Deshalb dürfen kein chi­ne­si­scher „Klon“ in Italien verkauft werden. Dies gelte für alle Varianten der Vespa, die seit 1948 auf den Markt gekommen sind.

6. März 2017
Rekordtief an Geburten in Italien: Immer weniger bambini in unserem Nachbarland! Laut dem ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica / deutsch: Na­tio­nales Institut für Statistik) ka­men 2016 in Italien 474.000 Kinder auf die Welt, 12.000 weniger als 2015, was einem Rückgang von 2,4 Pro­zent bedeutet. Einzige Ausnahme ist Südtirol mit einem Geburtenwachstum von 1,34 Pro­zent. Dadurch sinkt die italienische Bevölkerung auf 60,579 Millionen Ein­woh­ner, das sind 86.000 weniger als im Vorjahr. 216.000 Italiener wanderten im vergangenen Jahr ins Ausland aus. 205.000 Ausländer erhielten die ita­lie­ni­sche Staatsbürgerschaft. Jetzt sucht die italienische Regierung nach Maß­nah­men einer gezielten Familienpolitik, um diesem Trend ent­ge­gen­zuwirken.

23. Februar 2017
Klinikpersonal machte jahrelang unentdeckt blau: Die italienische Polizei deckte ein dreistes System von Blaumacherei auf. 94 Mitarbeiter der Klinik „Loreto Mare“ in Neapel hatten ihre Stechkarten von einer kleinen Gruppe von Kollegen, die tatsächlich zur Arbeit gingen, durchziehen lassen, während sie selbst blaumachten. Während der bezahlten Freizeit spielte bei­spielsweise ein Arzt Tennis, ein anderer arbeitete in einer Privatklinik, ein anderer Mitarbeiter verdiente sich als Koch in einer nahe gelegenen Gast­wirt­schaft etwas dazu. Die Ermittlungen hatten zwei Jahre gedauert. Aus Stunden und Stunden von Videoaufnahmen und Abhöraktionen und mehr als 500 Be­obachtungs- und Beschattungsaktionen konnten Tausende Fälle von Abwe­sen­heit vom Arbeitsplatz nachgewiesen werden. Dann schlug die Polizei zu. Gegen die Mitarbeiter wird ermittelt. 55 Klinikmitarbeiter, darunter ein Neu­ro­loge, ein Gynäkologe, neun Röntgentechniker und 18 Pfleger wurden bereits unter Hausarrest gestellt.

5. Februar 2017
Berühmter Schauspieler rügt Smartphone-Chatter: Während einer Theatervorstellung in Neapel im Teatro Bellini unterbrach der berühmte Schauspieler Toni Servillo (Die große Schönheit“) die Aufführung, näherte sich einem Zuschauer in der ersten Reihe und rügte ihn: „Wollen Sie nicht aufhören mit Ihrem Smartphone?" – sagte er – „Hier sind echte Menschen, nicht das Fernsehen!“ Danach stieg er wieder auf die Bühne, als ob nichts gewesen wäre. Der Zuschauer in der ersten Reihe hatte ununterbrochen gechattet und Anrufe angenommen. Die Reaktion von Servillo war durchaus höflich und nach seiner Rüge erhielt der Schauspieler einen Mega-Applaus seitens der weiteren Zuschauer. „Man bräuchte einen Toni Servillo in jedem Kino und in jedem Theater“, war einer der zahlreichen positiven Kommentare in den sozialen Medien.

27. Januar 2017
Wegen Stillens des Postamts verwiesen: Francesca Castelli, eine junge Mutter aus Biella (Piemont) hatte ihrem drei Monate alten Kind in einem Post­amt der Stadt die Brust gegeben. Worauf sie des Gebäudes verwiesen wurde. Stillen sei nicht erlaubt, sagte man ihr. Nur das Fläschchen geben sei erlaubt. Die junge Frau hatte davor nach einem Badezimmer gefragt, um den Kleinen zu stillen und ihm die Windeln zu wechseln. Man sagte ihr, dass man dafür nicht ausgerüstet sei, schließlich sei ein Postamt keine Bar. Fran­cesca Castelli erwähnte den Vorfall bei Facebook, was für viel Auf­re­gung sorgte. Schließlich schaltete sich die zuständige Ministerin ein. In einem Tweet kündigte sie eine entsprechende Verhaltensregel für die gesamte öffentliche Verwaltung an.

2. Januar 2017
Facebook löscht Bild von nackter Neptunstatue: Die Zensurrichtlinie von Facebook bei Nacktdarstellungen löst immer wieder Kopfschütteln und Kritik aus. Ein Bild von der Neptunstatue, dem Wahrzeichen der Stadt Bolo­gna, war von der italienischen Schriftstellerin Elisa Barbari als Werbung für ihre Webseite über Sehenswürdigkeiten der Stadt Bologna gewählt worden. Die 3,35 Meter hohe Bronzestatue Neptuns umgeben von Sirenen und Del­fi­nen steht nackt in der Mitte des Neptunbrunnens im Zentrum der Stadt. Das soziale Netzwerk löschte das Bild, weil es "sexuell explizit" sei. Ganz Italien ist empört. Ich denke, so der Kunstkritiker Philippe Daverio, dass wir einer Art ethischen Er­pres­sung weltweit nachgeben. Das Netzwerk wird zum Ort der zukünftigen Re­pression.“

18. Januar 2013
König der Paparazzi verurteilt: Fabrizio Corona, der König der ita­lie­ni­schen VIP-Fotografen, wurde vom Obersten Gericht in Rom wegen räu­be­ri­scher Erpressung und rechtswidriger Verwendung von persönlichen Daten in letzter Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der bekannte Paparazzo [] hatte mit einem Komplizen über Jahre hinweg zahlreiche Prominente er­presst, indem er gedroht hatte, unliebsame Fotos von ihnen zu ver­öf­fent­li­chen, sollten sie ihn nicht bezahlen. Inzwischen ist Corona untergetaucht und steht auch auf der Fahndungsliste von Interpol.

4. Januar 2013
Italien untersagt Kartenzahlung im Vatikan: Im Kirchenstaat kann man ab dem 1. Januar nur noch bar bezahlen, Kartenzahlungen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Auch die Geldautomaten sind gesperrt. Die italienische Zentralbank hat Kartenzahlungen bis auf Weiteres untersagt. Besucher des Kirchenstaates sollten sich deshalb gut mit Bargeld eindecken. Die offizielle Begründung ist, dass der Vatikan bislang internationale Regeln im Kampf gegen Geldwäsche nicht vollständig umgesetzt habe. Der Vatikan sagte zu diesem Thema lediglich, dass ein Vertrag mit einem Zahlungs­dienst­leister ausgelaufen sei.

 
 
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