Landschaften/ Orte

Pompei



Die Hafenstadt Pompei am Golf von Neapel galt im Römischen Reich als eine der schönsten Städte des Reiches, in der reiche Bürger gerne ihre Villen errichteten. Bereits seit der Gründung etwa 600 v. Chr. durch das mit den Sam­niten verwandte altitalische Volk der Osker war sie für ihr mildes Klima und die Fruchtbarkeit der Erde an den Hängen des Vesuvs be­rühmt.
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Bekannt wurde sie allerdings durch die Katastrophe, die zu ihrem Ende führte. Aals der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. ausbrach und glühende Asche über die Stadt und das sie um­ge­bene Land schickte, starben nicht weniger als 1600 Menschen.
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Die letzten Tage von Pompei (Karl Pawlowitsch Brjullow)
Bereits im Jahr 62 n. Chr. hatte es ein heftiges Erdbeben gegeben, der die Stadt verwüstet hatte. Durch den Wiederaufbau wurden die Häuser, Tem­pel und öffentlichen Gebäude restauriert und schöner gestaltet als zuvor. Unter an­derem bekamen die Stabianer Thermen, die ersten öffentlichen Bäder ein neues Aussehen.

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Zeitbombe Vesuv
Das Pompei Desaster

Vesuv: Le­ben und Tod am bren­nen­den Berg
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Man kennt nicht die genaue Zahl der Einwohner pompeis im Jahr 79 nicht. Die Schätzungen gehen von 6000 bis 20000. Etwa 1600 Menschen kamen beim Vesuv-Ausbruch ums Leben. Immerhin konnte sich ein Großteil der Be­völkerung noch rechtzeitig durch die Flucht aus pompei in Si­cher­heit bringen.
Bereits mehrere Tage vorher hatte es Anzeichen für den Ausbruch des Vesuvs gegeben, wes­halb bereits ein Teil der Einwohner die Stadt ver­las­sen hatte. Am 24. August des Jahres 79 gegen 10.00 Uhr – so berichtete der große Historiker Plinius der Jüngere das Geschehen – erschütterten Erdstöße die Stadt, Dächer stürzten ein, und schließ­lich explodierte mit einem ohren­betäu­benden Knall der Gipfel des Vesuvs und eine riesige schwar­ze Wolke schoss aus seinem Trichter. Ein Aschen­re­gen prasselte auf die Stadt und Unmengen an Lava strömten talwärts.
Als sich der Vesuv nach seinem acht­zehn­stün­di­gen Ausbruch wieder beruhigt hatte, waren die meisten noch in pompei gebliebenen Menschen be­reits erstickt oder von herabfallendem Gestein erschlagen worden.
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Die we­ni­gen, die noch lebten, fielen aber nur kurze Zeit später Glutlawinen zum Opfer. Diejenigen, die versucht hatten, mit dem Schiff zu fliehen, wurden von einer Flutwelle wieder an die Küste geworfen. Erst nach drei Tagen kam die Sonne wieder zum Vorschein, pompei war unter einer sechs bis sieben Meter dicken Asche- und Gesteinsschicht aus Bimsstein und Lapilli begraben.

Eines der Opfer war der berühmte römische His­to­riker Plinius der Äl­te­re, der, von natur­wis­sen­schaft­li­cher Neugierde getrieben, mit seiner Flotte zum Ort der Katastrophe gefahren war. Vor Stabiae kam er in den Schwe­fel­dämp­fen um. Zeuge der Katastrophe war sein Neffe Plinius der Jün­gere, der den Ablauf in verschiedenen Briefen detailgetreu beschrieb.

