Wein und Getränke

Weine aus Ligurien



In Ligurien findet man das zweitkleinste Weinbaugebiet Italiens. Ligurische We­ine sind ein Geheimtipp, nicht nur außerhalb Italiens, sondern auch außer­halb Liguriens. Es ist sehr schwer, diese Weine außerhalb Liguriens zu be­kom­men. Das liegt einfach daran, das die steilen Hänge der ligurischen Küste schwer zu bewirtschaften sind und deshalb nur eingeschränkt den Weinbau er­lau­ben. Von den meisten Weinen werden deshalb nur sehr geringe Mengen produziert, die ausschließlich vor Ort verkauft werden. Für den Export reichen die Mengen kaum aus. Und das ist schade, denn die Qualitäten sind aus­ge­zeich­net. Immerhin gibt es in Ligurien, von Ventimiglia an der französischen Grenze bis La Spezia, das an die Region Toskana grenzt, nicht weniger als 600 Wein­güter.
Obwohl die meisten Weine Liguriens durchaus den Qualitätsstandards der Eu­ropäischen Union ent­spre­chen, bemühen sich die Winzer wegen den gerin­gen Mengen gar nicht erst um eine Empfehlung als Qualitätswein.
Jedenfalls gibt es in Ligurien zahlreiche Weine, die in dem von Verlag Gam­be­ro Rosso he­raus­ge­ge­be­nen Weinführer auf­ge­nom­men wur­den. Der italie­ni­sche Verlag Gam­bero Rosso (deutsch: Roter Krebs) ist haupt­säch­lich durch das Buch „Vini d’Italia“ bekannt, das seit 1988 jährlich erscheint und der be­kann­tes­te Weinführer für italienische Weine ist. Heute gilt das Werk unange­foch­ten als „das" Standardwerk für den italienischen Wein.

Pigato
Westlich von Genua reifen die trockenen, würzigen Pigato-Reben. Es handelt sich um eine weiße Rebsorte – wahrscheinlich eine Mutation der Ver­men­ti­no-Re­be –, die in Ligurien bereits seit dem 16. oder 17. Jahr­hundert bekannt ist. Ver­mutlich stammt sie aus Grie­chen­land und wur­de über die Hä­fen von No­li, Ge­nua oder Sa­vo­na ein­ge­führt. Pigato wird quasi aus­schließ­lich in den li­gu­ri­schen Pro­vin­zen Sa­vo­na, Imperia und Genua kultiviert. Vor allem bei Albenga werden aus Pigato-Trauben kräftige und sehr schmackhafte Weiß­wei­ne gekeltert. Manchmal wird die Sorte mit den Rebsorten Vermentino und/ oder Bosco verschnitten . Piga­to-Weine haben eine be­mer­kens­wer­te Würze sowie ein sehr intensives Bukett. Wer seinen Urlaub in Ligurien ver­bringt, soll­te die Gelegenheit nicht ver­pas­sen, so einen Spit­zenwein (sowie wei­tere) zu er­werben.
Weinanbaugebiet Imperia
Das wichtigste Weinanbaugebiet in Ligurien liegt im Hinterland von Imperia. Neben dem Pigato kommen auch die Weißweine Vermentino und der Rosé Rosa di Albenga aus dem Gebiet, so­wie aus der Region um Dolce­acqua der Rotwein Ros­se­se die Dolce­acqua.
Der Ver­men­ti­no di Im­pe­ria wird aus der Trau­be der gleich­na­mi­gen Wein­rebe pro­du­ziert. Ur­sprüng­lich kommt diese Reb­sorte wahr­schein­lich aus Spa­nien oder Madeira. Sie wird auch auf Sar­dinien und Kor­sika angebaut. Auf letzterer wird sie Ver­men­­tinu ge­nannt, ab und zu auch Malvoisie de Corse, was auf die Abstammung aus der Malvasia-Fa­mi­lie verweist. Ver­men­ti­no-Weine sind in der Regel strohgelb mit leicht grün­li­chen Reflexen. Sie haben ein sehr fruch­tiges aber zartes Bukett und sind im Geschmack meist trocken mit einem leicht bitteren Unterton. Vermentino-Weine können eine sehr starke „Per­sön­lichkeit" aufweisen und bieten eine erfrischende Alternative zu den gewohnten Pinot-Grigio, Char­don­nay- und Sauvignon-Blancs-Weine.
Der Rossese di Dolceacqua ist ein äußerst be­ach­tens­wer­ter Rotwein. Rubinrot bis vio­lett in der Far­be, duftet sein Bukett nach Ro­sen und Brom­bee­ren. Es ist ein Wein mit DOC-Prädikat und einer der interessantesten Rotweine aus Ligu­rien.

Zeit für Italiens Weine Wein
Zeit für Italiens Weine Lexikon der Wein-Irrtümer

Cinque Terre
Wer robustere Weine mag, sollte zu den steilen Hän­gen der Cinque Terre (an der Riviera di Levante) fahren, denn von dort kommt ein herber Weiß­wein, der wie die Ge­gend auch Cinque Terre heißt. Es ist zwei­fels­oh­ne der bekann­teste Weißwein der Region. Seit dem 1973 verfügt er über den Status einer Denominazione di Origine Controllata.
In den Cinque Terre wird aber auch der berühmte Sciacchetrà pro­du­ziert, ein süßer, am­bra­far­be­ner Dessertwein, der als einer de erlesensten Des­sert­wei­ne Italiens gilt. Der Sciacchetrá besteht zu 60% aus der Bosco- und zu 40% aus der Albarola- und Vermentino-Traube. Auch dieser Cinque-Terre- Wein verfügt seit 1973 über den DOC-Status.
Der Weinanbau in den Cinque Terre hat übrigens dazu beigetragen, das eine einzigartige Kul­tur­land­schaft mit Weinbergsterrassen und Trocken­mau­ern er­schaffen wurde und auch heute noch erhalten geblieben ist. Diese Ter­ras­sen­landschaft wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Um sie vom Verfall zu bewahren, kam Franco Bonanini, der Präsident des National­parks Cinque Terre, auf eine ungewöhnlichen Idee: So verpachtet die Natio­nal­park­verwaltung kostenlos Land – auch an Orts­fremde – für 20 Jahre mit der Auf­lage, dieses Terrain selbst zu bebauen oder durch Dritte bebauen zu lassen.