Italienische Sprache

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nonnulla
Unbedeutende Kleinigkeit, Nichtigkeit
Etymologie: aus dem lateinischeno „nonnulla“ (einige, manche), Neutrum Plural plurale von „nonnullus“ (mancher), bestehend aus „non“ (nicht) und „nullus“ (kein). Eine kleine Ambiguität lässt spontan eine Frage aufkommen: Auf Italienisch bedeutet „non“ „nicht“ und „nulla“ „nichts“. Sollten dann nicht zwei Ver­neinungen (nicht - nichts) einer Bejahung entsprechen? In der Tat ist es so. Ein „nonnulla“ ist doch etwas, wenn auch sehr klein.
Arrabbiarsi per un nonnulla“ (sich wegen einer Nichtigkeit aufregen), „per un nonnulla“ (aus nichtigem Anlass, wegen einer Lappalie).

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pacchiano
geschmacklos, grob, ordinär, protzig, knallig, provinziell
Etymologie: Das Wort ist typisch für Dialekte des italienischen Südens. Die Etymologie ist unsicher: Vielleicht stammt es vom griechischen „pachys" (dick, breit).
Es ist ein sehr aufschlussreiches Wort, das von dem spricht, was man nicht kaufen kann: Ge­schmack.
Im Süden hat das Wort (Adjektiv und Substantiv) noch seine ursprüngliche Bedeutung von Bauernlümmel be­wahrt, meistens bezogen auf eine weibliche Person: eine Bäuerin in traditioneller, bunter und auffälliger Kleidung. Aber es wurde um einen me­ta­pho­rischen Sinn erweitert, nämlich den des Groben, des Vulgären und Auffälligen, das stilvoll sein möchte. Der Ge­schmacklose neigt nämlich dazu, Eleganz als Prahlerei und Zurschaustellung von Reichtum zu missverstehen. Pacchiana" ist beispielsweise die Frau, die im Pelz­mantel und mit Schmuck überladen ins Theater geht, oder ein protzig eingerichtetes Zimmer.
Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit errore" (Fehler) verwendet. Ein errore pacchiano" ist aber nicht ein ordinärer, geschmackloser Fehler, sondern ein auffälliger, grober Fehler. Beispielsweise: „È un errore pacchiano che rivela la sua profonda ignoranza della materia.“ (Es ist ein grober Fehler, der seine tiefe Unkenntnis der Materie verdeutlicht.)

pandemonio
Großes Durcheinander, Höllenspektakel
Etymologie: Neologismus des englischen Schriftstellers John Milton für die Hauptstadt der Hölle im epischen Gedicht „Paradise Lost“ (1667). Zu­sam­men­gesetzt aus den griechischen Wörtern „pan“ (alles) und „daimonion“ (Teufel).
Meistens zusammen mit dem Verb „scatenare“ (auslösen, entfesseln) ver­wen­det. „La fuga del gorilla dallo zoo ha scatenato un pandemonio. (Der Aus­bruch des Gorillas aus dem Zoo hat ein riesiges Durcheinander ver­ur­sacht.)

precipitevolissimevolmente
Schnellstens, Hals über Kopf
Etymologie: Gesteigerte Form des Ad­verbs „pre­ci­pi­te­vol­men­te“, von „pre­cipitare“ (stürzen, über­stür­zen, über­ei­len). Es wird meist scherzhaft ver­wen­det. Dieses herrliche Wort gilt als eines der läng­sten der italieni­schen Spra­che. Es handelt sich um eine sprachliche Schöpfung des umbrischen as­tro­no­men, Dichters und Mönchs Francesco Moneti aus dem Jahr 1677.
Auch wenn es längere (wenn auch kaum ver­wen­dete) Wörter in der italienischen Sprache gibt, glänzt precipitevolissimevolmente durch seine Musikalität. „Quando ci sorprese il nubi­fra­gio do­vemmo fuggire precipitevolis­si­me­vol­men­te. (Als uns der Wolkenbruch überraschte, mussten wir Hals über Kopf fliehen.)
E da tal forza spinto assai s’inalza
Verso del cielo, ed il fermarsi è vano,
Finché alla terra alfin torna repente
Precipitevolissimevolmente.
Von dieser Kraft getrieben, steigt er auf
In Richtung Himmel, zu halten ist unmöglich,
Bis er dann plötzlich zur Erde wiederkehrt
Auf allerschnellstem Wege.

