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Mike Bongiorno
In Italien ist er eine Legende. Er ist unverwüstlich. Nach über fünfzig Jahren ist Mike Bongiorno (geboren am 26. Mai 1924 in New York) immer noch der bekannteste Moderator des italienischen Fernsehens.
Als Amerikaner italienischen Ursprungs kam er in jungen Jahren nach Turin, wo er das Gymnasium absolvierte. Während des zweiten Weltkrieges unter­brach er das Studium, um sich der antifaschistischen Partisanenbewegung anzu­schließen. Er wurde gefangen genommen und verbrachte sieben Monate im Gefängnis von San Vittore in Mailand. Anschließend kam er in ein deutsches Konzentrationslager.
Im Rahmen eines Gefangenen­aus­tau­sches zwischen den USA und Deutsch­land wurde er noch vor Kriegsende freigelassen.
Nach dem Krieg kehrte er nach New York zurück und arbeitete von 1946 an für einen italo-amerikanischen Radiosender. 1953 kam er wieder nach Italien, um dem italienischen Fernsehens bei seinen ersten Schritten unter die Arme zu greifen. Seine erste Sendung war: "Arrivi e partenze" (Ankünfte und Abfahrten).
1955 startete Mike Bongiorno die ersten italienische Quiz-Sendung "Lascia o raddoppia" (Hör auf oder verdopple), deren großer Erfolg zum unaufhalt­samen Siegeszug des neuen Mediums führte.
Lascia o raddoppia
Mike Bongiorno mit Kandidaten in der Sendung Lascia o raddoppia
Es folgten weitere, sehr erfolgreiche Sendungen wie "Campanile sera" (1960) und "Rischiatutto" (Riskiere alles!) im Jahre 1970.
Angefangen mit dem Jahr 1963 leitete er elf Mal das berühmte Schlager­fe­stival von San Remo.

Im Jahr 1977 lernte er Silvio Berlusconi kennen. Der bekannte Medien­mana­ger verstand, dass die Zeit reif war, um in Italien private Fernsehsender einzufüh­ren. Um erfolgreich zu sein, engagierte er die bekanntesten TV-Persönlich­keiten des Augenblicks: Corrado Mantoni, Raimondo Vianello, Sandra Mon­daini und Mike Bongiorno. Mike kannte bereits die Gesetze des Marketings und das amerikanische Vorbild und war der Erste, der Sponsoren für seine Sendungen bei TeleMilano (der zukünftige Canale 5) gewann.

So begann ein neues Kapitel in der Karriere von Mike Bongiorno, und, unter manchen Aspekten, auch Italiens. Die Erfolge hießen "I sogni nel cassetto" (Träume im Schubfach, 1980), "Bis" (1981), "Superflash" (1982-1985), "Pentatlon" (1985-1986), "Parole d'oro" (Goldene Wörter, 1987), "TeleMike" (1987-1992) und "C'era una volta il Festival" (Es war einmal das Festival, 1989-1990). Für seine unbezahlbare Erfahrung wurde er 1990 Vizepräsident des berühmten Canale 5.
Am 1. April 2001 nahm der unverwüstliche Mike (immerhin bereits 77) an einer Expedition zum Nordpol teil, eines deren Ziele die Entnahme von Eisproben zur Erfoschung des Klimas vergangenen Epochen war.
Mike Bongiorno wird als der König des Fernsehen betrachtet, er ist der von italienischen Komikern am meisten auf die Schippe genommene Prominenter und manche möchten ihn zum Senator auf Lebenszeit machen.
Er ist bekannt dafür, sehr oft in die schlimmsten Fettnäpfchen getreten zu sein und sien beliebtester Spruch: "Allegria" (Freut euch!) ist zum Markenzeichen geworden.

Zum Anlass seines achtzigsten Geburtstags wurde ihm vom italienischen Präsident Carlo Azeglio Ciampi der Orden "Grande ufficiale dell'Ordine al merito della Repubblica" verliehen.

 

Lascia o raddoppia

Er begann in den 50er-Jah­ren, der Siegeszug des Fern­se­hens. Es war eine aus Ame­rika impor­tierte Sen­dung, die ihm dazu verhalf. Sie hieß Lascia o raddoppia ("Hör auf oder verdopple") und wurde vom italo­ameri­kaner Mike Bongiorno mo­deriert.

Man muss sich vor­stellen, dass alle Kinosäle die Film­vorfüh­rungen un­ter­bra­chen, um am eigens dafür ange­schaff­ten Fernseh­appa­rat (damals hetten die We­nigstens so ein Gerät zu Hause!) diese Sendung zu zeigen! Hunderte von Per­sonen gingen des­halb ins Kino, unter anderem um Mike Bongiorno zu sehen, der Star dieser ganz beson­deren Sendung.