Landschaften/ Orte

Land von Canossa
 


In der Hügellandschaft südlich von Reggio Emilia ist das Mittelalter le­ben­dig ge­blie­ben. Die Burgen, die das Herz der alten Grafschaft von Ma­thilde bil­de­ten, trotzen dem Zahn der Zeit und bewahren den Zauber der Erin­ne­rung an jene Zeit zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert, als sich in dieser aus Wäldern und Kalkrinnen bestehenden Land­schaft das The­ater der euro­päi­schen Geschichte abspielte, deren Akteure Päpste und Kaiser waren.
Crete senesi
Ruine der Burg Canossa
Durch ein 1989 verabschiedetes Gesetz legte die Region Emilia Romagna die Grenzen eines Gebietes fest, dessen Ortschaften unbestreitbare Ähnlichkeiten in der Struktur und der Vielfalt von architektonischen Zeugnissen zei­gen, die auf der Dynastie der Canossa zurückgeführt werden können.
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Das Herrschaftsgebiets der Canossa in Italien zur Zeit der Gräfin Mathilde (11. - 12. Jahrhundert) erstreckte sich von der Grenze des Du­kats Rom bis hin zum Gardasee und von Cremona bis zur Adria. Das Kern­ge­biet aber war die hügelige Landschaft südlich von Parma und Reggio Emilia, auf den Aus­läufern des toskanisch-emilianischen Apennins.

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Rund um die Burg von Canossa fanden die wichtigsten Ereignisse aus der Ma­thilde-Zeit statt, nicht nur der berühmte „Gang nach Canossa“ von 1077. Die Umgebung der Burg ist ein einziges Geschichte-Archiv, dessen Haupt­zeug­nisse (die Burg von Rossena und der Turm von Rossenella) einmal die größten Befestigungsanlagen des Territoriums waren.
Die Burg Rossena
Landschaftliche Schönheiten findet man im Naturreservat Rupe di Campotrera oder am Ufer des des Flusses Enza, beliebtes Sommerzielfür die Einwohner der Gegend. In der Nähe von Ciano di Canossa findet man am Enza auch die Spu­ren der altrömischen Stadt Luceria und den Anfang des Sentiero Matilde. Erst vor wenigen Jahren wurde dieser Mathilde-Wan­der­weg einge­rich­tet und beschildert.

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Es ist ein Weg, der im Wesentlichen mit Mathildes Routen über die Apenninen in die Toskana übereinstimmt. Der Wanderpfad ist mit dem Konterfei der Her­zo­gin gekennzeichnete und führt bis in die toskanische Garfagnana. Dieser Weg schlängelt sich über Saumpfade und Wege, die nur zu Fuß, zu Pferd oder per Mountainbike bewältigt werden können. Bei ge­mäch­lichem Tempo ist man ca. eine Woche unterwegs.
Die Burg Rossena und der Rossenella-Turm von Norden
Die Burg Rossena und der Rossenella-Turm von Süden
Als natürlicher Rahmen blicken die Dörfer der Umgebung auf eine idyllische Wald-, und Hügellandschaft: Cerredolo dei Coppi, Vedriano, Monchio delle Olle. Besonders beeindruckend sind das vor kurzem renovierte mittel­al­ter­li­che Dorf Vercallo und das Tempelchen von Selvapiana, das 1839 in Erin­ne­rung an den 1343 erfolgten Aufenthalt in Selvapiana des Dichters Francesco Petrarca errichtet wurde.
Landschaft bei Casina
Die aus kalkhaltigem Sedimentgestein bestehende Pietra di Bismantova ist eine bereits aus der Ferne sehr auffällige Felsformation, die an ein sinkendes Schiff erinnert. Der Fels liegt auf dem Gemeindegebiet von Castelnovo ne' Monti und besteht aus einem schmalen, etwa ein Kilometer langen Plateau, umgeben von abschüssigen Felswänden, die sich in der umliegenden sanften Berglandschaft scharf abzeichnen und etwa 300 m oberhalb der umgebenden Landschaft.
Monte Oliveto Maggiore
Die „Pietra di Bismantova
Die Pietra di Bismantova (der Stein von Bismantua) wurde von Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie erwähnt und inspirierte den Dichter mö­gli­cher­weise zur Beschreibung des Läuterungsberges (Monte del Purgatorio).