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Filumena Marturano
   
"'E figlie so' figlie e so' tutt'eguale!" (Neapolitanisch für: "Die Kinder sind Kin­der und sind alle gleich!")
"Filumena Marturano" ist das wohl populärste Theaterstück des italienischen Autors und Schauspielers Eduardo de Filippo, der es 1946 in neapolitanischem Dialekt schrieb.
Filumena, eine nicht mehr ganz junge "signora" mit einer Vergangenheit als Prostituierte, lebt bereits seit dreißig Jahren mit ihrem Geliebten, Don Dome­nico Soriano (auch Mimì genannt), einem reichen Konditor und frü­he­ren Kun­den. In all den Jahren war sie für Mimì Partnerin, Haushälterin und zugleich Ver­walterin seiner Firma.
Um Domenico von seinen liederlichen Affären mit jungen Mädchen abzu­brin­gen und sich heiraten zu lassen, spielt sie ihm mit Unterstützung ihres Pries­ters und eines Arztes vor, sterbenskrank zu sein. Daraufhin gibt ihr Domenico auf dem Sterbebett endlich das Ja-Wort. Kaum ist dies geschehen, ist die vermeint­li­che todkranke aber wieder quicklebendig. Natürlich will Domenico die Ehe annullieren. Sein Rechtsanwalt erklärt Filumena, dass die Ehe­schlie­ßung we­gen der offensichtlichen Täuschung ungültig ist.
Filumena Marturano ist aber jedes Mittel recht, um ihr Ziel zu erreichen. So beichtet sie dem Mann, dass sie drei Söhne habe, denen sie eine legitime, geschützte Existenz verschaffen möchte. Ihre Kinder wüssten nicht, dass sie ihre Mutter sei, sie habe sie aber über die Jahre immer finanziell unterstützt. Filumenas Kampf erschöpft sich nicht im ausschließlichen Streben nach Si­cher­heit und Erbschaftsanspruch. Sie will endlich, als sie den Höhepunkt ihres Lebens schon überschritten hat, ihre zersplitterte Familie um sich sammeln, ihr Recht als Mutter und Gattin verwirklichen. Filumena konfrontiert Domenico auch mit der Aussage, dass er der Vater eines dieser drei Kinder sei.

Selbstverständlich glaubt ihr Domenico nicht, aber Filumena erinnert ihn an eine Nacht, als sie einzig und allein aus Liebe mit ihm schlief. Er verstand sie damals nicht und bezahlte sie wie gewohnt. Aber Filumena behielt den Geld­schein, auf den sie auch das Tagesdatum jener Liebesnacht schrieb. Jetzt gibt sie ihm den Schein zurück: "perchè i figli non si pagano (Weil man die Kinder nicht bezahlen muss)". Domenico versucht herauszufinden, welcher ihrer Söhne der Seine ist, was ihm aber nicht gelingt. Filumena wird es ihm nie sagen, denn sie möchte nicht, dass einer ihrer Söhne von Domenico bevor­zugt wird. Wenn also Domenico wirklich Vater sein will, muss er es für alle drei wer­den ....

Der energische Einsatz für ihre Kinder erhebt diese tapfere, selbstbewusste Frau, moralisch weit über ihren Partner Domenico, einen schwächlichen, eigensüchtigen Kleinbürger. Für einmal spielt nicht der Mann die Rolle des Helden und die Frau die des flehenden, waffenlosen, unterworfenen Opfers.
Dieses Theaterstück wurde mehrmals verfilmt. Die bekannteste Verfilmung ist die des Regisseurs Vittorio de Sica (1964), in dem Sophia Loren und Marcello Mastroianni die Hauptrollen spielten.
 
Eduardo de Filippo
Eduardo de Filippo (1900 – 1983), Darsteller und Regisseur in einer Person, hat zahlreiche nea­po­li­ta­nische Volksstücke geschrieben, die über Luigi Pirandello hinausweisend den Alltag der Kleinbürger zeigen und in ihren Figuren und Konflikten universelle Geltung beanspruchen. Sie sind in Deutschland so gut wie unbekannt: "Samstag, Sonntag, Montag" ist vor einigen Jahren in Düsseldorf inszeniert worden, von "Filumena Marturano" gibt’s we­nig­stens eine DDR-Verfilmung mit Gisela May.
Alessandro Manzoni

Hochzeit auf Italienisch
Matrimonio all`Italiana []
mit Sophia Loren,
und Marcello Mastroianni
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