raccapezzarsi
Sich zurechtfinden, sich auskennen
Etymologie: vom lateinischen „caput“ (Kopf).
„Non mi ci raccapezzo più.“ (Daraus werde ich nicht mehr schlau.)

ragazzo
Junge, Bursche, Bub, Freund (Beziehung)
Selbstverständlich kennt jeder, der auch nur in Ansätzen Italienisch versteht, dieses Wort. Aber wussten Sie Folgendes?
Etymologie: Laut einer Theorie stammt „ragazzo“ vom arabischen „raqqas“ (Bote, Briefträger), von dem das vulgärlateinische „ragatius“ stammen soll.
Laut einer weiteren Theorie soll „ragatius“ auf das altgriechische „rhákos“ (zerlumptes Kleid) zurückzuführen sein. Es bedeutete also ursprünglich „zerlumpte Person“.
Last but non least: Es soll vom kabylischen „argaz“ (Mann), bzw. vom ara­bischen „rağul“ (Mann) stammen.
Von „ragazzo“ leitet sich „ragazza“ ab (Mädchen, junge Frau). Mit „ragazzo“ ist zwar ein junger Mann gemeint, aber man kann auch als älterer Jahrgang noch als „ragazzo“ bezeichnet werden. „È un caro ragazzo.“ (Er ist ein lieber Kerl.)
Es ist wichtig zu erwähnen, dass „ragazzo“ und „ragazza“ in der italienischen Umgangssprache auch die Bedeutung „Freund“ (bzw. „Freundin“) im Sinne ei­ner Liebesbeziehung haben. „Meine Freundin“ wird also übersetzt mit „la mia ragazza“. Entsprechend: „il mio ragazzo“. („La mia amica“ bzw. il mio amico“ stehen hingegen ausschließlich für eine reine Freund­schaftsbeziehung. Üblich ist auch (bei Liebesbeziehungen) von „la mia compagna“ und „il mio com­pa­gno“ zu sprechen.
Ragazzi“ im Plural bedeutet ei­ner­seits "Ju­gend­liche", als Gegen­stück zu "bambini“ (Kinder), an­drer­seits steht es auch für Freunde, Leute, Kumpel. „Ciao ragazzi“ bedeutet demnach etwa „Hallo Leute/Freun­de“. Berühmt ist die „canzone“ „Ciao ragazzi ciao“ von Adri­ano Celentano. Zum Text [].

salamelecco
Das übertriebene Kompliment, der Bückling, die exzessive Förmlichkeit
Etymologie: aus dem arabischen „salam alaikum“ (der Friede sei mit Dir).
Ein „salamelecco“ ist die übertrieben höfliche Be­grüßung, die Schmeichelei, mit der man etwas erreichen will. Üblicherweise sagt man „fare i salamelecchi a qualcuno“, wenn man jemanden allzu ehrerbietig und übermäßig freundlich begrüßt / behandelt.

sbirro
Bulle (Polizei), Kieberer(dito/)
Etymologie: aus dem spätlateinischen „birrus“ rot; das "s" hat verstärkenden Charakter.
Dieses Wort wird häufig verwendet, um Polizisten in einem abfälligen Ton zu benennen. Der Bezug auf Rot verrät uns lediglich die Farbe der Jacke, die einige Wächter des Mittelalters und der Renaissance als Uniform getragen haben. Aber man kann den Grund für diese abfällige Bedeutung erraten: Diese „Bullen“ der Vergangenheit waren oft nur der bewaffnete Arm des diensthabenden Herrn, der sie dazu benutzte, den unbewaffneten Menschen seine Macht aufzuzwingen.

scalogna
Missgeschick, Pech, Unglück, unheilvolle Fügung
Etymologie: ungewiss. Vielleicht aus dem lateinischen „calumnia“ (Ver­leum­dung). Neben dieser Bedeutung von falscher Anschuldigung bedeutet „calum­nia“ auch „Hintergehen“, „Betrug“, „Intrige“.
Eine weitere Hypothese leitet das Wort von „scalogno“ (Schalotte) ab. Laut ei­nem alten Aber­glau­ben führte das Anfassen einer Zwiebel zu Pech im Spiel.
Mit „scalogna“ wird immer ein zufälliges, plötzlich auf­tre­ten­des Un­glück ge­meint. Es han­delt sich um „scalogna“, wenn ein plötz­li­cher Stau ei­nen da­ran hin­dert, recht­zei­tig ins Thea­ter zu kom­men; oder wenn man sich bückt und da­bei die Haus­schlüs­sel in ei­nem Gul­ly landen.

