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Guardia di Finanza (Finanzpolizei)



Eine der nationalen Polizeitruppen Italiens ist die Guardia di Finanza, eine mi­li­tärisch organisierte Finanzpolizei, die dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen untersteht und für die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität zu­stän­dig ist. Sie ist vor allem auch auch im Bereich Steuer- und Zoll­fahn­dung tätig. Die Guardia di Finanza ist für die Be­kämpfung des gesamten Spektrums der Wirt­schafts­kriminalität zuständig (Betrug, Drogen­han­del, Geldfälschung, Geld­wäsche, illegales Glücks­spiel, Produktpiraterie, Schmuggel, Schwarz­ar­beit, Steuerhinterziehung, un­lau­terer Wettbewerb, organisierte Wirtschafts­kri­mi­na­li­tät, Wucher, Ur­he­ber­rechtsverletzung, Terrorismusfinanzierung etc.).
Zu unterscheiden ist besonders die allgemeine Steuer- und Zollverwaltung (Agenzia delle Entrate, Agenzia delle Dogane) und die separate Steuer- und Zollfahndung, die in der Guardia di Finanza zusammengefasst ist. Eine der Hauptaufgaben liegt in der Überwachung der Zollgrenze. Damit nimmt die G.d.F. auch Aufgaben des allgemeinen Grenzschutzes wahr. Wegen der lan­gen Küstenlinie Italiens verfügt die Guardia di Finanza über eine große Flotte an bewaffneten Patrouillenbooten und Hubschraubern, sowie über einige See­aufklärungsflugzeuge.
Guardia di Finanza
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Im Verteidigungsfall können diese Kräfte als integraler Bestandteil der Streit­kräfte verwendet werden. Zusammen mit der Polizei und den Carabinieri kann sie auf Weisungen des Innenministeriums auch allgemeine Polizei­auf­ga­ben übernehmen.
Die Notrufnummer der Guardia di Finanza ist 117

1991 verhaftete die G.d.F. einen Olivenölproduzenten aus Süditalien, der etliche Schiffsladungen türkischen Haselnussöls als griechisches Olivenöl aus­gezeichnet, es mit billigem Speiseöl aus Italien vermischt und schließlich als „Extra Vergine" verkauft hatte.
2006: Bei einem „Blitz" („Blitz“ werden Polizeirazzien auf Neu­ita­lienisch ge­nannt) beschlagnahmte die Guardia di Finanza in einer Falschmünzerei in Neapel den Prägekopf eines 50-Cent-Stücks mit italienischer Rückseite sowie die Ausrüstung zum Herstellen von Ein- und Zwei-Euro-Münzen.
2009: Im Getriebe des PKWs eines jungen Mannes aus Belgien wurde kurz nach der Grenze am Brenner bei einer Kontrolle der Guardia di Fi­nan­za Kokain im Wert von einer halben Million Euro gefunden. Der Mann musste mit acht bis 22 Jahre Haft rechnen.

Seit 2009: Die Grenzübergänge zur Schweiz werden von der G.d.F. rund um die Uhr mittels speziellen Infrarotkameras überwacht, um illegale Geld­transporteure zu erwischen. Die Kameras registrieren die Nummern­schil­der von Italienern, die in die Schweiz einreisen. Ein zentraler Computer wertet die Daten aus. Bei Personen, die von der G.d.F. der Steuerhinterziehung oder an­derer Finanzdelikte verdächtigt werden, löst der Computer automatisch Alarm aus.

2012: In dieser Zeit der Schuldenkrise wurden die Kontrollen durch die Fi­nanz­polizei erheblich verstärkt. In Cortina d'Ampezzo, in Portofino und in Rom wurden vor kurzem um­fangreiche Razzien durch die G.d.F. durch­ge­führt. Während Fahnder in Zivil die Aus­ga­be der „ricevute fiscali (*) in den Bars und Restaurants kon­trol­lier­ten, kümmerten sich weitere Agenten in Uniform um Schwarzarbeit und Produkt­fälschung. Es wurden Läden und kleine Un­ter­neh­men kontrolliert, aber auch Luxusgeschäfte und edle Restaurants über­prüft, Yachten und Edelkarossen. Jetzt muss mancher Ita­lie­ner erklären, wie er sich – bei einem deklarierten Jah­res­ein­kom­men von 20.000 € – manchen Luxus leisten kann.

(*) Die „ricevuta fiscale" (R.F.), ist ein Kassenbon, zu dem die Re­stau­rant­inhaber verpflichtet sind. Die R.F. wurde eingeführt, um die Steuer­hin­ter­ziehung in Gren­zen zu halten. So kann es einem Kunden eines Res­tau­rants leicht ge­schehen, dass er von einem Steuerfahnder der Guardia di Finanza in Zivil danach gefragt wird. Und wenn er die R. nicht vorzeigen kann, ist eine Strafe fällig - für den Kunden und den Inhaber des Lokals
 

Fiamme gialle

Die Polizeikräfte der Guardia di Fi­nan­za werden wegen deren Flam­men­em­blems im allg. Sprach­ge­brauch auch als Fiamme Gialle (Gelbe Flammen) bezeichnet.

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