Persönlichkeiten

Sophia Loren



Sophia Loren hat als bisher einzige Schau­spie­le­rin den Oscar als Bes­te Dar­stel­lerin in ei­nem nicht en­glisch­sprachigen Film ge­wonnen: 1961 für Vit­torio De Sicas La Ciociara (Und dennoch le­ben sie). 1964 wurde sie für Hoch­zeit auf italienisch erneut no­mi­niert. 30 Jahre später erhielt sie den Jean Hersholt Award für ihr Le­bens­werk. Sophias Vater Riccardo Scicolone er­kann­te zwar die Vaterschaft der kleinen Sophia an, hei­ra­tete aber ihre Mutter Romilda Vil­la­ni nicht. Deshalb brachte diese die kleine Sophia nach Pozzuoli (bei Neapel), zu ihrer Familie, wo sie in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs.
Die Mutter versuchte, aus der Schönheit Sophias Kapital zu schlagen, um ihre Familie über die Run­den zu bringen. So durfte Sophia an Miss­wahlen teil­neh­men (im Alter von 16 Jahren wurde sie Zweite bei einem Schön­heits­wett­be­werb zur Miss Rom), wirkte als Modell für Fotoromane und erhielt kleinere Rollen in Filmen.

Sophia Loren
Unter dem Namen Sofia Lazzaro wirkte sie in einer großen Anzahl unbe­deu­tender Filme mit, darunter auch einige Softpornos. Ihr späterer Ehemann Carlo Ponti kaufte viele Jahre später alle diese Filme auf, um sie aus dem Verkehr zu ziehen
Ihren Künstlernamen Sophia Loren verwendete sie erstmals im 1952 ge­dreh­ten Film „Africa sotto i mari" (Weiße Frau in Afrika). Durch die Rolle im Film „Aida" (1953) lernte sie Carlo Ponti kennen, den sie im Jahr 1957 heiratete, nachdem sich er in Mexiko von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen. Die Scheidung wurde vom italienischen Staat nicht anerkannt, und Ponti wurde der Bigamie bezichtigt. Beide, Sophia Loren und Carlo Ponti, wurden deshalb 1966 französische Staatsbürger, womit sie ihre Ehe legalisierten konnten.
(Kult)-Striptease-Szene aus „Gestern, heute und morgen"
Die Rolle der Pizzaköchin in Vittorio de Sicas „L'oro di Napoli" (Das Gold von Neapel) aus dem Jahr 1954 zusammen mit der musikalischen Komödie „Ca­rosello napoletano" („Neapolitanisches Karussell" / 1954) brachten ihr den Durchbruch im an­spruchs­vol­len Film. In Alessandro Blasettis Komödie „Pecca­to che sia una canaglia" („Schade, dass du eine Kanaille bist!" / 1954) spielte sie erstmals ge­mein­sam mit Marcello Mastroianni. In Dino Risis Film „Pane, amore e ...“ (1955) übernahm sie an der Seite von Vittorio de Sica die Rolle der Gina Lollo­bri­gi­da, die in den ersten zwei Teilen der gleichnamigen Serie die Hauptrolle gespielt hatte.
Sophia Loren
In dieser Zeit beherrschte die angebliche Rivalität zwischen Sophia Loren und dem anderen ita­lie­ni­schen „Sexsymbol" Gina Lollobrigida die Schlag­zeilen in den ein­schlä­gigen Zeitungen. Das Duell der beiden Diven soll 1954 bei der Eröffnung des „Italian Film Festival“ in London begonnen haben. Bei der Ge­le­genheit wurden bekannte italienische Filmstars Königin Elizabeth II vorge­stellt. Als die Loren ei­nen tiefen Hofknicks machte, was besonders viel von ihrem Prachtbusen se­hen ließ, blickte Prinz Philip starr in ihre Richtung. Die jüngere Loren hatte damit ihrer Riva­lin zum ersten Mal die Show gestohlen. Es folgten fast wöchentliche Angriffe und Gegenangriffe der beiden Diven.

Sophia Loren
Gestern, heute und morgen Hochzeit auf Italienisch

1957 kam Sophia Loren auf eine Initiative Pontis nach Holly­wood und stand in „Stolz und Lei­den­schaft", ihrem ersten US-Film, vor der Kamera. In den USA drehte sie Filme mit berühmten ame­ri­ka­ni­schen Stars wie Cary Grant, Marlon Brando, Charlton Heston und Clark Gable. Doch weder „Hausboot" (1958) an der Seite von Cary Grant, noch „Es begann in Neapel" (1960) mit Clark Gable oder „Die Stadt der Ver­lo­re­nen" an der Seite von John Wayne brachten ihr in den USA den erwünschten Ruhm.
Mambo Italiano
Zurück in Italien bekam sie mit De Sicas La ciociara („Und den­noch leben sie“ / 1960) den ersehntenr weltweiten Erfolg. Für die Rol­le der charakter­starken Witwe im Italien gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bekam sie den Schau­spie­ler­preis in Cannes, den Oscar und viele weitere Preise.
Vier Jahre später wird „Matrimonio all'italiana" („Hochzeit auf italienisch“) zu einem weiteren gro­ßen Erfolg. 1977 bekam sie von Ettore Scola eine weitere Cha­rakterrolle an der Seite von Marcello Mastroianni in „Una giornata par­ti­colare" („Ein besonderer Tag“).
1981 geriet Sophia Loren wegen Steuer­hin­ter­zieh­ung in die Schlagzeilen und wurde zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt, die sie im Mai/Juni 1982 im Frauengefängnis von Caserta absaß. I 1985 spielte sie in der Komödie „Aurora“, 1995 in „Ein verrücktes Paar - Der dritte Frühling“ neben dem ewig streitsüchtigen Paar Walther Matthau und Jack Lemmon.
Zusammen mit ihrem Ehemann hat sie zwei Kinder: Carlo jr. (geb. 1968) und Eduardo (geb. 1973).
Auswahl aus Lorens umfangreicher Filmographie:
1951: Quo vadis?
1951: Milano miliardaria
1952: Mädchenhandel (La tratta delle bianche)
1953: Sonntag in Rom (La domenica della buona gente)
1954: Zwei Nächte mit Kleopatra (Due Notti Con Cleopatra)
1954: Die verkaufte Unschuld (Miseria e nobiltà)
1955: Eine Frau für schwache Stunden (La bella mugnaia)
1956: Wie herrlich, eine Frau zu sein (La fortuna di esser donna)
1958: Hausboot (Houseboat)
1959: Es begann in Neapel (It started in Naples)
1961: El Cid
1961: Boccaccio 70
1963: Gestern, heute und morgen (Ieri, oggi, domani )
1966: Arabeske
1966: Die Gräfin von Hongkong (A countess from Hongkong)
1970: Die Frau des Priesters (La moglie del prete)
1971: Mortadella (La mortadella)
1972: Der Mann von La Mancha (L'Uomo Della Mancha)
1973: Die Reise nach Palermo (Il viaggio / Le voyage)
1974: Flüchtige Begegnung (Brief encounter)
1995: Pret-a-porter