scaricabarile
Gegenseitige Schuldzuweisung
Etymologie: von „scaricare“ (abladen) und „barile“ (Fass)
Scaricabarile“ ist ursprünglich der Name eines Kinderspiels, bei dem sich zwei Kinder Rücken ge­gen Rücken stellen, die Arme ineinander ver­schrän­ken und sich abwechselnd hoch­he­ben. Daraus hat sich die heutige Bedeutung entwickelt. So bedeutet fare a scaricabarile/scaricabarili immer, die Ver­ant­wor­tung „ab­la­den“ und sie einem Anderen aufbürden. Dabei wird die Gegenseitigkeit be­tont. Wenn also zwei Personen einander die Schuld für etwas zuschieben.

scialbo
Fahl, blass, nichtssagend, geistlos
Etymologie: vom lateinischen „exalbare“ (bleich werden). Letzteres von „albus“ (weiß, blass).
„La monotonia e la banalità della vita quotidiana lo avevano reso scialbo e vuoto.“ (Die Eintönigkeit und die Banalität des Lebens hatten ihn geistlos und innerlich leer gemacht.)

scimmiottare
Nachäffen, jemanden in übertriebener Weise nachahmen
Etymologie: von „scimmiotto“ (kleiner Affe)
Ha scimmiottato la voce di Jack Sparrow.“ (Er hat die Stimme von J. S. nachgeäfft.)

scoglio
Fels, Felsen, Klippe, Riff, Hindernis (bildhaft)
Es gibt in der italienischen Sprache zahlreiche Dialektismen, Wörter, die aus einem Dialekt stammen und in die Standardsprache übernommen wur­den.
Etymologie: vom ligurischen „scogiu“, welches vom lateinischen „scopulus“ kommt. Dies wiederum aus dem griechischen „skópelos“ (Fels).
Achtung: Scoglio“ bedeutet zwar „Fels“, aber es handelt sich ausschließlich um einen aus dem Wasser ragenden Fels. Eine „scogliera“ ist hingegen ein „Felsenriff“ (eine Reihe zusammenhängender Klippen im Meer).
Mit „di scoglio“ sind meistens Meerestiere be­zeich­net, deren Habitat die fel­sigen Meeres­grün­de sind. Bei­spielsweise „Polpo di scoglio“. Oder „triglie di scoglio“ (Streifenbarbe), im Gegensatz zu den „triglie di fango“ (Rotbarbe).
Ein geschichtsträchtiger „scoglio“ ist der berühmte „Scoglio di Quarto“, ein Felsen in Quarto (Genua), von wo aus in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1860 sich Giuseppe Garibaldi und seine „Tausend“ ein­schiff­ten, um Sizi­lien und Süditalien zu „befreien“.

scombussolare
Durcheinander bringen, verwirren, kaputt machen
Etymologie: Hier gibt es zwei Interpretationen. „Bussola“ bedeutet auf Ita­lienisch „Kompass“. Somit könnte der Begriff „die Orientierung ver­lie­ren“ be­deuten. Laut einer anderen Meinung käme das Wort von „bussolo“ („Kno­bel­becher“). Es leuchtet ein, dass die Würfel „durcheinander“ geraten.
Il suo ritorno inaspettato mi ha scombussolato tutti i piani.“ (Seine unerwartete Rückkehr hat alle meine Pläne durcheinandergebracht.)

sgobbare
Schuften
Etymologie: von „gobba“ (Buckel). Vor schwerer Arbeit einen Buckel be­kom­men.
Hai un' idea di quanto io abbia sgobbato per arrivare dove sono ora?“ („Hast du eine Ahnung, wie hart ich gearbeitet habe, um dahin zu kommen, wo ich heute bin?“)

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sera, serata
Abend
Etymologie: aus dem spätlateinishen „dies sēra“, (später Tag).
Siehe dazu giorno/giornata.

silurare
Torpedieren, absägen, kaltstellen
Etymologie: von „siluro“ (Torpedo).
Rossi è stato silurato perchè non condivideva le opinioni del ca­po­reparto.“ (Rossi wurde ab­ge­sägt, weil er dem Abteilungsleiter widersprochen hat.)
„Silurare un progetto“ („ein Projekt torpedieren“)