Neben Pompei wurden auch weitere Städte wie Herculaneum, Stabiae und Oplontis vollständig verschüttet. Anders aber als Her­cu­la­neum, das von Lava- und Schlammströmen völlig ausgelöscht wurde, blieben die Trüm­mer pompeis unter einer meterhohen Ascheschicht bewahrt. Über 1500 Jahre lag die Stadt unter einer dicken Schicht aus vulkanischer Asche und Bimsstein begraben. 1592 entdeckte Domenico Fontana bei Kanal­bau­ar­beiten zufällig mehrere Inschriften, Marmortafeln und Münzen. Ein Ka­val­le­rie­general, Fürst d'Elboeuf, hörte davon und begann mit planlosen Aus­gra­bungen. Erst am 6. April 1748 wurden aber die Grabungen vom spa­ni­schen Ingenieuroffizier Oberst Rocque Joaquín de Alcubierre mit Geneh­mi­gung des neapolitanischen Königshauses offiziell begonnen.
Anders als etwa Herculaneum blieben die Trümmer Pompeis unter einer me­terhohen Ascheschicht bewahrt. Auch die Toten blieben darunter er­hal­ten. Die Glut war so heiß gewesen, dass der Tod sofort eintraf. Die Men­schen ver­brann­ten nicht, sie verkohlten. Nachdem die Asche erkaltet und die ver­brann­ten Leichen zu Staub zerfallen waren, blieben Hohlräume in Form der Leichen.
Erst 1860 be­gan­nen Ar­chäo­lo­gen, die Stadt sys­te­ma­tisch aus­zu­gra­ben. Sie fan­den Stra­ßen, Ge­bäu­de, pracht­vol­le Kunst­ge­gen­stän­de, wert­vol­le Wand­ma­le­reien. Die Asche hat­te wie ein Schutz­film funk­tio­niert. Bei den Aus­gra­bun­gen wur­de eine vom ita­lie­ni­schen Archä­ol­o­gen Giuseppe Fio­rel­li entwickelte Technik eingesetzt, mittels der die Hohlräume, die die Lei­chen im erhärteten Ge­stein hin­terlassen hatten, mit Gips ausgefüllt wer­den. Damit konnte man die Lage und den Aus­druck der Opfer, die wäh­rend des Aus­bruchs den Se­kun­den­tod fanden, fest­halten. Man konnte auf diesem Weg Abgüsse gan­zer Familien herstellen und der Nach­welt damit ein be­drü­cken­des Zeugnis liefern, wie schnell das Inferno über die Menschen in der Stadt hereingebrochen war.
Allein ist man in Pompei nie
Wer Pompei heute besucht, sieht diese plas­ti­schen Gipsabdrücke erstickter Men­schen und Tiere. Denn oftmals sieht man Familien, die sich in Todesangst umklammern. Man sieht einen Hund, der bis zuletzt verzweifelt versucht hat, sich von seinem Pflock loszureißen.
Seit 1997 steht Pom­pei, mit 44 ha die größte zusam­men­hän­gen­de Gra­bungs­stät­te der Welt, auf der Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes der UNESCO. Vie­le Ge­bäu­de sind je­doch in ei­nem sehr schlech­ten Zu­stand. Seit Jahr­zehn­ten ver­su­chen Ita­liens Kul­tur­po­li­ti­ker, Pom­pei zu res­tau­rie­ren und in­stand­zu­hal­ten. Doch ob­wohl Dut­zen­de von Millionen Euro investiert wurden – von denen ein Großteil wahrscheinlich in mafiöse Kas­sen ge­wan­dert sind – sind ca. 40 % aller antiken Gebäude im­mer noch un­zu­gäng­lich. Der Ver­fall nimmt rasant zu. 2012 wurde in der EU-Kommission ein Ak­tions­plan unterzeichnet zur Rettung pompeis mit EU-Re­gio­nal­fonds. 105 Millionen Euro wurden ge­nehmigt. Doch konkret wurde mit den Bauten nicht begonnen. Immer wieder
Terentius Neo und seine Frau
er­hielt Italien einen Aufschub. Mit dem Geld aus Brüssel sollten 47 Instand­hal­tungs- und Si­cher­heits­pro­jek­te fi­nan­ziert wer­den. Bis An­fang 2015 wurde aber nur mit 12 Projekten begonnen.
Schon wurde von der UNESCO erwägt, Pompei von der Liste der Welt­kul­tur­güter wieder zu strei­chen. Das wäre für Italiens Regierung eine rie­sengroße Blamage.
Immerhin konnten am 24. Dezember 2015 sechs frisch restaurierte antike Häuser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dennoch wurden bis zum 31. Dezember 2015 nur 40 der 105 Millionen Euro aus­ge­geben – sehr zum Unmut der EU.
 
 
 
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