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| Die
Schlacht bei Marengo |
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Die Schlacht bei Marengo fand am 14. Juni 1800 bei Marengo,
einem Dorf in der italienischen Provinz Alessandria, statt
und brachte Napoleon im Zweiten Koalitionskrieg den
entscheidenden Sieg über die Österreicher.
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| Die zweite Koalition |
Die zweite Koalition
(1798-1801) aus Russland, Großbritannien, Österreich,
dem Osmanischen Reich, Portugal, Neapel und dem Kirchenstaat
gegen Frankreich scheiterte ebenso wie die erste.
Napoleon Bonaparte marschierte im Sommer 1798 in Ägypten
ein und schickte ein Expeditionsheer nach Irland. Die französische
Flotte wurde aber von Horatio Nelson am 1. August in der Schlacht
auf dem Nil bei Abukir geschlagen, und auch in Irland
herrschte recht bald wieder Ruhe. Napoleon war letztlich gezwungen,
sich aus Ägypten zurückzuziehen.
Mehrere Schlachten in der Schweiz und in Italien wurden von
der Koalition gewonnen, jedoch waren die britischen Handlungsmöglichkeiten
aufgebraucht und Russland zog sich zurück. So standen die
Österreicher dem zurückgekehrten Napoleon
bei der Schlacht von Marengo am 14. Juni 1800 und bei der Schlacht
von Hohenlinden am 3. Dezember allein gegenüber und unterlagen
daher empfindlich. Am 9. Februar 1801 wurde der Friede von Lunéville
zwischen Österreich und Frankreich geschlossen. |
| Ausgangslage |
Während der französische
General Moreau in Süddeutschland kämpfte, überschritt
Bonaparte Mitte Mai 1800 den Großen St. Bernhard. Der
österreichische Baron von Melas, der österreichische
Oberkommandierende, der von diesem Alpenübergang nichts
wusste, war, um die Belagerung Genuas zu decken, am oberen Po
stehengeblieben, während die Franzosen sich nach Osten
wandten, den Tessin überschritten, in Mailand die Cisalpinische
Republik wiederherstellten und sich auch der Po-Linie bemächtigten.
Nach dem Angriff der Österreicher auf Casteggio am 9. Juni,
den der französische General Lannes mit Erfolg
abwies, hatte Bonaparte bei Stradella eine feste Stellung
genommen. Als aber hier kein Angriff erfolgte, rückte er
am 13. Juni in die Ebene des Tanaro bei Alessandria vor, weil
er annahm, Melas werde sich nach dem inzwischen eroberten Genua
zurückziehen, um sich dort auf der englischen Flotte einzuschiffen.
Er entsandte die Division des Generals Desaix nach Novi
an der Straße nach Genua, um dort die Lage zu erkunden,
während zwei Divisionen unter dem Marschall Victor
das Dorf Marengo besetzten, eine Division unter Lannes in der
offenen Ebene zwischen Marengo und Castel Ceriolo stehen blieb
und er selbst mit einer Division nach Torre di Garofalo zurückging.
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| Schlachtverlauf |
Melas, der in Alessandria
selbst stand, hatte sich inzwischen entschlossen, durch die
feindliche Armee nach Piacenza durchzubrechen, und begann mit
Tagesanbruch den Fluss Bormida auf drei Brücken zu überschreiten.
Um 9 Uhr griffen die Österreicher die Franzosen, die in
ihrer Zersplitterung auf eine Schlacht nicht vorbereitet waren,
in Marengo an.
Die Franzosen schlugen, geschützt durch einen tiefen sumpfigen
Graben zweimal die Angriffe der Österreicher zurück;
aber um Mittag gelang es den Österreichern beim dritten
Anlauf, Marengo zu erstürmen und die Franzosen zum Rückzug
zu zwingen. Jetzt erst erschien Bonaparte mit der Division
Monnier und der Konsulargarde und versuchte, indem er die Flügel
verstärkte, die Schlacht zum Stehen zu bringen. Aber zu
spät, das Zentrum der Franzosen war vollständig
durchbrochen. Bonapartes Truppen wurden in den Rückzug
mit fortgerissen.
