Landschaften/ Orte

San-Giovanni-Battista-Fest in Genua



Johannes der Täufer (Ital.: Gio­van­ni Battista) ist eine der zentralen Figu­ren des Christentums. Von vielen Kir­chen wird er als Heiliger verehrt.
Der Einfluss von Johannes erstreckte sich über das frühe Christentum hi­naus. Er hatte jüdische Anhänger, in Israel sowie in der jüdischen Dias­po­ra. Auch im Koran wird er erwähnt, und der Historiker Flavius Josephus berichtet von ihm.
Booking.com
In der Zeit um den 24. Juni, dem Fest vom Hl. Jo­hannes der Täufer, Schutz­patron von Genua, finden in der Altstadt und in anderen Vierteln von Genua Konzerte und verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt, die ihren Höhe­punkt am Abend des 23. erreichen mit dem Treiben der „Notte di San Gio­vanni“ (Nacht des Heiligen Johannes) und am Nachmittag des 24. Juni mit der feierlichen und beein­druck­en­den Prozession vom Dom durch die Altstadt bis zum „Porto Antico“, dem alten Hafen.

Sprachführer Italienisch für die Reise. Compact SilverLine. Die wichtigsten Wörter & Sätze für unterwegs. Mit Zeige-Wörterbuch Osterie d'Italia 2016/17: Über 1700 Adressen, ausgewählt und empfohlen von SLOW FOOD (HALLWAG Gastronomische Reiseführer)
Sprachführer Italienisch für die Reise. Die wich­tig­sten Wör­ter & Sät­ze für unterwegs. Stadtplan von Genua Osterie d'Italia 2016/17: Über 1700 Adres­sen, aus­ge­wählt von SLOW FOOD

Die Johannisfeuer (falò di San Giovanni) sind Teil der Kultur der Stadt, und auf den Bergen, auf den Plätzen und entlang des Bisagno-Flusses werden Dutzende von Feuer entzündet. Diese Nacht gilt auch als das fest der Liebenden und es lebt immer noch die Tradition des Feuerspringens. Auf der zentralen Piazza Matteotti wird seit einigen Jahren auf einer Bühne auch eine musikalische Show veranstaltet.
Die Prozession beginnt am späten Nachmittag des 24. Juni in der Kathedrale von San Lorenzo, in welcher sich die im Jahr 1099 von genuesischen Kreuz­rittern gebrachten Reliquien (Aschen) des Heiligen aus Mira (im Nahen Osten) befinden. Die Prozession geht die „Via San Lorenzo" hinab zum Alten Hafen. Dort ange­kommen, segnet der Erz­bischof das Meer, die Stadt und die Teil­nehmer der Prozession.
Die Feiern und Festlichkeiten zu Ehren des Heiligen Johannes bieten den Ge­nu­esern die Mög­lichkeit, die engen Beziehung zu stärken, die seit über 900 Jah­ren die Stadt mit ihrem Heiligen verbindet. Bei diesen Feierlichkeiten kann man leicht er­kennen, wie sehr sich traditionelle christliche und heidnische Mo­tive vermen­gen: beispielsweise durch das Zu­sam­men­tref­fen der Feier der Geburt Jo­han­nes mit den vor­christ­li­chen Ri­tua­len der Som­mer­son­nen­wende.

Die auffälligsten „Sehenswürdigkeiten" der Pro­zes­sion, in der auch der Gonfalone (Banner) der Stadt durch die Straßen getragen wird, sind die rie­sen­gro­ßen, bis zu 180 Kilo schweren, typisch li­gu­ri­schen, kunst­voll mit Sil­ber verzierte Pro­zes­sions­kru­zi­fi­xe, die jeweils von einem einzelnen Mann getragen werden.

Die Kruzifixe werden von den sogenannten „casacce“ (Bruderschaften) ge­stellt und von deren Mitgliedern in Prozession getragen. Die Kreuze werden dabei mit dem Gesicht des Heilands nach hinten getragen. Dieser Brauch soll darauf zurückzuführen sein, dass die Genueser die Kruzifixe mit in den Krieg tru­gen: mit dem Gesicht nach hinten, damit die „Heiden" es nicht sehen konn­ten, die christlichen Kämpfer aber schon, und somit vom Antlitz Jesu Christi an­ge­spornt wurden.

Die großen Vortragekruzifixe gleichen opulenten barocken Kunstwerken. Die drei Kreuz­arme sind an den Enden mit goldschimmernden und versilberten florealen Ornamenten geschmückt.