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sorbire
Schlürfen, nippen, über sich ergehen lassen
Etymologie: aus dem mittellateinischen „sorbere“ (etwas Flüssiges zu sich nehmen). Der Begriff kam wiederum aus dem arabischen „šarāb“ (Trank), von dem auch die Begriffe „Sorbet“ und „Sirup“ stammen.
Sorbire“ bedeutet „in kleinen Schlucken trinken, langsam, langsam“. Man hält beim Trinken an, fängt wieder an: bedächtig, gemessen, gelassen.
Die metaphorische Bedeutung des Wortes setzt auf die Gelassenheit, mit der man etwas über sich ergehen lässt.
Ogni volta che vado a trovare Gianni devo anche sorbirmi le ciance di suo fratello.“ (Jedes Mal wenn ich Gianni besuche, muss ich auch das Geschwätz seines Bruders über mich ergehen lassen.)

sosia
Doppelgänger / Doppelgängerin
Etymologie: von „Sosia“, einer Figur aus der Tragikomödie Amphitruo des römischen Dichters Plautus. Das Stück behandelt den Mythos vom Beischlaf des Jupiter in Gestalt von Amphitruo mit Amphitruos Frau Alcumena. Jupiter wird unterstützt von seinem Sohn Mercur, der ebenfalls in die Gestalt eines anderen schlüpft, nämlich in die von Sosia, Amphitruos Diener.

spauracchio
Angstmacher, Schreckgespenst, Kinderschreck, Vogelscheuche
Etymologie: von „paura“ (Angst). Der Suffix „acchio“ hat eine ironische Kon­notation.
Colesterolo: spauracchio della società occidentale!“ („Cholesterin: Angst­macher der westlchen Gesellschaft!“)
Lo spauracchio della multa riduce il numero dei portoghesi.“ (Die Angst vor dem Strafzettel drückt die Zahl der Schwarzfahrer.)
Dazu muss man die Redewendung „Fare il porto­ghese“ (wörtlich: „Den Portugiesen machen“) kennen. Sie steht für „sich ohne Eintrittskarte / Fahrkarte einschmuggeln“ [].

la spesa
Die Kosten, die Geldausgabe, der Einkauf, das Eingekaufte
Etymologie: aus dem spätlateinischen „expensa“ (Aufwand, Kosten)
Eine Besonderheit bildet der Satz „fare la spesa“. Damit ist ausschließlich „Le­bensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs einkaufen“ gemeint. „La spesa“ ist in diesem Fall auch „das Eingekaufte“. „La lista della spesa“ steht für „der Einkaufszettel“. Zum Einkaufen von Klei­dung, Schuhen etc. sagt man „fare spese“, „fare (le) compere“ oder „fare shopping“.

stamberga
Elende Wohnung, Spelunke
Etymologie: nicht sicher. Vielleicht aus dem langobardischen „stainberga“ (Haus aus Stein).
Abitava proprio in una stamberga, misera, spoglia e sbilenca.“ (Er wohnte tatsächlich in einer Spelunke, armselig, schmucklos und schief.)

strampalato
Sonderbar, wunderlich, unberechenbar, verquer
Etymologie: unbekannt. Vielleicht con „strano“ (merkwürdig) und „trampoli“ (Stelzen).
Una famiglia aristocratica, uno sguattero sfortunato e un investigatore stram­pa­lato sono i protagonisti di quel film.“ (Eine aristokratische Familie, ein glück­loser Küchenjunge und ein wunderlicher Detektiv sind die Hauptfiguren in diesem Film.)

tafferuglio
Handgemenge, Rauferei, lautes Gerangel
Etymologie: aus dem arabischen und per­si­schen „tafarrug“ (Unterhaltung, unterhaltsames Schauspiel).
Dieses Wort kam zunächst mit der Bedeutung „Trubel, Lustigkeit, lärmendes Feiern“ in die ita­lie­nische Sprache. Erst im Laufe der Zeit bekam es die Be­deu­tung von „chaotischem Durcheinander“, „Rauferei“. Aber nach wie vor ist die Komponente „Gewalt“ nicht ausschlaggebend. Ein „tafferuglio“, selbst wenn es nicht mehr lustig ist, ist dennoch nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist eine laute Auseinandersetzung, die auch wieder schnell vorbei ist.
Quando fu pronunciata la sentenza scoppiò un tafferuglio in aula.“ (Als das Urteil verkündet wurde, brach ein lautes Gerangel im Saal aus.)

