Geschichte | Persönlichkeiten | Film/Medien/Musik | Literatur/Presse
  Landschaften | Essen & Trinken | Kunst/Architektur | Wissenswertes
  
 
Luciano Pavarotti
"Ich denke, dass ein Leben für die Musik ein gut eingesetztes Leben ist. Und solch einem Leben habe ich mich hingegeben."      
"Ich war mir immer bewusst, dass die Stimme ein göttliches Geschenk ist."                                                                                Luciano Pavarotti
Kaum einer konnte das hohe C so lange halten wie er, kaum einer war so stimmgewaltig: Luciano Pavarotti, einer der bedeutendsten Tenöre der Welt, ist tot. Der Star-Tenor starb in seiner Heimatstadt Modena im Alter von 71 Jahren an einer Krebserkrankung.
Der Tenor Luciano Pavarotti, einer der erfolgreichsten Opernsänger aller Zei­ten, gehörte seit den 60er Jahren zu den Königen der Tenöre. Seine Stimme galt besonders in den hohen Lagen als unübertroffen und besonders geeignet für Opern von Verdi, Bellini, Donizetti oder Puccini. Er bestach mit seiner ein­zig­artigen Gesangstechnik und der hohen Kunst des Operngesangs.

Luciano Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Er stu­dierte zunächst Pädagogik und arbeitete einige Jahre lang als Lehrer an der Scuola delle Magistrale. Im Chor seiner Heimatstadt konnte er Anfang der 60er Jahre seine ersten Gesangserfahrungen sammeln und beschloss da­rauf­hin, klassischen Gesang zu studieren. Als er 1963 am Londoner Covent Gar­den in London für den erkrankten Giuseppe Di Stefano bei einer Aufführung von Puccinis La Bohème einsprang, gelang Pavarotti der Durchbruch. Das war der Beginn seiner großen Karriere. 1966 folgte das Debüt an der Mailänder Scala, zwei Jahre später an der New Yorker Met. In seinen großen Zeiten schaffte er es, in einer Partiturzeile gleich neun Mal auf ein hohes C zu kommen.

Für sein Schaffen wurde er mit über 70 Opernpreisen, dem Großen Ritter­kreuz des italienischen Verdienstordens, verschiedenen weltweiten Ehren­bür­ger­schaften sowie zahlreichen künstle­ri­schen Preisen ausgezeichnet.
Luciano Pavarotti setzte sich über seine Kunst hinaus sehr für die Förderung von Nachwuchstalenten ein und initiierte zu diesem Zweck einen inter­na­tio­na­len Gesangswettbewerb in Philadelphia, ein Wettbewerb, der vielen jungen Künstlern als Sprungbrett zur Karriere half.
Mit dem musikalischen Projekt "Pavarotti & Friends" verband er ab 1993, mit großen Stars der Pop-Musik, moderne Interpretationen mit der klassischen Oper. Die Erlöse dieser Veranstaltungen und der Plattenaufnahmen kamen internationalen Hilfsorganisationen wie "War Child" zugute.
"Nessun dorma", aus Puccinis Turandot
Der schwergewichtige Sänger konnte auf eine brillante Karriere zurück­bli­cken, die trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen bis in hohe Alter anhielt. 2004 beschloss er, sich endgültig von den großen Bühnen zurückzuziehen. Als im Jahr 2006 bei ihm ein Krebsleiden diagnostiziert worden war, brach Pava­rotti seine 2004 begonnene weltweite Abschiedstournee ab und unterzog sich in New York einer Operation. Zwar konnte mit dem Eingriff der Tumor ent­fernt werden, der Sänger erholte sich aber trotzdem nur langsam und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Kurz darauf starb er am 6. September 2007 im Kreis seiner Familie und Freunde in seinem Haus in Modena an den Folgen seiner Krankheit.
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Luciano Pavarotti im Februar 2006 bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin, als er mit einer seiner Lieblings-Arien "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot" die Menschen vor Ort und mittels der weltweiten Fernsehübertragung ein Milliardenpublikum be­geis­terte.
Es wurde schon so viel über Pavarotti geschrieben, zum Beispiel die über sei­nen Konkurrenzkampf mit dem Vater, der Bäcker, aber selbst auch Sänger war. Als sein Sohn ihn einmal lobte, soll er gesagt haben: "Ach Luciano, was hättest du mit meiner Stimme für eine Karriere gemacht".
Es mag erstaunen, doch Pavarotti hatte seine Texte immer wieder vergessen und er konnte kaum Noten lesen. Er reiste mit eigenen Kochutensilien, um sich immer und überall seine legendären Pasta-Gerichte selbst zuzubereiten. Er soll ein ganzes Flugzeug voll Lebensmittel mit nach Japan genommen und dort eine Hotelsuite in eine Küche verwandelt haben. Er färbte sich die Haare, schwitzte sehr stark und hielt häufig bei seinen Auftritten ein weißes Tuch in der Hand; er betrog seine Frau und ließ sie schließlich mit drei erwachsenen Töchtern sitzen, um mit seiner Jahrzehnte jüngeren Sekretärin noch eine Tochter zu bekommen - das alles war Pavarotti!
 
Luciano Pavarotti (1935 - 2007)
Tenor
Als Tenor (Betonung auf der zweiten Silbe) wird die hohe männliche Ge­sangsstimmlage wie auch der Sänger derselben bezeichnet.
Stimmlagen
Frauenstimmen Männerstimmen
Tonumfang eines Soprans
Sopran (S)
Tonumfang eines Tenor
Tenor (T)
Tonumfang eines Mezzosoprans
Mezzosopran
Tonumfang eines Bariton
Bariton
Tonumfang eines Alts
Alt (A)
Tonumfang eines Bass
Bass (B)

Der Tonumfang der Tenorstimme reicht ungefähr von C bis A – das als besondere Leistung und Fähigkeit sprichwörtliche hohe C liegt noch eine Terz darüber. Der höchste Ton, der in der Opernliteratur für einen Tenor vorkommt, ist jedoch das hohe F, eine weitere Quart über dem hohen C.


Pavarotti
The Best von Luciano Pavarotti
(Aufs Bild klicken, um
die CD zu bestellen)

Pavarotti
Tutto Pavarotti
Songs and Arias

(Aufs Bild klicken, um
die CD zu bestellen)

Rigoletto/Pavarotti
Giuseppe Verdi
Rigoletto

(Aufs Bild klicken, um
die DVD zu bestellen)