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Die Fälle des Commissario Montalbano

Der 82-jährige Andrea Camilleri (2007), der Erfinder des eigenwilligen Com­missario Montalbano, hat erst mit fünfzig angefangen zu schreiben und ist in Italien (spätesten seit seinem Auftritt bei der Talkshow von Maurizio Cos­tan­zo) berühmt und sehr beliebt.
Seine Bücher sind inzwischen auch in Deutschland zu Bestsellern geworden.
Sie leben nicht nur vom spannenden Detektivspiel, das sich, auch für den Leser leicht nachvollziehbar, wie ein Puzzle Zug um Zug zusammenfügt und den Leser bis zum Schluss nie aus seinem Bann lässt, sondern auch von den detaillierten Beschreibungen und den kleinen menschlichen Schwächen des Commissario.
Einerseits hat er etwas von einem echten sizilianischen Macho (Livia, seine im entfernten Genua lebende Commissario MontalbanoFreundin, liebt er wirklich, er ist ihr treu, macht aber immer taube Ohrenwenn sie vom Heiraten spricht); er kann zynisch, übel­gelaunt und überheblich sein, kämpft als einsamer Wolf und lässt seine Mitarbeiter manchmal daran verzweifeln. Andrerseits ist er auch ein Mann mit Charakter, kann die Nerven in einer Gefahrensituation behalten, hat ein Herz für die einfachen Menschen und ist vor allem ein großer Genießer der sizi­lia­nischen Küche. Denn die Krimis spielen in Vigata, einem fikti­ven Ort in Sizi­lien. So nebenbei erfährt man etwas über seine Lieblingsrezepte, die Adelina, seine Haushälterin, für ihn kocht oder die er in seinem Lieb­lings­res­taurant "Bei Calogero" genießt (einige davon kann man im Anhang mancher seiner Bücher nachlesen).
Was der deutsche Leser leider verpasst, ist die Sprache. Denn Camilleris Romane sparen nicht mit sizilianischem Dialekt. Es ist mit dem Italienischem auf natür­liche Weise fein versponnen und verstärkt das Verständnis für das sizilianische Ambiente.
Montalbano zur Seite stehen Mitarbeiter, denen sein eigenwilliger Charakter fehlt, und dennoch unverwechselbar sind. Catarella, der Einfältige: häufigstes Ziel der Wutausbrüche seines Chefs; Mimì Augello, der Frauenheld; Fazio, Gallo und Galluzzo, die Zuverlässigen.
Was mir an diesen Krimis besonders gefällt, ist, dass sie den Leser nicht brutal und plump mit Action und Knall-Effekten überfallen, dass die Dialoge unterhaltsam sind, mit feinem Humor gespickt und glaubwürdig gestaltet.
Ein Buch, dass ich regelrecht "verschlungen" habe, ist Der Diebe der süßen Dinge (Il ladro die merendine): Wie es bei Camilleris Krimis mehrmals der Fall ist, muss sich der Commissario Mont­albano gleichzeitig mit zwei Morden befassen. Ein tunesischer Fischer wurde auf hoher See er­schos­sen und ein sizilianischer Geschäftsmann wurde er­sto­chen aufgefunden. Gibt es hier einen Zusammenhang? Ein kleiner Junge, der, wohl aus Hunger, anderen Kindern ihre Jause gestohlen hat, bringt den Commissario auf die Spuren der schönen Tunesierin Karima. Und diese könnte den Zusammenhang der beiden Morde liefern...
    Weitere Commissario-Montalbano-Krimis
"Die Form des Wassers" (La forma dell´acqua)
"Der Hund aus Terracotta" (Il cane di terracotta)
"Der Dieb der süßen Dinge" (Il ladro die merendine)
"Die Stimme der Violine" (La voce del violino)
"Das Paradies der kleinen Sünder" (Un mese con Montalbano)
"Die Nacht des einsamen Träumers" (Gli arancini di Montalbano)
"Das Spiel des Patriarchen" (La Gita a Tindari)
"Der Kavalier der späten Stunde" (L'odore della notte)
"Die Rache des schönen Geschlechts" (La Paura di Montalbano)
"Das kalte Lächeln des Meeres" (Il giro di Boa)
"Die Passion des stillen Rächers" (La pazienza del ragno)
 

Andrea Camilleri

Camilleri
Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, ge­bo­ren und lebt heute in Rom. Seine historischen Ro­mane und Krimis lösten in den vergangenen Jahren ein re­gel­rech­tes Camilleri-Fieber aus und stürmten sämtliche vor­deren Pätze auf den ita­lie­ni­schen Bestseller-Listen. Ca­mil­leris Hauptfigur, der Com­mis­sario Salvo Montalbano, gilt inzwischen weltweit als Inbegriff sizilianischer Le­bens­art und einfallsreicher Kri­mi­nalistik.

Camilleri
Das kalte Lächeln des Meeres
von Andrea Camilleri

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Der Dieb der süßen Dinge
von Andrea Camilleri

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Der Hund aus Terracotta
von Andrea Camilleri

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