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I promessi sposi
   
(in deutscher Übersetzung: Die Brautleute oder Die Verlobten) ist der Titel des bedeutendsten Werkes des italienischen Schriftstellers Alessandro Manzoni. Das Buch ist das erste Beispiel des modernen italienischen Romans.
Der Roman ist in Italien Pflichtlektüre an den weiterführenden Schulen, jeder Italiener kennt ihn, es existieren Berge an Sekundärliteratur.
Erzählt wird die Geschichte von Renzo und Lucía, zweier junger Leute aus einfachen Verhältnissen, die heiraten wollen. Ihre bereits geplante Trauung wird von einem Feudalherren verhindert, der aufgrund einer Wette die Braut für sich gewinnen will. Dem jungen Paar bleibt nur die Flucht.
Lucía sucht Schutz hinter Klostermauern, Renzo schlägt sich durch, über Mailand - wo er in die Wirren des "Brotaufstands" gerät - bis ins ferne Bergamo. Der Feudalherr nimmt die Verfolgung auf, um mit eisernem Willen Lucía gefügig zu machen. Renzo und Lucía müssen erst unzählige Hindernisse, Hungersnot, Pest, Entführung und Bekehrung überwinden, bis ihrem gemeinsamen Glück nichts mehr im Wege steht.
Renzo
Lucia
Die Frage, ob die beiden Verlobten sich "kriegen", gerät dabei sehr oft völlig aus dem Blickfeld - denn AlessandroDon Abbondio, Renz, Lucia Manzoni hat in seinem mehrbändigen Roman, der als ein Schlüsselroman der italienischen Kultur und Geschichte gilt, das Schicksal des jungen und un­schuldigen Paares eigentlich nur zum Aufhänger benutzt für ein umfassendes Porträt der Ver­hält­nisse im Herzogtum Mailand unter spanischer Fremdherrschaft. Manzonis Darstellung des ein­fa­chen Volkes besticht durch einen unprätentiösen Realismus.
"I promessi sposi" hat maß­geb­lich zur Entstehung einer ita­lie­nischen Literatursprache beige­tra­gen und gilt als Beginn der modernen italienischen Prosa.
Man merkt dem Roman an, dass er Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde: Episch und teilweise höchst ausführlich, was den Fortgang der Handlung oft verlangsamt. Andererseits erzeugen aber gerade die plastischen Ausschmückungen mitunter eine atemberaubende Spannung, so z.B. die Inszenierung der hinterlistig vorbereiteten und dann doch fehlgeschlagenen Trauungszeremonie. Manchmal wird allerdings die Geduld des Lesers durch Erbauliches, Belehrendes und gottergebenes Dozieren sehr auf die Probe gestellt.
Leseprobe
AUS DEM KAPITEL 1: Der See von Como erstreckt sich mit dem einen seiner Zweige gegen Süden zwischen zwei Ketten von ununterbrochenen Bergen und bildet an ihrem Fuße eine Menge von Buchten und Busen. Nachdem diese vielfach hervorgetreten und sich wiederum zurückgezogen, verengt er sich plötzlich und nimmt zwischen einem Vorgebirge zur Rechten und einem weiten Gestade zur Linken den Lauf und die Gestalt eines Flusses an. Die Brücke, welche beide Ufer daselbst verbindet, scheint dem Auge diese Umgestaltung des Gewässers noch merkbarer zu machen und die Stelle zu bezeichnen, wo der See endet und die Adda beginnt. Weiterhin aber entfernen sich die beiden Ufer aufs neue voneinander, der Wasserspiegel wird wieder geräumiger und verläuft sich in neue Buchten und Busen; der Fluß ist wieder zum See geworden. Das Gestade, durch die Anschlemmung dreier großer Wassermassen gebildet, senkt sich allmählich und lehnt sich an zwei zusammenhängende Berge, von welchen der eine San Martino, der andere wegen seiner vielen, reihenweis emporragenden Hügelchen, die ihm wirklich Ähnlichkeit mit einer Säge geben, in lombardischer Mundart der Resegone, die große Säge, genannt wird; wer ihn daher unter einem rechten Winkel, wie etwa von Mailands Basteien aus, die gerade im Norden desselben liegen, erblickt, unterscheidet ihn in jener langen und weiten Gebirgsflur angeblich an diesem einfachen Kennzeichen von allen übrigen Bergen, deren Name weniger bekannt, deren Gestalt weniger ausgezeichnet ist.
AUS DEM KAPITEL 13: Der unglückliche Amtsvogt der öffentlichen Speicher hatte eben ein unerbauliches Mahl gehalten und verdaute das altbackene Brot, welches er unlustig zu sich genommen; er erwartete in reger Spannung, welch ein Ende dieser Wettersturm nehmen würde, war aber weit entfernt, sich den Argwohn ankommen zu lassen, daß er mit so entsetzlicher Wut ihm auf das eigene Haupt niederstürzen könne. Der eine oder andere Hausfreund lief dem Schwarm spornstreichs voraus und meldete die Gefahr, die sich nah und näher wälzte. Die Diener, von dem Lärmen vor die Türe gelockt, schauten verzagt die Straße entlang nach der Gegend, aus welcher das Getümmel näher rückte. Während sie Nachrichten anhören, sehen sie den Vortrab schon erscheinen; in ängstlichster Eile wird die Kunde dem Hausherrn überbracht, und während dieser auf die Flucht, auf die Art der Flucht denkt, überläuft ihn schon ein zweiter und meldet ihm, es sei zum Fliehen zu spät. Kaum haben die Diener noch Zeit, die Türe zu schließen. Sie schieben die Balken vor, senken die Stützeisen ein und stürzen fort, um auch die Fenster wohl zu verwahren, wie wenn man ein schwarzes Ungewitter herbeiziehen sieht und von einem Augenblick zum andern den herabstürmenden Hagel erwartet. Das steigende Geheul, wie ein Donner durch die Lüfte brausend, schallt im leeren Hofe erschütternd wieder, jeder Schlupfwinkel im Hause dröhnt davon, und mitten im weitverbreiteten, vielstimmigen Lärm hört man die Steinwürfe gegen die Türe immer heftiger krachen, immer dichter aufeinander folgen.
" Der Speichervogt! Der Tyrann! Der Aushungerer! Den wollen wir, lebendig oder tot!"
Dieser arme Unglückliche lief derweilen in atemloser Beängstigung halbtot von Zimmer zu Zimmer irrend umher, faltete ungestüm die Hände, empfahl dem Himmel sein Heil und bat seine Diener, sich wacker zu halten und ein Mittel, wie er entwischen könne, ausfindig zu machen. Aber wie und auf welchem Wege? Keiner sah einen Ausweg; und in kalter Todesangst zog er sich in einen entlegenen Schlupfwinkel seines Hauses zurück.

 
Alessandro Manzoni
"Manzonis Roman überflügelt alles, was wir in dieser Art ken­nen"
(Goethe). Das geradezu über­schweng­li­che Lob bezieht sich auf den Roman "I promessi spo­si" ("Die Verlobten") des am 7. März 1785 geborenen Mai­län­ders. Dieser be­deu­tende Ro­man der italienischen Roman­tik mit seiner in der Lom­bar­dei spielenden Hand­lung hat viel zum Nationalbewußtsein des italienischen Volks bei­ge­tra­gen.
Alessandro Manzoni

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Die Brautleute
Die Brautleute
von Alessandro Manzoni

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