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'Ndrángheta
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Die 'Ndràngheta, die auch Onorata società
(ehrenswerte Gesellschaft) und Picciotteria genannt
wird, ist die Vereinigung der kalabresischen Mafia, eine der
mächtigsten kriminellen Vereinigungen Italiens und sogar
Europas. Ihr Betätigungsfeld hat sich längst ausgeweitet
von den schwer zugänglichen Bergregionen Kalabriens nach
Deutschland, Frankreich und Belgien und sogar in die USA.
Als Spezialgebiet der 'Ndrángheta nennen Fahnder
immer häufiger den Kokainhandel. Mit geschätzten
35 Mrd. Dollar Jahresumsatz gilt heute die 'Ndrángheta
als mächtigste Mafia-Organisation Europas.
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| Das Wort soll aus der
Zusammensetztung zweier griechischer Wörter, aNdròs
(Mann) und agathòs (Schönheit, Perfektion)
entstanden sein, was in der Bedeutung den tapferen Mann
bezeichnet. |
Die Geschichte der 'Ndrángheta
begann Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedenen
Dörfern in der Provinz Reggio Calabria. Ab 1950 verbreitete
sie sich in der ganzen Region Kalabrien dank der Schwäche
des Staates und der Begünstigung von korrupten Politikern.
In den 1960er Jahren gewannen drei "cosche"
(Familien) an Bedeutung: die Piromalli in der Ebene von
Gioia Tauro, die Tripodo in Reggio Calabria und die Macrì
in der Locride. In den 1970er und 1980er Jahren finden zwei
Mafiakriege statt. |
| Nach Erkenntnissen europäischer
Drogenermittler stellt die 'Ndrángheta die bedeutendsten
Gruppen im europäischen Kokain-Handel, noch vor den kolumbianischen
Drogenkartellen. Die Dominanz der Ndrángheta
ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es ihr gelang,
Teile des Geschäfts an sich zu reißen, als die sizilianische
Cosa Nostra in den 1990ern unter Druck geriet. Weitere
wesentliche Ertragsquellen sind Waffenhandel, Geldwäsche
und Erpressungen. Das Zentrum der Organisation liegt nach
wie vor in Kalabrien in den Provinzen Reggio Calabria und Crotone. |
| Inoffiziellen Angaben
italienischer Ermittler zufolge stehen etwa 7000 Mann im Dienst
der 'Ndrángheta, unterteilt in etwa 90 "cosche"
(FamilienClans, (benannt nach dem sizilianischen Wort für
die Artischocke, die als Symbol für den Zusammenhalt stehen
soll). Synonym für "cosca" ist auch das
kalabresische Wort "'Ndrina".
Im Vergleich zur sizilianischen Mafia basiert die Mitgliedschaft
in der Ndrángheta weit stärker auf Blutsverwandtschaft.
Der Blutsverwandtschaft ist auch ein größerer Zusammenhalt
zu verdanken: Bislang sind erst 157 Kronzeugen aus dieser
Organisation ausgestiegen. |
| Wie stark die ´Ndrángheta
aber immer noch ihrer Heimat verbunden ist, beweisen jüngste
Zahlen, nach denen 70 Prozent aller Unternehmer in Kalabrien
den verhassten "pizzo", das Schutzgeld, zahlen sollen.
Die restlichen 30 Prozent der Unternehmen und Geschäfte
befänden sich direkt in der Hand der Mafia. |
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Protestmarsch gegen die 'Ndrangheta
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| Die Hierarchie einer
Cosca besteht - von unten nach oben - aus: |
| Giovane d'onore,
(ehrbarer Junge): Mitglied aus Blutsverwandtschaft, also
ein Sohn von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern |
| Picciotto d'onore:
"Soldat" einer 'Ndrina. |
| Camorrista:
Mitglied mit mehr Erfahrung als ein picciotto d'onore
und entsprechend mit wichtigeren Aufgaben. |
| Sgarrista
bzw. Camorrista di sgarro, der die Schutzgelder
eintreibt. |
| Santista:
Mitglied, der die "Santa" bekommen hat,
einen Grad für kriminelle Verdienste. |
| Vangelo bzw.
Vangelista: Das Mitglied wird so genannt weil es
die Hand auf das Evangelium gelegt und der Organisation
Treue geschworen hat. Um Vangelista zu werden muss
man einige kriminelle Verdienste aufweisen können. |
| Quintino:
Eine Spitzenposition in der 'Ndrangheta. Dieser
Grad wird nur einer begrenzten Zahl von Mitgliedern gegeben,
welche ganz gewisse Vorrechten und Pflichten haben. Sie
erkennen sich gegenseitig an einer Tätowierung, einem
fünfzackigem Stern. |
| Associazione,
bei diesem Grad handelt es sich um eine art Rat, dazu
kommen nur Familienoberhäupter, die sich durch
die Anzahl der Mitglieder, Allianzen, politischen
Verbindungen hervorheben. |
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| Ähnlich wie in Sizilien
die Kleinstadt Corleone gibt es auch in Kalabrien ein
Dorf, welches als Hochburg der Ndrángheta
bezeichnet wird: Plati am Fuße des Aspromonte,
dem südlichsten Gebirge Italiens. Ein trauriges, seelenloses,
verlassen wirkendes Dorf. In den Hauswänden sieht man die
Löcher von Pistolenkugeln. Was man nicht sieht: Der Berg
unter Platì ist ein Schweizer Käse.
Darin eine Stadt aus Höhlen und Gängen. Fluchtwege,
durch die jahrzehntelang gesuchte Mafiabosse verschwinden konnten.
Gebaut mit Geldern der Gemeinde, natürlich. |
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Trotzdem versucht der italienische Staat immer wieder Herr
der Lage zu werden. Beispielsweise stürmten 2003
insgesamt über 1000 Carabinieri das Dorf mit nur 2800
Einwohnern, wobei 131 Verdächtige festgenommen wurden.
Am 17. Juli 2007 konnte sogar der aktuelle Boss der Ndrángheta,
Giuseppe Bellocco, im Rahmen einer großangelegten
Aktion gefasst werden.
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Auch Berlusconi will die kriminellen Organisationen,
von denen die 'Ndrángheta als die mächtigste
gilt, stärker unter Druck setzen. Sein Zehn-Punkte-Programm
soll vor allem die Wirtschaftskraft der kriminellen Organisationen
angreifen. Es soll ein neue Behörde entstehen, die das
bei der Mafia konfiszierte Vermögen verwalten soll,
es soll die Schwarzarbeit in Süditalien besser bekämpft
werden und es sollen Möglichkeiten geschaffen werden,
um die Vergabe von öffentlichen Aufträgen besser
zu kontrollieren. In diesem Zusammenhang hat die
Confindustria, der italienische Industrieverband, beschlossen,
jene Mitglieder auszuschließen, die Schutzgeld-Erpressungen
nicht anzeigen oder wegen Mafia-Geschäften verurteilt
wurden.
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| Kalabrien |
| Kalabrien
(italienisch: Calabria) ist die südlichste Region
Italiens, die auf dem Festland liegt. Bildlich gesprochen
nimmt sie die Stiefelspitze der italienischen Halbinsel
ein. |
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Tatort Kalabrien.
Ein mörderischer Urlaub
Kriminalroman
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Kalabrien und Basilikata
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Organized Crime, Italian Style
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