Als Cardy (Cynara
cardunculus) bezeichnet man eine distelartige, kräftige
Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wird
wegen ihrer fleischigen Blattstiele, die als Gemüse genutzt
werden, angebaut. Im Gemüseanbau wird die Cardypflanze
einjährig kultiviert. Wie bei dem Staudensellerie entwickelt
die Pflanze eine Rosette von langen Blättern, deren fleischige
Stiele von einer fasrigen Haut überzogen sind.
Von den cardi werden
nicht die Blütenköpfe wie bei der Artischocke gegessen,
sondern wie beim Stangensellerie die Blattstiele. Der Geschmack
von Cardy ist leicht bitter und artischockenähnlich.
Eine der bekanntesten Cardy-Sorten ist die Sorte Cardon
argente epineux de Plainpalais. Sie wurde als erstes Schweizer
Gemüse ins GUB/AOC (Register der geschützten
Ursprungsbezeichnungen) aufgenommen.
Cardi al forno (Überbackene
Cardy)
Zutaten (4 Personen
800 g Cardy
Saft einer halben Zitrone
120 g Fontina-Käse
2 El Mehl
Salz, Olivenöl
Zubereitung
Für die Zubereitung
werden die Stängel mit einem Sparschäler abgeschält
und in Stücke geschnitten. In einem flachen Kochtopf
wird das Mehl in etwa 100 cl Salzwasser aufgelöst. Der
Zitronensaft und die Cardy werden hinzugefügt
und so lange gedünstet, bis sie weich sind.
Die Cardy werden anschließend
in eine Feuerfeste, eingefettete Form gelegen und mit
dünnen Fontina-Scheiben bedeckt. Bei 180° werden
sie etwa 20 Minuten überbacken.
Cardi alla Bagna Cauda
Zutaten (4 Personen
1 Kg Cardy
150 g Butter
Saft einer Zitrone
10 Anchovies-Filets
2 Knoblauchzehen
Salz, reichlich geriebener Parmesan
Zubereitung
Die Stängel werden
wie üblich mit einem Sparschäler abgeschält und
in ca. 8 cm lange Stücke geschnitten. Diese werden
anschließend in etwa 2 Liter gesalzenem Wasser
(dem der Saft einer Zitrone zugefügt wurde) weichgekocht.
Die Cardy werden anschließend in eine Feuerfeste, eingebutterte
Form gelegen.
In einem Schmortopf werden
die Knoblauchzehen mit der restlichen Butter angeschwitzt. Die
Knoblauchzehen werden dann entfernt und die Anchovies-Filets
hinzugefügt und mit einer Gabel zu Brei zerdrückt.
Diese Sauce wird nun auf die Cardy verteilt. Darüber wird
der Parmesan gestreut und das Ganze bei 180° etwa eine halbe
Stunde überbacken. Noch warm servieren.
Cardi
Gemüseartischocken gehören in Mitteleuropa
noch zu den Exoten. Da hat auch die Globalisierung noch
nicht viel bewirkt. Und das ist schade, denn sie sind
eine Bereicherung für den Gemüseliebhaber. Von
einem italienischen Markt sind cardi, in der Saison,
kaum wegzudenken.
Verdura Italiana. Kochen mit italienischem
Gemüse von Yvonne Tempelmann
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