Wissenswertes

Carabinieri



Die Carabinieri (arma dei cara­bi­nieri = Trup­pen­gat­tung der Cara­bi­nie­ri) sind eine Gen­dar­merie und zu­gleich eine ei­gen­stän­di­ge Trup­pen­gat­tung ne­ben Heer, Ma­ri­ne und Luft­waf­fe in­ner­halb des ita­lie­nischen Heeres. Oranisatorisch sind sie dem Vertei­digungsmini­sterium un­terstellt, das auch den Haushalt der Truppe finanziert. Befehligt werden die Carabinieri vom Verteidigungs­mini­sterium, aber nur was ihre mi­li­tärischen Auf­ga­ben betrifft.
In Sache polizeilichen Aufgaben un­ter­ste­hen sie dem Innen­mini­ste­rium, das allen ita­lie­ni­schen Po­li­zei­einheiten gegen­über wei­sungs­be­fugt ist. Die Cara­bi­nie­ri sind wie die Guardia di Finanza militärisch ge­glie­dert. Ihre Sollstärke beträgt 130.000 Mann. Die arma steht auch Wehr­pflichtigen offen.

Geschichte

Die Carabinieri wurden von Vitto­rio Ema­nue­le I, König von Sardinien, mit der Aufgabe der Verteidigung des Staates und der eines Polizeiorgans mit beson­deren Pflichten und Eigenschaften am 13. Juli 1814 gegründet.
Die Carabinieri erhielten eine eigene dunkelblaue Uni­form mit silbernen Spie­geln an Kragen und Är­me­lrevers, scharlachroten Rockaufschlägen, sil­ber­nen Epauletten und den charak­te­ris­tischen, im Volksmund „Lucerna" genannten Dreispitz.
Carabinieri
Die Uniformhosen hatten bei den Infanterie-Ein­hei­ten einfache, bei den Ka­val­lerie-Einheiten doppelte rote Längsstreifen. Diese Uniform ist in ihrem Grundschnitt noch heute im Gebrauch und wird bei besonders feierlichen Zeremonien getragen.
Weitere Aufgaben
Militärische Einsätze
Die Feuertaufe erhielt die ganz neue und noch kleine Carabinieri-Truppe kurz nach ihrer Aufstellung. Als Napoleon im März 1815 aus seiner Verbannung auf Elba nach Frankreich zurückkehrte, erklärten ihm fast alle europäischen Mächte den Krieg. An der Eroberung der französoschen Festung Grenoble war eine kleine Carabinieri-Einheit zu Pferde beteiligt, die am 6. Juli 1815 eine entscheidende Attacke gegen die Franzosen ritt. Von 1848 bis 1870 waren die Carabinieri an den italienischen Eini­gungs­kriegen beteiligt. Auch bei späteren Kriegen waren immer Carabinieri als Mili­tär­polizisten im Einsatz und nicht selten direkt in Kampfhandlungen verwickelt.

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Die Aufgaben, die die Carabinieri heute bei mili­tä­rischen Einsätzen haben, unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Militär­polizeien (z.B. Feldjäger). Angesichts der langen Tradition der direkten Beteiligung an mili­tärischen Operationen unterhalten die Carabinieri auch heute noch eigene Kampf­verbände.

Polizeiliche und humanitäre Einsätze im Ausland
An polizeilichen und humanitären Einsätzen im Aus­land beteiligen sich die Carabinieri seit langer Zeit.
An den internationalen Friedensmissionen, die ver­stärkt seit 1991 von der UNO ins Leben gerufen wurden, beteiligten sich immer auch Carabinieri. In letzter Zeit gibt es in den italienischen Streitkräften die Tendenz, friedens­er­hal­tende Einsätze (peace keeping) immer mehr den Carabinieri zu überlassen (2. mobile Brigade und „normale" Er­mitt­lungs­kräf­te), während friedens­schaf­fen­de Maßnahmen (peace enforcing) eher in den Aufgabenbereich der an­deren Teilstreitkräfte fallen.
Kompetenzen-Problematik

Der Carabinieri-Korps befindet sich in einer Zwitterstellung: karriere- und disziplinarrechtlich un­ter­ste­hen die etwa 130.000 Männer (bzw. Frauen, die es seit dem Jahr 2000 bei den Carabinieri auch gibt) dem Verteidi­gungs­mi­nis­te­rium; befehligt werden sie, zu­mindest in Frie­dens­zei­ten, jedoch vom In­nen­minister.
Ursprünglich wurden die Ca­ra­bi­nieri - die wie Sol­da­ten mit ihrer Familie aus­schließlich in Ka­ser­nen leben - vor allem auf dem Land und in Klein­städten ein­ge­setzt, wäh­rend die Polizei haupt­säch­lich in der Stadt wirkte.
Doch längst überschneiden sich die Auf­ga­ben, so dass sich heute in nahezu jeder Stadt sowohl Polizei­pos­ten als auch Carabinieri-Stationen finden. Und beider Tätigkeiten reichen von der Verkehrskontrolle über den Personen­schutz bis zur Terrorismusabwehr. Und nicht selten geraten sie einander in die Haare, weil fehlende Abstimmung und Eifersucht die Zu­sam­menarbeit erschweren.
Ähnliche Komplikation gibt es auch bei der Zu­sam­men­ar­beit mit den an­de­ren staatlichen Po­lizeikorps (Guardia di finanza u.a.).
 
 
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