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Ilona Staller
Ilona Staller, meistens unter dem Namen Cicciolina bekannt, wurde am 26. November 1951 in Budapest geboren. Ihr Vater war Beamter im ungarischen Innenministerium. Ihre Mutter war Hebamme. Ilona wollte Gynä­ko­login werden, begann deshalb ein Medizinstudium, das sie aber abbrach, als sie ihre Liebe zur Archäologie entdeckte. Ein paar Jahre später entschied sie sich allerdings für eine Model-Agentur, die 50 der besten ungarischen Models betreute.
1974 beschloss Ilona, ihr land zu verlassen, um nach Italien zu gehen, wo sie Karriere als Model machen wollte. Dieses Ziel löste sich jedoch in Luft auf, als sie Riccardo Schicchi kennen lernte, der ein sehr bekannter Produ­zent und Regisseur von Pornofilmenr war.
Mit ihm moderierte sie auch die Fernseh­sen­dung "Voulez-vous coucher avec moi", in der sie auch zu ihrem Künstlernamen "Cicciolina" kam.
Bald italienweit unter diesem Namen bekannt eroberte sie die Titelblätter der meisten Illustrierten. Die erste Nackt­re­por­tage in "L'Europeo" war eine Sen­sation. Alle befassten sich plötzlich mit ihr: die Presse, das Fern­sehen, zahl­reiche Prominente. Gleichzeitig begann auch ihre Karreiere im Filmgeschäft. Der Pornofilm "Telefono rosso" wurde ein Bombenerfolg. In kürzester Zeit wurde sie eine richtige Pornokönigin und arbeitete mit be­kannten "Künstlern" wie Moana Pozzi (1987) und Rocco Siffredi (1992) zusammen.
Cicciolina TV-Sendungen 1978-1979
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In Italien längst ein Star wurde sie durch ihre politische Betätigung auch im restlichen Europa berühmt: 1979 war sie Mitgründerin der ersten grünen Par­tei Italiens, der "Lista del Sole" und beteiligte sich an einer Unter­schrif­ten­ak­tion, um Volks­ent­schei­de bei der italienischen Regierung durchzusetzen. Sie protestierte gegen Atomenergie, für die Menschen­rech­te und gegen den Hunger und ihre Live-Shows wurden mehr und mehr von politischen Themen durchsetzt. Durch stän­dige Anzeigen und Ver­dächtigungen unternahmen ihre Gegner den sinnlosen Versuch "Cicciolina Cyclone" (Cicciolina, den Wirbel­sturm) zu stoppen.
Schließlich wechselte sie zum partito Radicale, einer radikalen italienischen Partei, der sie mehr als 10.000 neue Mitglieder einbrachte.
Ihre politischen Verpflichtungen hinderten sie nicht daran, sich ihrem Publi­kum zu widmen. Ihr Charme und ihre Natürlichkeit verzauberten ihre Fans.
Cicciolina live
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1987 wurde Cicciolina ins Parlament gewählt, wo sie fünf Jahre lang blieb. Die selbsternannte "Jeanne d’Arc im Krieg gegen die Prü­derie" for­derte die Men­schen auf, statt Atomwaffen lieber die Waffen des Eros' einzusetzen. Ihre Ideo­logie war grün, wenn auch im Rotlicht. Cicciolina wurde öfter im Parla­ment gesehen als etwa der damalige Ministerpräsident Bettino Craxi. Die onore­vole (Ehrenvolle, so werden in Italien alle Abge­ordneten genannt) setzte sich für die Aufhe­bung des Bordellenverbots ein oder empfahl den Einsatz von Liebeszimmern in den italienischen Gefäng­nissen. Ihre Pornoshow "Perver­sion" brach sie auch während ihres Politikerdaseins nicht ab, zumal ihr das Gesetz wegen ihrer parlamentarischen Immunität nichts anhaben konnte. Ihren letzten Pornofilm drehte Cicciolina 1989.
Interview mit Cicciolina
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In den 1990er Jahren machte Cicciolina noch einmal Schlagzeilen, als sie den amerikanischen Künstler Jeff Koons heiratete. Koons thematisierte die Erotik in seinen Werken und erschaffte unter dem Titel Made In Heaven Skulpturen und Bilder, die ihn und Ilona beim Geschlechtsverkehr zeigten. Die Ehe mit Koons währte allerdings nicht lange. 1992 brach sie auseinander. Cicciolina verließ zusammen mit ihrem kurz nach der Trennung geborenen gemein­sa­men Sohn Ludwig die USA. Ihr Sohn blieb bei der Mutter in Italien, obwohl Koons nach einer langen gerichtlichen Auseinandersetzung 1998 das Sor­ge­recht zugesprochen worden war.
Im Januar 2002 suchte Cicciolina nach Möglichkeiten, in ihrem Heimatland Ungarn, wo ihr der familiäre Kosename "Husika" (Deutsch für "Fleischchen" oder "Mäuschen") gegeben wurde, für den Budapester Stadtteil Kobánya ins Parlament einzuziehen. Was ihr allerdings nicht gelang.
Ilona Staller ist immer noch politisch aktiv. Nach wie vor streitet sie gegen die Atomenergie und für die sexuelle Freiheit, einschließlich des Rechts auf Sex für Gefäng­nis-Insassen. Sie kämpft gegen jede Form von Gewalt, gegen die To­desstrafe und gegen Tier­ver­suche. Sie tritt für die Entkriminalisierung von Drogen ein, für das Verbot jedweder Form von Zensur, für Sexunterricht in den Schulen und für eine objektive Aufklärung über AIDS. Unter anderem schlug Staller eine Erhöhung der Kfz-Steuer vor, zur Finanzierung von Um­welt­ptrojekten.
Kurz vor den Parlamentswahlen April 2006 berichtete sie in einer Autobio­gra­fie, an der sie seit einiger Zeit arbeitete, über einen viertägigen Urlaub, den sie 1974 (als sie gerade in Italien angekommen war) mit Berlusconi und einigen Freunden auf einer griechischen Insel verbracht hatte.
Cicciolina: Eine Bilderreihe von "Der Spiegel"
 
War Cicciolina eine Spionin?
 
 
Nur in Italien möglich: Von der Pornoszene in die Po­litik:
Cicciolina hatte 1978 für Furore ge­sorgt, als sie in der ita­lie­nischen Fern­seh­show C'era due volte" ihre Brüste entblößte, was im katho­li­schen Italien bis zu diesem Zeit­punkt undenkbar gewesen war. Später ging sie in die Politik und - sie wurde 1987 über ein Di­rekt­mandat in Rom ins ita­lie­nische Parlament gewählt!

Cicciolina
Cicciolina amore mio
Ilona Staller
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