Der greise Melas - er war einundsiebzig - hielt den Sieg für
entschieden und begab sich, erschöpft durch die Strapazen
und durch eine leichte Wunde, nach Alessandria zurück,
um seinen Erfolg nach allen Seiten hin zu verkünden, während
er seinem Generalstabschef, General von Zach, die Verfolgung
des Feindes überließ. Den übrigen österreichischen
Truppen wurde bereits das Essen ausgegeben. |
| Die Wende |
In diesem Augenblick,
um drei Uhr nachmittags, erschien der General Desaix,
der auf seinem Marsch nach Novi den Kanonendonner gehört
hatte und sofort nach San Giuliano geeilt war, auf dem Schlachtfeld.
Sofort warf er sich mit seinen 5.000 Mann den Österreichern
entgegen, während der Marschall Marmont die Geschütze
sammelte und auf die vorderste Kolonne der Österreicher
richtete, die von Zach selbst befehligte.
Einen Augenblick hemmte Desaix deren Vormarsch, wurde aber durch
eine Kugel tödlich getroffen und starb. Die Österreicher
drangen unaufhaltsam vor. Da griff der französische Kavalleriegeneral
Kellermann mit seinen Dragonern die feindliche Flanke
mit solchem Ungestüm an, dass er sie durchbrach und von
Zach, der mit 2.000 Mann abgeschnitten war, sich ergeben mußte
und in Kriegsgefangenschaft ging.
Durch den beherzten Angriff der Kavallerie trat eine Wende ein.
Während die Franzosen sich sammelten und wieder zum Angriff
vorgingen, wichen die Österreicher erschreckt zurück.
Ihre Reiterei ergriff offen die Flucht und riss auch das Fußvolk
mit fort, so dass schließlich eine Panik ausbrach und
sich die Truppen der Österreicher in wirrer Unordnung über
die Bormida zu retten versuchten. Fast die gesamte österreichische
Artillerie fiel in die Hände der Franzosen. Außerdem
verloren die Österreicher 6.400 Mann an Toten und Verwundeten
und 3.000 Gefangene, die Franzosen 7.000 Mann im ganzen. |
| Folgen |
Der unerwartete Sieg
der Franzosen war entscheidend: die allgemeine Niedergeschlagenheit
ergriff auch den österreichischen Oberbefehlshaber, der
bereits am 15. Juni mit Bonaparte einen Vertrag schloss, worin
er sich verpflichtete, Genua, Piemont und die Lombardei
zu räumen und sich hinter den Mincio zurückzuziehen.
So rettete Desaix' und Kellermanns Tapferkeit Bonaparte vor
dem Untergang. Im Gefühl der Beschämung über
seinen geringen Anteil am Erfolg haben Bonaparte selbst und
seine Anhänger die Vorgänge der Schlacht möglichst
zu verwirren und zu fälschen versucht, und da Bonaparte
sich nicht selbst das ausschließliche Verdienst beimessen
konnte, so ließ er bloß dem toten Desaix einen Teil
des Ruhms zukommen. Erst später ist der wirkliche Sachverhalt
aufgeklärt worden. Dennoch darf nicht unberücksichtigt
bleiben, dass Napoleon trotz seiner vorläufigen Niederlage
gelassen auf die Ankunft Desaix' warten konnte, da er ihn selbst
abkommandiert und in den Schlachtverlauf einkalkuliert
hatte. |
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| Koalitionskriege |
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Die Koalitionskriege, abgesehen vom ersten auch napoleonische
Kriege genannt), sind die Konflikte, die durch die französische
Revolution hervorgerufen wurden. Sie dauerten von 1792 bis
1815.
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Die erste Koalition
(1792-1797) bestand aus Österreich, Preußen,
Großbritannien, Spanien und dem Piemont gegen Frankreich.
Sie war der erste Versuch, republikanische Entwicklungen
aufzuhalten. Diese erste Koalition wurde durch die französischen
Bemühungen der Mobilisierung der Massen besiegt. Sie endete
mit dem Frieden von Campoformio vom 17. Oktober
1797 zwischen Österreich und Frankreich.
Österreich wurde gezwungen, Verzicht auf große
Teile Oberitaliens zu leisten, diese wurden zur sogenannten
Cisalpinischen Republik. |
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LINKS
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Norditalien
1796 
Nord-
u. Mittelitalien 1803 
Nord-
u. Mittelitalien 1806

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Die Napoleonischen Kriege
von Gunther Rothenberg
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