tergiversare
Auf Zeit spielen, zögern, ausweichen, abwarten
Etymologie: vom lateinischen “ tergiversari“, bestehend aus „tergum“ (Rücken) und „versare“ (hinwenden).
L'indeciso tergiversa rinviando un acquisto a tempi migliori.“ (Der Unentschlossene verschiebt einen Einkauf auf einen günstigeren Augenblick)

tintarella
Sonnenbräune
Etymologie: Diminutiv, bzw. Vernied­li­chungs­form von „tinta“ (Farbe, Farb­ton, Anstrich), aus dem lateinischen „tincta“ (gefärbt).
Prendere la tintarella“ = „sich in der Sonne bräunen“.
Tintarella“ ist ein Wort aus dem romanesco (der römischen Mundart), das in die italienische Um­gangs­sprache eingegangen ist. In der Hochsprache sagt man „abbron­za­tu­ra“.
Tintarella di luna“ ist ein Schlager aus den 1960er Jahren. Die Sän­ge­rin Mina, die „Tigerin von Cre­mo­na“ („tigre di Cre­mo­na“), machte aus dem Song einen großen Erfolg. Im Ge­gen­satz zur „tintarella di sole“ (Son­nen­bräu­ne) wird von einer „Mond­blässe“ gesungen.
Klassiker haben bekanntlich ein langes Leben. Fast 60 Jahre nach der Ers­ter­schei­nung interpretiert der er­folg­reiche italienische Newcomer in Deutschland, Armando Quattrone, diesen italienischen Klassiker neu.
Tintarella di luna, Mond-Tintarella,
tintarella color latte, milchfarbene Tintarella
tutta notte sopra il tetto, die ganze Nacht auf dem Dach,
sopra al tetto come i gatti, auf dem Dach wie die Katzen,
e se c'è la luna piena und wenn es Vollmond gibt,
tu diventi candida. wirst du strahlend weiß.

troglodita
Höhlenbewohner, metaphorisch für: grober Mensch, Primitivling, oder auch Person, die noch nicht in der Moderne angekommen ist.
Etymologie: vom griechischen „troglodýtes“ (Höhlenbewohner), bestehend aus „trógle“ (Höhle) un „dýein“ (hinuntergehen).
Der Begriff wird tatsächlich (meist scherzhaft) benutzt. „Sei proprio un trog­lodita, non hai neppure un telefonino.“ (Du bist wirklich rückständig: Du hast nicht einmal ein Handy.)

trovatello
Findelkind, zugelaufenes Tier
Etymologie: Diminutiv von „trovato“ (gefunden / „trovare“ = „finden“).
Heutzutage werden oft ausgesetzte (und zu­gelaufene) Tiere als „trovatello“ be­zeich­net. Versuchen Sie, bei Google nach dem Be­griff „trovatello“ zu su­chen. Da finden sich Hun­derte von Bildern von niedlichen Kätz­chen und Hun­de­welpen.
Der Hauptbegriff, bzw. der historische Be­griff „trovatello“ steht aber für ein auf­gefundenes Kind im Säuglingsalter, das von den Eltern (meistens der Mut­ter) ausgesetzt wurde. Heute gelten auch jene Kinder als „tro­va­tel­lo“, die von ihren Eltern in einer Anstalt ab­gegeben wur­den.
Das Phänomen hatte im Italien der Mitte des neun­zehnten Jahrhunderts gro­ße Bedeutung. Zwischen 1845 und 1864 wurden in der Pia Casa degli Esposti und Partorienti in Santa Caterina alla Ruota („ruota“ steht hier für Baby­klap­pe) in Mailand 85.267 Kinder ausgesetzt, was einem Durchschnitt von 4263 Fin­del­kin­dern pro Jahr entspricht, etwa 30 % der Kinder, die in der Stadt ge­bo­ren wurden. Die Arbeiterfamilien konnten sich in jener Zeit aus wirtschaft­li­chen Gründen nicht mehr als 4-5 Kinder leisten.
Den ausgesetzten Kindern wurden konventionelle Familiennamen vergeben, mit Unterschieden von Stadt zu Stadt. In Neapel war ein typischer Nachname „Esposito“(ausgesetzt), in FlorenzInnocenti“ (Unschuldige). In Rom war es während des Papsttums üblich, die Findelkinder „Projetti“ (ausgestoßene) zu nennen. Daraus wurde „Proietti“, einer der häufigsten römischen Nachnamen. In Genua bekamen viele den Nachnamen „Dellacasa“ (vom Haus). Weitere typische Namen sind „Venturini“ (die kleinen Gekommenen) „Paternò“ (Vater nein), „Buttò“ (von „buttare“ = wegwerfen) „Trovò“ (von „trovare“ = finden), „Donati (die Geschenkten), „Manca“ (von „mancare“ = fehlen) und „Vanzetti“ (von „avanzare“ = übrig bleiben).
Es wurden auch Nachnamen vergeben, die einen Bezug zu geistlichen Be­grif­fen, geistlichen Ein­rich­tungen, Pfarreien, Klöstern etc. hatten: „Battisti“ (die Täufer), „Fede“ (Glaube), „Casadio“ (Haus Gottes), „D'Annunzio“ („annun­ciare“ = ankündigen), „Benedetti“ (die Gesegneten), „Cardinale“ (Kar­dinal), „Del Monaco“ („monaco“ = Mönch) usw.
In Italien kennt jeder den Patrioten Cesare Battisti , den Dichter Gabriele D'Annunzio , den Journalisten Emilio Fede, die Schauspielerin Claudia Car­di­na­le , den Tenor Mario del Monaco oder den Schauspieler Gigi Projetti. Sie alle hatten demnach ein Findelkind als Urahn.

