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| San Marino ist die älteste
Republik der Welt mit einer Geschichte, die bis auf das Jahr
301 zurückgeht. Sie ist kein Stadtstaat, sondern besteht
aus neun Gemeinden. San Marino liegt im Herzen Italiens zwischen
der Emilia-Romagna und den Marken, in der Nähe der adriatischen
Küste bei Rimini. |
| Das Territorium der Republik erstreckt
sich über 60,57 qkm und ist vom Felskamm des Monte
Titano beherrscht, den die Festung La Guaita krönt.
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La Rocca Guaita (1. Turm)
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| Immer war der Bergstaat eine Trutz-
und Fluchtburg. Schon ihr sagenhafter Gründer, ein Steinmetz
namens Marinus, zog sich vor der Christenverfolgung durch den
römischen Kaiser Diokletian 301 n. Chr. in die Wälder
des Monte Titano zurück. |
| Zusammen mit anderen christlichen
Mönchen gründete er die erste christliche Gemeinschaft
auf dem Berg Titano. |
| Eine Urkunde aus dem Jahr 885 zeugt
von einer Gemeinschaft, gegen die selbst die Kirche keine Ansprüche
erheben durfte. |
| Im 10. Jahrhundert, als die Bedrohungen
von außen immer zahlreicher wurden, wurden Befestigungen
und Mauern aufgebaut, die die Freiheit der San-Marinesen gewährleisten
sollten. |
| Im 13. Jahrhundert gaben sich die
Bewohner die Verfassung einer freien, unabhängiger Kommune.
Waren die Völker vom nahen Italien die Opfer der grausamsten,
von den damaligen mächtigen Familien ausgeübten Gewaltherrschaften
waren, lebten die San-Marinesen in voller Freiheit, zu deren
Schutz sie ein perfekt ausgebildetes Heer gründeten. |
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La Cesta o Fratta (2. Turm)
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Als Mitte des 13. Jahrhunderts
die Macht der Kirche auf die Halbinsel größer wurde,
nahmen auch die Rivalitäten zwischen Guelfen und Ghibellinen
blutige Ausmaße an. Die in San Marino friedlich zusammenlebenden
Guelfen und Ghibellinen wurden erstmals gegeneinander aufgehetzt,
was dazu führte, dass die kaisertreuen Ghibellinen die
Guelfen verbannten.
Der Konflikt gipfelte in der Exkommunikation der San-Marinesen
im Jahr 1247 durch Papst Innozenz IV. Zwei Jahre später
wurden sie zwar in Perugia davon wieder losgesprochen, aber
der Friede zwischen den Bürgern San Marinos kehrte nicht
wieder ein, und in den nächsten 100 Jahren sollten drei
weitere Exkommunikationen folgen. |
Die
zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts war für San Marino
eine schwere Zeit. Die unter Gewaltherrschaft der Familie Malatesta
stehende guelfische Republik Rimini versuchte San Marino einzunehmen,
und nur ein Bündnis San Marinos mit dem Ghibellinen Guido
von Montefeltro und später seinem Sohn Federico konnte
San Marino retten. Als ob das noch nicht genug gewesen
wäre, gab es in der Folgezeit weitere Versuche, San Marino
zu unterwerfen.
1296 versuchten die Stadtvögte Feretrani das Gebiet für
sich zu vereinnahmen. Hier half das Urteil des Richters Palamedes,
der die volle Souveränität und Freiheit San Marinos
anerkannte. Dieses Urteil wurde von Papst Bonifatius VIII.
für rechtskräftig erklärt. Doch immer wieder
versuchten es die angrenzenden Regionen, San Marino zu erobern
jedes Mal ohne Erfolg. |
| Weitere Feindseligkeiten vor allem
mit der Familie Malatesta dauerten bis zum Ende des 14. Jahrhunderts.
Als aber eben jene Familie unter Sigismondo Pandolfo Malatesta
100 Jahre später sowohl beim Papst als auch beim König
in Ungnade fiel, nutzten die San-Marinesen die Gunst der Stunde,
unterzeichneten am 21. September 1461 ein Bündnis
mit der Kirche und nahmen den Krieg wieder auf, den sie 1463
gewannen. Papst Pius II. sprach der Republik die drei Schlösser
Fiorentino, Montegiardino und Serravalle zu. Im gleichen Jahr
schloss sich auch das Schloss Faetano freiwillig der kleinen
Republik an. Dies war der letzte Krieg und auch die letzte Territoriumsvergrößerung
San Marinos. |
| Am 8. Oktober 1600 trat eine neue
Verfassung in Kraft, deren Grundzüge sich noch in der heutigen
Verfassung wiederfinden. Im Jahre 1602 wurde ein Schutzvertrag
mit der Kirche unterzeichnet, der schließlich 1631 in
Kraft trat. |
| Am 17. Oktober 1739 fiel der damalige
päpstliche Legat der Romagna, Kardinal Giulio Alberoni,
in die Republik ein. Die San-Marinesen wandten sich auch diesmal
an den Papst, der Kardinal Alberoni den Rückzug aus San
Marino befahl. |
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Freiheitsstatue auf der
Piazza della Libertà
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Als Napoléon ab 1796 nach
und nach die Vorherrschaft über die gesamte italienische
Halbinsel erlangte und sich verschiedene Republiken gründeten,
schlossen die San-Marinesen sogleich Handelsabkommen mit diesen,
um ihre Verbundenheit mit Napoléon zum Ausdruck zu bringen.
