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Echte Feige |
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Aus zahlreichen religiösen Abbildungen von
Adam und Eva sind außerdem auch die großen, gelappten
Blätter des Feigenbaums bekannt, die, in dem sie die Blößen der beiden edecken, der Überwindung des Schamgefühls dienen. Als Trockenfrucht in der Weihnachtszeit ist die Feige auch allen
wohlbekannt. Dass die Feige auch als frische Frucht vorzüglich schmeckt,
das hat sich noch nicht allzusehr herumgesprochen. |
| Die Echte Feige (Ficus carica)
ist ein mittelgroßer Baum aus der Gattung der Feigen (Ficus).
Die Kultur des Feigenbaumes ist mehrere tausend Jahre alt. Seine
Heimat ist das Gebiet östlich des Mittelmeeres. Die bedeutendsten
Feigenkulturen gibt es rund um das Mittelmeer. Sie reifen
jedoch in allen trockenen und warmen Regionen. Für
frische Feigen ist Kalabrien das größte Produktionsgebiet.
Mit zunehmender Klimaerwärmung wird sie auch
in Deutschland gezüchtet, zumal es inzwischen auch winterharte Sorten
gibt. |
| Der Feigenbaum erreicht eine Höhe
von 10 bis 12 Meter und blüht und fruchtet dreimal
im Jahr. Er ist sommergrün und laubwerfend. Die Krone kann
bei ältern Bäumen sehr breit und ausladend sein, meistens aber unregelmäßig
und niedrig. Der Stamm ist meistens knorrig, unregelmäßig oder gebogen
und hat eine glatte, hellgraue Rinde. Der Baum verzweigt sich bereits ab einer geringen Höhe. |
| Die eher steifen und ledrigen Blätter sind bis zu 20 oder 30 Zentimeter
lang und ebenso breit. Sie erinnern in ihrer Form an eine Hand mit drei bis fünf Lappen als "Finger". Während die Oberseite dunkelgrün
und rauhaarig ist, ist die Unterseite heller. |
| Die ausgewachsene Frucht ist gelblichgrün bis grün oder violett und hat die
Form einer Birne oder eines dicken Tropfens. Das Fruchtfleisch ist rosa bis rötlich, das
bei reifen Früchten weich, saftig und sehr süß schmeckend ist. In ihrem
Inneren befinden sich zahlreiche gelbliche Kernchen. |
| Zum Verzehr braucht man die Feigen
nur waschen. Sie können - besonders, wenn sie sehr reif
sind - mit der Schale gegessen werden. Mann kann die Feige aber
auch schälen (umständlich) oder längs aufschneiden,
dann das Fruchtfleisch auslöffeln (vornehm) oder mit den
Zähnen (weniger vornehm) abtrennen. Die Haut der Feigen (besonders bei den unreifen Früchten) gibt
einen dicken, weißen Milchsaft ab, der leicht ätzenden ist. |
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Frischfeigen gibt es vom September bis Februar. Sind die
Früchte seht weich oder aufgesprungen, ist das ein Zeichen
der Vollreife. |
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| Sprachliches |
Bei dem italienischen Wort für die Feigenfrucht muss man sehr aufpassen,
um nicht sprachlich einen Fauxpas zu machen. "Il fico" (männlich) ist sowohl der Feigenbaum als auch die Feigenfrucht! "La fica" (weiblich) ist hingegen ein nicht ganz feiner Ausdruck für das weibliche Geschlechtsteil. In der (auch nicht ganz feinen) Umgangssprache hat sich dieses Wort (und seine Abwandlung "figa") auch als Bezeichnung für "hübsche Frau" eingebürgert. "Che bella figa!" steht also für: "Was für eine körperlich attraktive Frau!".
Wissenschaftlich ausgedrückt: FIGA/FICA hat sich heute als Dysphemismus oder Lexen der sexuellen Bewunderung im Sinne von "Mädchen" durchgesetzt. Aber dem ist nicht genug. Absurderweise hat sich in der Jugendsprache der Mädchen der Begriff "figo" für "fescher Junge" eingebürgert!
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| Kulinarisches |
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Der Verzehr von Feigen hilft gegen Verstopfung, und auch
Husten und andere Beschwerden können mit Feigen gelindert werden. Manche sprechen
dieser Frucht sogar eine Wirksamkeit gegen Tumoren zu. |
In der Küche finden die Feigen
zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten: hervorragend
ist beispielsweise die Feigenmarmelade. In Kalabrien verwendet man miele di fichi
(Feigenhonig) zur Herstellung von verschiedener Süßspeisen, oder zum Süßen von Speiseeis und Obstsalaten. Tatsächlich ist Feigenhonig sehr in Mode gekommen als Würze für frischen Käse oder Fleisch.
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| Rezepte |
| Miele di Fichi |
| Der Feigenhonig ist typisch für
Kalabrien, hat aber mit Bienenhonig nichts zu tun. Er ist lediglich
ähnlich zähflüssig wie Honig. Die Zubereitung
ist äußerst einfach. De Feigen werden in Wasser weichgekocht,
dann werden sie ausgepresst. Der daraus entstandene
Saft wird weitergekocht bis er die gewünschte
Dickflüssigkeit erreicht hat. |
| Feigen mit Rucola und Parmaschinken |
| Eine ideale Vorspeise, eine klassische
Zusammenstellung wie das bekannte "Honigmelone mit Parmaschinken".
Eine Lage Parmaschinken wird mit Rucola belegt und gehobeltem
Parmesan. Darauf dekoriert man die geviertelten Feigen. Mit
etwas Olivenöl und Balsamico-Essig besprenkeln. |
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| Fichi (Feigen) |
| Kindheitserinnerungen:
Der Feigenbaum im Garten eines Freundes; das große
Feigenklau(b)en im September; die süßen,
weichen Früchte; sich den Bauch voll schlagen, ohne eine
Lira dafür zu bezahlen. Ich könnte einen Feigenbaum
bei geschlossenen Augen am Geruch erkennen! |
| Keine Frage, dass
ich mich bei den Feigen, die auf dem Viktualienmarkt in München
als exotische Früchte für ein Euro pro Stück
angeboten werden, veräppelt fühle. Zumal die
verkauften Exemplare ziemlich meist fest und trocken sind:
Luxussymbolik für Neureiche! |
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| Und doch: So wie
die Kaki-Frucht langsam langsam ihren Siegeszug auf den deutschen
Obstständen angetreten hat, so könnte es auch mit
den Feigen geschehen. Schon habe ich gute, reife Feigen auf
dem Obststand eines Griechen in meiner Nähe entdeckt -
nach Gewicht zu akzeptablen Preisen verkauft! |
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