truffaldino
Betrüger, betrügerisch
Etymologie: von „truffa“ (Betrug, List, Täuschung). Die Etymologie dieses Wortes ist ziemlich interessant: Es verbindet sich mit dem alten fran­zö­sischen Wort „trufle (später „truffe“), das vom pro­ven­za­li­schen „tru­fa“ stammt, wel­ches die dop­pel­te Be­deu­tung von Trüffel, kleiner Knolle und, im weitesten Sinne, von unbedeutender Sa­che, Scherz hat. Später bekam der Begriff immer negativere Bedeutung, bis er zum Synonym für Betrug und Schwindel wurde.
Einige Linguisten sehen allerdings einen Zu­sam­men­hang mit dem deutschen Verb „treffen“, in der Bedeutung „im Gefecht schlagen“, „an­greifen“.
È sconfortante constatare che alcune banche hanno realizzato un sistema truffaldino in danno dei risparmiatori.“ (Es ist bedauerlich, dass einige Banken ein betrügerisches System zum Nachteil der Sparer entwickelt haben.)
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass „Truffaldino“ die Haupt­fi­gur des bekanntesten Bühnenstücks des ita­lienischen Dramatikers Carlo Goldoni ist, „Der Diener zweier Her­ren“. Es wurde 1746 in Mailand uraufgeführt und gilt als Höhepunkt der Commedia dell’Arte.

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Truffaldino ist der arme Diener, der von Hunger und Gier geplagt wird, und ums Überleben kämpft. Aus Verzweiflung, gewiss, aber doch mit Würde und Esprit. Eine schlecht bezahlte Arbeit reicht ihm nicht aus, um satt zu werden. Als sich ihm die Ge­le­genheit bietet, sich auch noch bei einem zweiten Herrn zu verdingen, tut er es. Truffaldino ist gleich­zeitig ein dum­mer und ein schlau­er Die­ner: dumm, wenn er ohne nachzudenken handelt, schlau, wenn er bös­willig handelt, wie wenn er beispielsweise zwei Herren dient. Truffaldino hier, Truffaldino da. Jeder beansprucht seine Dienste, alle lassen sich von ihm be­dienen, aber auch an der Nase herumführen.
Truffaldino ist übrigens einer der vielen Namen des Arlecchino, eine der stereotypischen Masken (Figuren) der Commedia dell'Arte.

voltagabbana
Wendehals, der politische Opportunist, der Umfaller
Etymologie:Vol­ta­gab­ba­na ist das ita­lie­ni­sche Wort für Wen­de­hals, und es kommt aus der alten Sol­da­ten­spra­che: „vol­ta­re gab­ba­na“ heißt wört­lich „den Waf­fen­rock um­drehen“. Das taten nämlich die Deserteure, damit man sie auf der Flucht nicht erkannte. Im über­tra­ge­nen Sinn be­deu­tet es „das Mäntelchen nach dem Winde hän­gen. Heute ist mit der Be­zeich­nung vol­ta­gab­bana meistens jemand gemeint, der seine Partei oder Fraktion verlässt und anderswo anheuert. Ein Opportunist, also!
Dieses Phänomen ist im politischen Leben Italiens sehr verbreitet. In der ver­gan­ge­nen Legis­la­tur­periode beispielsweise hat es im italie­ni­schen Par­la­ment 540 Partei- oder Fraktionswechsel gegeben, im Durchschnitt also jeden dritten Tag. Da manche Politiker mehrmals wech­sel­ten, liegt die Zahl der „volta­gabbana“ bei 344!
 
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