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| Canto a tenore |
| Die sardische Musik ist sehr vielfältig und eine der reichsten und ältesten im Mittelmeerraum. Bekannt sind vor allem die Männerchöre, mit dem "Canto a tenore". |
Der "Canto a tenore" (nicht "Canto a tenores") ist eine der archaischsten musikalischen Ausdrucksformen der sardischen Traditionen und belegt die Existenz einer polyphonen Gesangspraxis schon in ältester Zeit. Der "Canto a tenore" ist der Ausdruck jener Hirten- und Bauernwelt, in der das sardische Volk seine Wurzeln hat, und aus diesem Grund wurde er von der UNESCO unter die schützenswerten "Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity" aufgenommen und gehört somit zum unantastbaren Erbe der Menschheit. |
Das Wissen um den Ursprung dieses Gesangs ist zu unbestimmt, um ihn zeitlich genau einzuordnen. Zeugnisse aus der vorchristlichen Zeit erwähnen einen rätselhaften vierstimmigen Gesang von Kriegsgefangenen der Römer, die aus dem Inneren der Insel stammten. Es gibt aber auch Forscher, die ihn auf die Nuraghenzeit datieren (etwa 1800 v. Chr.). |
Tenores di Bitti im Vatikan |
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| Terminologie: Man könnte denken, dass die "tenores" die Teilnehmer eines Chores seien, dem ist aber nicht so. Die Sänger heißen "Boghes" und sie bilden "Su tenore" (den "tenore"). Wobei mit dem Wort sowohl die Sängergruppe, als auch der Gesang gemeint wird. Der Begriff "Sos tenores" (die "tenores") steht für die verschiedenen Sängergruppen.
"A tenore" kommt vom lateinischem "ad tenorem", was kontinuierlich, bzw. in getragenem Ton bedeutet. |
| Ein typisch sardischer Männerchor besteht aus vier männlichen Stimmen: "Bassu" (Bass), "Contra" (Bariton), "Mesu oche" (Altstimme) und "Oche" (Vorsinger). Die Männer stehen beim Singen in einem geschlossenen Kreis und halten sich mit einer Hand ein Ohr zu, um ihre eigene Stimme besser zu hören. Die Form des Gesangs entspricht immer genau festgelegten Mustern: Immer steht dabei ein Solist, ein Tenor, im Vordergrund, der die Rolle des Vorsingers übernimmt. Er beginnt mit dem Singen und bestimmt die Melodie. Die weiteren Sänger folgen mit bedeutungslosen Silben der Begleitung. "Bassu" und "Contra" bilden mit ihren gutturalen Klängen die im Ton immer gleichbleibenden Hauptstimmen (es sei denn, der Vorsinger wechselt die Tonlage). Die beim Singen entstehenden Töne imitieren laut einigen Wissenschaftlern Geräusche der sardischen Natur. |
Tenore "Santa Sarbana Battista Morittu" Silanus |
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| Es ist schwer zu sagen, woher diese musikalische Form kommt. Nach Meinung einiger Experten hat sie mit der Zeit zu tun, als die Hirten in der Einsamkeit der Berge in engem Kontakt mit dem Vieh und der Natur lebten: Es könnte sein, dass die "Contra"-Stimme aus der Nachahmung einer Schafsstimme abgeleitet sei, "Bassu" von der Kuhstimme und "Mesu oche" die Imitation des Windes sei. Das sind aber reine Mutmaßungen. Manche behaupten sogar, dass die Gesänge eine Weiterentwicklung der Gregorianischen Chöre seien, bzw. dass die gregorianischen Chöre einen starken Einfluss hatten. Laut einer weiteren Theorie diente der "Canto a tenore" der Kommunikation von Gefängnisinsassen. |
Oliena, Canto a tenore |
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| Die überlieferten Hirtengesänge sind noch heute und im ganzen Land beliebt. Besonders in den Dörfern der Barbagia im Osten Sardiniens fehlt dieser Gesang bei keinem Fest. Waren es einst religiöse Themen und Verse großer Dichter des 18. und 19. Jahrhunderts, die die Texte ausmachten, so sind es heute aktuelle Themen und Ereignisse: Arbeitslosigkeit, Emigration, die Schönheit der Natur und die Liebe. Der "Canto a tenore" ist die Seele der sardischen Volksmusik. Die Texte sind alle auf Sardisch. |
Cuncordu de Orosei - Tzeleste Tesoro |
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| Zahlreich sind die berühmten Sänger und Musiker die Interesse und Wertschätzung für den "Canto a tenore" gezeigt haben: Peter Gabriel, Frank Zappa, Ornette Coleman und Lester Bowie, nur um einige zu nennen. Die Chöre von Bitti, Neoneli und Oniferi sind unter den wichtigsten Botschafter in der Welt von dieser archaischen und stimmungsvollen Musik. |
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| Sardinien |
| Sardinien (italienisch Sardegna, ist – nach Sizilien – die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel bildet mit einigen ihr vorgelagerten Inseln die gleichnamige autonome Region Italiens. Die Region Sardinien hat eine Fläche von 24.090 km² und 1,65 Millionen Einwohner. Ihre Hauptstadt ist Cagliari. |
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Sardinien
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Voches de Sardinna
tenore de orosei
amore profundo
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Voches de Sardinna
Cuncordu de
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E Prite Tottu Custu
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