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Marco Ferreri
Marco Ferreri (geb. in Mailand am 11. Mai 1928, gest. am 9. Mai 1997 in Pa­ris) war ein italienischer Filmregisseur. Dem deutschen Publikum bekannt wurde Ferreri 1973 vor allem durch die Satire Das große Fressen. Mit vielen seiner Filme wie z.B. mit "La carne", in dem ein Mann seine Geliebte ver­speist, provozierte Ferreri bewusst sein Publikum. Er war immer für einen Skandal gut.
Die Bienenkönigin (1963)
Mit der boshaften Satire L'Ape regina (Die Bienenkönigin), dem ersten Film, den er in Italien drehte, denn bis dahin hatte er immer in Spanien gearbeitet, sorgte Ferreri schlagartig für Aufsehen und zog den Zorn des katholischen Establishment auf sich. Die von der Zensur durchgesetzten Schnitte beein­träch­tigten stark die Aussagen des Films.
Der Film ist eine rabenschwarze Satire auf das bürgerliche italienische Fa­mi­lien­leben à la "Scheidung auf italienisch".
Der Autohändler Alfonso (Ugo Tognazzi) ist Anfang 40 und überzeugter Jung­geselle. Sein ausschweifendes Liebesleben missfällt seinem alten Schulfreund und Dominikanerpater Mariano. Auf dessen Anraten und Vermittlung heiratet Alfonso in eine streng katholische Familie ein, in der die Frauen das Sagen haben. Nachdem vorehelicher Geschlechtsverkehr für die streng erzogene Regina tabu war, nimmt sie es nach der Hochzeit mit ihrer Rolle als Frau und Mutter um so ernster. Und da es nicht sofort klappt mit dem Nachwuchs, muss das Liebesleben eben intensiviert werden...
In den Hauptrollen überzeugen Ugo Tognazzi und Marina Vlady, die für die Rolle der streng erzogenen Ehefrau Regina 1963 den Darstellerpreis in Cannes erhielt. In einer Nebenrolle als Pater Mariano ist Walter Giller zu sehen.
Dillinger ist tot (1969)
Am Ende eines Arbeitstages geht der Industriedesigner Glauco nach Hause zu seiner kran­ken Frau. Während er das Abendessen vorbereitet, findet er ei­nen alten Revolver und reinigt ihn. Er speist, schläft mit dem Dienstmädchen, erschießt seine Frau und verläßt mit Koffern das Haus. Mit einer Segeljacht reist er nach Tahiti. "Dillinger ist tot" war einer der wichtigsten Filme von Marco Ferreri.
Das große Fressen (1973)
Die Freunde Marcello (Marcello Mastroianni), Michel (Michel Piccoli), Philippe (Philippe Noiret) und Ugo (Ugo Tognazzi) sind des Lebens überdrüssig. Sie beschließen, sich in eine Villa einzuschließen und sich zu Tode zu fressen. Drei Callgirls und die üppige Lehrerin Andrea (Andrea Ferreol) leisten ihnen Gesellschaft. Eine hemmungslose Orgie aus Sex- und Fresslust beginnt …
Der provokante und umstrittene Film sorgte in den Siebzigern für einen Skan­dal und volle Kinokassen. Er wurde in Cannes mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet und für die Goldene Palme nominiert.
Ferreri Filme waren meistens groteske und bösartige Filme, die oft mit lust­voller Konsequenz Tabus zerstörten und gesellschaftliche Normen satirisch auf die Spitze trieben.
Berühre nicht die weiße Frau (1974)

Der surrealistische Film mit Starbesetzung (Marcello Mastroianni, Catherine Deneuve, Michel Piccoli) ist eine köstliche intellektuelle Farce, die zugleich alberne Unterhaltung und scharfsinnige politische Kritik bietet. Dass er in den USA nie erschienen ist, verwundert kaum. Denn in diesem Film beschäftigt sich Ferreri mit der Niederlage von General Custer in der Schlacht am Little Bighorn im Jahr 1876.
General Custer kämpft gegen eine Übermacht von Indianern. Er soll ihren Widerstand brechen. Da verliebt er sich in die hübsche Marie-Helene, die ihn fortan begleitet.
Seine als Soldaten und Indianer verkleideten Schauspieler in diesen iro­ni­schen Angriff auf die Geschichte der Vereinigten Staaten lässt Ferreri in einer Pariser Baugrube nachspielen, während um sie herum das alltägliche Leben der französischen Großstadt weiterläuft. Immer wieder vermischt der Re­gis­seur die Handlung mit Verweisen auf Richard Nixon (dessen Bild häufig ir­gend­wo im Hintergrund auftaucht) und den Vietnam-Krieg . Marcello Mastro­ianni als Custer und Michel Piccoli als Buffalo Bill dürfen sich herrlich exzen­trisch austoben, wobei auch Ugo Tognazzi als ständig erniedrigter Indianer von Custer zu großer Form aufläuft

Aus der Filmografie
1963: Die Bienenkönigin (Una storia moderna: l’ape regina)
1968: Dillinger ist tot (Dillinger è morto)
1971: Die Audienz (L’udienza)
1973: Berühre nicht die weiße Frau (Touchez pas la femme blanche)
1973: Das große Fressen (La grande abbuffata)
1975: Die letzte Frau
1978: Affentraum (Ciao maschio)
1982: Die Geschichte der Piera (Storia di Piera)
1984: Die Zukunft heißt Frau (Le futur est femme)
1990: Haus der Freuden (La casa del sorriso)
1991: Carne - Fleisch (La carne)
 

Marco Ferreri

Marco Ferreri
Berühre nicht die weiße Frau
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Das große Fressen
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L'ape regina
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