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Le Catacombe dei Cappuccini

Mit ihrem von goldenen Locken eingerahmten pausbäckigen Gesichtchen, ist Rosalia Lombardo seit dem Jahr 1920 unverändert geblieben und gilt als die Schönste Mumie der Welt. Das Kind, dessen Mumie sich im Gruftgewölbe des Kapuzinerklosters in Palermo, den Catacombe dei Cappuccini, befindet, starb 1920 an der Spanischen Grippe. Ihr Vater, General Mario Lombardo, be­auf­tragte den Chemiker Alfredo Salafia, den Körper seiner verstorbenen Tochter vor dem Verfall zu bewahren.

Der Chemiker schaffte es nicht nur, das kleine Kind vor dem Verfall zu ret­ten, son­dern konnte auch Palermos Kapuzinermönche überreden, das Mädchen in ihrer Gruft unterzubringen. Erst 2009 konnte im Nachlass Salafias ein Manu­skript gefunden werden, in dem der Einbalsamierer sein Geheimnis verrät. Die von Sa­la­fia zur Einbalsamierung gebrauchte Lösung basierte auf Form­al­de­hyd, ein Mittel das auch heute noch die Basis­lösung bei der Einbal­sa­mie­rung ist. Salafia benutzte eine mit Zinksulfat und Chloriden angereicherte Mi­schung aus Glyzerin und einer wässrigen Form­al­de­hyd­lösung (Formalin), sowie Alkohollösung mit Salicylsäure, die er der Toten in die Adern spritzte.

Die Kapuzinergruft von Palermo ist eine weitläufige Gruftanlage unter dem Kapuzinerkloster, die mit ihren natürlichen Mumien eine der bekann­testen Mumiengrabanlagen und damit touristischen Anziehungspunkten der Welt ist. Die makabre Ansicht der zahlreichen ausgestellten Leichen regt die Besucher zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens an und über die Sinnlosigkeit menschlicher Eitelkeit.

Es war 1534, als die Fratres des Kapuzinerordens, eines kurz zuvor ge­grün­deten Reformzweigs des Franziskanerordens, ihr erstes Kloster auf sizi­lianischem Boden bauten, direkt vor den Toren der Stadt Palermo.

1599 entschloss man sich, unterhalb des Hochaltars ein größeres Grab­ge­wöl­be auszuheben, weil der Raum für die wachsende Zahl der Mönche nicht mehr ausreichte. Als die Mönche hinunterstiegen, um die Leichname aus der alten Gruft in die neue zu überführen, entdeckten sie zum allgemeinen Erstaunen, dass sie es nicht wie erwartet mit Skeletten, sondern mit Trockenmumien zu tun hatten. Der Abt veranlasste daraufhin, den ungewöhnlichen Fund entlang der Wände aufzustellen, als "Memento mori" - quasi - für die Mönche. Der älteste noch erhaltene Leichnam ist der von Fra Silvestro da Gubbio, ge­stor­ben im Jahr 1599.

Bis 1670 diente die neue Kapuzinergruft nur den Mönchen als Grabstätte. Im Laufe der Zeit aber stieg die "Nachfrage" nach Bestattungen in der Gruft. Vor allem die wohlhabenden Palermitaner wollten in der Nähe der frommen Ordensleute bei­gesetzt werden. Da sich unter den Bewerbern viele Wohltäter des Klosters befanden, konnten sich die Patres diesen Wünschen nicht sperren. Bis ins Jahr 1881 ließen sich die Mitglieder der palermitanischen Oberschicht nach einem spa­ni­schen Totenbrauch bestatten. Männer, Frauen und Kinder, die von ihren Angehörigen immer wieder neu bekleidet wurden, sitzen, liegen oder hängen in endlosen Reihen in der Gruft. Die To­ten wurden strikt nach Stand und Geschlecht ge­trennt bestattet. Man erkennt Priester, Kauf­män­ner, Bürger in ihrem "Sonntagsanzug", Offiziere in hoher Uniform, junge Frauen im Hochzeitskleid oder Witwen im Witwenschwarz. Wo immer man ist, schauen, grinsen oder lächeln sie einen an. Das Verlangen der besseren Kreise Palermos nach einem Begräbnis bei den Kapuzinern hielt mehr als zwei Jahrhunderte unvermindert an. Erst im Jahre 1837 verbot die Regierung diese Art der Bestattung. Es fanden zwar noch bis 1881 Bestattungen statt, allerdings mussten die mumi­fizierten Leichen in Särgen aufbewahrt werden.

Die Einbalsamierungsprozedur bestand darin, dass man die Leiche für ein Jahr "austrocknen" ließ, nachdem man ihr die inneren Organe entnommen hatte. Dann wurde der mehr oder weniger ausgetrocknete Körper mit Essig ge­wa­schen, mit Stroh gefüllt und wieder bekleidet.
In der Kapuzinergruft von Palermo haben im Laufe der Jahrhunderte ins­ge­samt 8000 Sizilianer ihre letzte Ruhestätte gefunden (laut Reiseführer). Die erste Beisetzung fand 1599 statt, die letzte drei Jahrhunderte später.
Heute befinden sich in der Gruft nur noch noch etwa 1200 mumifizierte Lei­chen, die in den unterirdischen Gängen besichtigt werden können. Viele der Mumien sind zwar in einem schlechten Erhaltungszustand, aber es gibt immer noch viele hunderte unbeschädigte Mumien unter ihnen. Manche der Lei­chen hängen an den Wänden, andere sind in Särgen aufgebahrt. Sie lassen sich von keiner Kamera aus der Ruhe bringen und auch das Blitzlicht stört sie nicht. Nur das Rauchen schadet ihnen und ist somit verboten.
 

Palermo

In einer Bucht an der Nordküste Sizi­liens liegt die wunderschöne Stadt Palermo, die Hauptstadt Siziliens. Die Ebene zwischen den Bergen, wo die Stadt liegt, wird Con­ca d'oro (Gol­de­ner Becken) genannt, vermutlich we­gen der Orangenhaine, die Palermo zur Zeit der arabischen Herrschaft umgaben.

Palermo
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Palermo sehen und sterben
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Buon giorno Sicilia

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Mumien

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