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Natale (italienische Weihnachten)

Der Spruch "Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi" (Weihnachten bei der Fa­milie, Ostern mit wem du möchtest) zeigt, dass auch für die Italiener Weih­nach­ten das große Familienfest des Jahres ist. Und nach wie vor, wenn auch der Konsum Einzug gehalten hat und zum Hauptmerkmal des Festes gewor­den ist, bleibt der Bezug zum Religiösen in Italien immer noch sehr stark.
Festbeleuchtung
Bereits Wochen vor dem eigentlichen Fest werden in Italien von der Groß­stadt bis ins kleinste Dorf die Straßen mit Lichterketten überspannt und die meis­ten Ge­schäf­te mit Lichtern geschmückt, denn an Festbeleuchtung soll es keines­falls fehlen. Auch die Sitte, einen großen, bunt geschmückten Weihnachts­baum auf den größeren öffentlichen Plätzen aufzustellen, hat sich etabliert.
Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen von Genua
Il presepe (die Weihnachtskrippe)
Die Einführung der Weihnachtskrippe soll auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurückzuführen sein. Als er einmal eine Messe vor einer Krippenszene abhielt, rief diese eine so große Bewunderung hervor, dass die Krippe rasch populär wurde. Beginnend mit dem frühen 14. Jahrhundert wurden Krippen überall in Italien gebräuchlich.
Schon Wochen vor dem Weihnachtsfest beschäftigen sich Väter und Kinder intensiv damit, eine Krippe aufzustellen, die dann den Ehrenplatz in der "gu­ten Stube", bekommt. Nach und nach kommen immer mehr Figuren dazu bis schließlich am 24. Dezember um Mitternacht das "Gesù bambino" (Christus­kind) hinzugelegt wird. Beim Aufbau der Krippe wurde früher in vielen Fami­lien ein Aufwand betrieben, der nur mit dem bei uns praktizierten Bau einer Modelleisenbahnlandschaft zu vergleichen ist. Man baute eine regelrechte Krippenlandschaft auf mit aufwendigen und detailreichen Straßen- und Markt­szenen und vielen Figuren, neben Maria, Joseph und dem Christkindl den Hei­ligen Drei Königen, Ochsen und Eseln, Hirten und Schafe und vielem mehr.

Sammelte man früher Jahr für Jahr kunsthandwerkliche Figuren, so ent­wick­elte sich in den letzten Jahren ein riesiger Kommerz rund um die Weihnachts­krip­pe. Plastikfiguren werden in jedem Schreibwarengeschäft verkauft, so dass man schnell seine eigene individuelle Krippe zusammenstellen kann. In früheren Zeiten war die Kommode, das nicht selten mit Marmorplatte ver­se­he­ne Pracht­stück des Wohnzimmers, dafür vorgesehen, heut­zutage ist es immer öfter der Platz unter dem Weihnachtsbaum, der auch in die ita­lie­ni­schen Häusern Einzug gehalten hat.

L'albero di Natale (der Christbaum)

War der Christbaum vor dem zweiten Weltkrieg noch kaum in Gebrauch, hat er in den darauf folgenden Jahrzehnten auch in Italien seinen Siegeszug an­getreten. Im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum bevorzugen die Ita­liener aber künstliche Christbäume, die man jedes Jahr wieder verwenden und schmücken kann. Selbst wenn echte Bäume verwendet werden, sind echte Weihnachtskerzen so gut wie unbekannt.

La Vigilia di Natale (der Heilige Abend)

Vigilia bedeutet Vorabend, der Heilige Abend wird zum Weihnachts­vor­abend, das drückt indirekt seine geringere Bedeutung aus. Unserer Heilige Abend mit dem Lichtzauber der Weihnachtskerzen und der feierlichen Be­scherung ist den Italienern kein Begriff. Abends trifft man sich zum Weih­nacht­sessen ("cenone"), das traditionell "di magro" (fleischlos) sein sollte. Zur mit­ter­näch­tlichen Stunde beginnt eigentlich erst das richtige, das religiöse Weih­nachts­fest. Es wird mit Glockengeläute "eingeläutet". Die Mitternachtsmesse ist der eigen­tli­che Höhepunkt, an dem Erwachsenen und ältere Kinder tradi­tions­gemäß teilnehmen. Die vom Papst im Petersdom zelebrierte Mitter­nachts­mes­se wird von allen Fernseh- und Rundfunkanstalten übertragen.

Die Weihnachtsgeschenke

Wie bereits erwähnt gibt es in Italien keine "Bescherung" am Heiligen Abend. In manchen Regionen Italien findet der Austausch der Geschenke um Mitter­nacht statt, meistens werden sie jedoch am 25., dem Weihnachtstag, verteilt. Dann finden sie di Kinder neben dem presepe (bzw. wie bei uns unter dem Weihnachtsbaum).

Il pranzo di Natale (das Weihnachtsessen)
Erst der 25. Dezember ist der Tag des gro­ßen Familientreffens und Festmahles. Dann wird auf­ge­fahren, was die Hausfrau zu bie­ten hat: Ein typisch italienisches Weih­nachts­essen (unserer Weihnachtsgans mit Blau­kraut und Knödel entsprechend) gibt es nicht. Zu groß sind die regionalen Unter­schie­de. In Ligurien, beispielsweise, isst man ravioli al sugo als "primo" und arrosto di maiale als "secondo". Was sich allerdings italienweit als süßer Abschluss durchgesetzt hat, ist der panettone [], der unaus­weich­lich mit Spumante begossen wird.
Die "Befana"
Dass vor nicht allzu langer Zeit in Italien die Geschenke erst am 6. Ja­nuar, dem Dreikönigstag, ausgeteilt wurde, ist im Ausland kaum bekannt. Es sind allerdings nicht die Heiligen Drei Könige, die die Geschenke bringen, sondern eine mythische Figur des italienischen Volksglaubens, die Befana []. Durch diese gutmütige Hexe, deren Tag nach wie vor gefeiert wird, kommen die ita­lienischen Kinder in den Genuss eines zweiten Geschenktages.
 
Presepio
In Italien ist die Krippe (der presepe bzw. presepio []) der feierliche und augen­schein­lichste Mittelpunkt des Weihnachtsfestes.
Das intime, andächtige Bei­sam­men­sein im flackernden Kerzenlicht ist den Italienern immer noch fremd. Selbst Weih­nachten ist für sie allein ein fröhliches, helles, lautes Fest.

Panettone,
Pandoro,
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Italienische Weihnachten
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Lieber Weihnachtsmann
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