Es wird berichtet, dass Napoléon während der italienischen
Kampagne seinen Truppen befahl, an den Grenzen zur Republik
San Marino halt zu machen und sie nicht zu überschreiten
der Korse war nach eigenem Bekunden ein Bewunderer
des Kleinstaates, der niemals jemand anderem untertan gewesen
war.
Nach der Niederlage des napoleonischen Frankreichs wurde auf
dem Wiener Kongress 1815 festgelegt, dass in Italien die vornapoleonische
Ordnung wieder hergestellt werden sollte somit erlangten
nicht nur die spanischen Bourbonen den Süden der Halbinsel
und die Habsburger den Norden zurück, sondern auch San
Marino blieb frei. |
San
Marino war niemals unempfindlich gegenüber den Kämpfen
für die Einheit Italiens, des Risorgimento.
Die freie Republik San Marino beherbergte und schützte
immer wieder Flüchtlingen und Patrioten. Nach der
Niederwerfung der Revolutionen von 1848/49 und dem
Fall der römischen Republik flüchtete Giuseppe Garibaldi,
vom österreichischem Heer bedrängt,
nach San Marino. Hier wurden er und seine Truppe gestärkt
und verpflegt und löste die römische Legion auf. Garibaldier
hielt 1861 sogar die san-marinesische Staatsbürgerschaft. |
| Als am 17. März 1861 das neue
Königreich Italien ausgerufen wurde, wollte San Marino,
als von jeher freie Republik, nicht an der Einigung Italiens
teilnehmen und blieb souverän. 1865 schaffte San Marino
als erster europäischer Staat die Todesstrafe ab. |
| Ab 1906 wurden politische Wahlen
eingeführt, die die Demokratie stärken sollten. Dies
hatte aber bald auch negative Folgen, denn bei den Wahlen am
4. April 1923 errangen die Faschisten die absolute Mehrheit.
Trotz der Nähe zum italienischen Diktator Benito Mussolini
stellte San Marino aber keine Soldaten für das italienische
Heer zur Verfügung und blieb im Zweiten Weltkrieg offiziell
neutral. |
| Am 28. Juli 1943 drei Tage
nach Mussolinis Sturz - löste sich die san-marinesische
faschistische Partei auf. San Marino nahm in der Folgezeit bis
zu 100.000 Flüchtlinge auf. Trotz der Neutralität
und der Markierung des Staatsgebietes durch riesige weiße
Kreuze warfen britische Bomber im Juni 1944 mehrere hundert
Bomben über San Marino ab, wodurch 60 Menschen starben
und Hunderte verletzt wurden. Am 19. September nahm die 8. Britische
Armee das Gebiet ein. Die Alliierten blieben bis November 1944
in San Marino, unter anderem, um bei der Rückführung
der vielen Flüchtlinge zu helfen. |
| In der Nachkriegszeit wurde San
Marino von 1947 bis 1957 und nochmals von 1978 bis 1986 von
einer linken Volksfront unter Einschluss der Kommunisten regiert.
Ende der 1980er Jahre mäßigte sich die kommunistische
Partei und nannte sich progressiv-demokratische Partei. Sie
regiert zusammen mit den führenden Christdemokraten noch
heute. |
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Das Regierungspalast (Piazza della Libertà)
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Seit Ende der 1950er Jahre nahm der Tourismus eine immer
größere Rolle in San Marino ein. Im Jahr 2005 besuchten
über 2 Millionen Touristen den Staat mit seinen gut 30.000
Einwohnern. Die Steuereinnahmen stiegen, sodass seit 1975
die gesamte medizinische Versorgung kostenlos angeboten werden
kann. Heute fließen 60 Prozent der Einnahmen der Republik
direkt oder indirekt durch den Tourismus ins Land.
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Skulptur von Antonio Berti
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| Die meisten Touristen kommen für
Tagesausflüge von den Touristenzentren der nahen Adria,
beispielsweise von Rimini und Pesaro. Die Republik seit
1992 auch Mitglied der Vereinten Nationen ist vollkommen
schuldenfrei. |
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San Marino ist in neun
Castelli geteilt, die gleichzeitig auch eigenständige
Gemeinden sind. Hauptstadt des Landes ist San Marino (Città
di San Marino), die bevölkerungsreichste Gemeinde mit 9.622
Einwohnern (Stand 30. September 2005) ist dagegen Serravalle.
Die Castelli sind:
Città di San Marino (Hauptstadt), Acquaviva, Borgo Maggiore,
Chiesanuova, Domagnano, Faetano, Fiorentino, Montegiardino,
Serravalle. |
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| San Marino |
| Mein Interesse für diese
Zwergrepublik mitten in Italien begann vor
vielen, vielen Jahre in meiner Kindheit. Dass ich überhaupt
auf sie aufmerksam wurde, verdanke ich der Philatelie,
dem Sammlung von Briefmarken. |
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| Damals, als es noch keine
PCs und Gameboys gab, war das Briefmarkensammeln
ein sehr beliebtes Hobby. |
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| Was soll ich sagen? Es dauerte
viele Jahrzehnte, bis ich mir den Traum eines Besuches
erfüllte ... |
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| Ich möchte etwaigen Besuchern einen
Ratschlag geben: Nähern Sie sich San Marino vom Süden
her (der sanften Hügellandschaft bei Mercatino
Conca), Denn entlang der Schnellstraße, die von Rimini
nach Westen führt, hat sich ein hässlicher, moderner
Siedlungsbrei festgesetzt, der der Fahrt jegliche
Romantik nimmt. |
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Briefmarkenkatalog -
Ganze Welt 2007
von Richard Borek
(Mauszeiger aufs Bild
positionieren, um das Buch zu bestellen)
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