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Polenta

Polenta ist ein aus Maisgrieß hergestellter fester Brei, der in Norditalien (Aosta, Piemont, Lombardei, Friaul, Veneto, Trentino) zur regionalen Koch­tradition gehört.
Als puls oder pulmentum gehörte ein Vorläufer der Polenta zu den Haup­tnahrungsmitteln der Küche des alten Rom, anfangs aus Hirse, Dinkel oder Kichererbsenmehl zubereitet, später aus Gerste oder einer anderen Wei­zenart. Nach 1650 begann Mais als granoturco, "türkisches Korn", in der italienischen Küche populär zu werden. Im 17. Jahrhundert war Maisbrei ein verbreitetes Arme-Leute-Essen von Spanien bis nach Südrussland. In Nord­italien ist Polenta bis heute so beliebt geblieben, dass die Süditaliener ihre nördlichen Landsleute etwas abfällig polentoni nennen.
Die traditionelle Zubereitung von Polenta ist einfach, aber anstrengend. Nachdem man den Maisgrieß langsam in koch­en­des Salzwasser eingerührt hat, muss die schwere Masse kontinuierlich für bis zu eine Stunde in der immer gleichen Rich­tung gerührt werden, damit sie eine glatte Konsistenz erhält und nicht zu stark anbrennt. Die fertige Polenta wird auf ein befeuchtetes Holzbrett gegeben, etwas flachgestrichen und mit einer Schnur in dicke Scheiben geschnitten. Man kann sie auch erst erkalten lassen und dann in Scheiben schneiden, um sie in Butter oder auf dem Grill zu braten.

Heute gibt es neben dem einfachen Maisgrieß vorgegarten Polenta-Grieß, der die Zubereitung auf etwa eine Viertelstunde verkürzt.

Serviert wird Polenta in Italien hauptsächlich als primo (erster Gang) wie die Pasta. Die traditionelle Zubereitung ist sehr einfach, als Brei mit kalter Milch übergossen, mit zerlassener Butter und Parmesan oder wie Pasta mit einer Sauce.

Polenta con la salsiccia (4 Personen)

Zutaten
200 g Salsicce (italienische Schweinsbratwürste)
500 g Geschälte Tomaten
1 Karotte
Olivenöl
1 Zwiebel
1 Stangensellerie (50 g)
Salz, Pfeffer


Zubereitung
Die Bratwürste anstechen, in kleine Stücke schneiden und in einer Pfanne anbraten, bis sie etwas von ihrem Fett ausschwitzen und knusprig werden.
In einem flachen Kochtopf zwei Löffel Olivenöl erhitzen. Die Karotte, die Stangensellerie und die Zwiebel kleinhacken und in die Pfanne geben. Etwas andünsten lassen. Nach etwa zwei Minuten die Tomaten hinzufügen. Salzen, Pfeffern. Zwanzig Minuten köcheln und eindicken lassen. In letzer Minute die knusprig gebräunten Salsicce hinzufügen.
Diese Sauce reicht man zu den gebratenen (oder im Ofen aufgebackene) Scheiben Polenta.
Als Wein eignet sich ein piemonteser Dolcetto vorzüglich.

Polenta alla carbonara (4 Personen)

Zutaten
250 g Frühstücksspeck
500 g Maismehl
200 g Pecorino-Käse
Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung
Die Polenta wie oben erläutert zubereiten, abkühlen lassen und in dünne Scheiben schneiden.
Die Frühstückspeck-Scheiben in einer Pfanne mit wenig Olivenöl bei schwacher Hitze braten, bis sie knusprig geworden sind.
Man schichtet nun in einer feuerfesten Form die Polentascheiben und den Speck (samt seinem geschmolzenen Fett). Darüber streut man etwas Pfeffer und Pecorino-Käse. Das Ganze wiederholt man, bis die Zutaten verbraucht sind.
Im auf 190° vorgewärmten Ofen wird die Polenta etwa 20 Minuten gebacken.
Dieses Rezept stammt aus Umbrien. Als Wein empfiehlt sich daher ein Rosso dei Colli del Trasimeno.

 
Polenta

Polenta kann man auch als Beilage zu Fleisch­gerichten reichen. Man kann sie als Brei servieren, oder, wenn man sie etwas fester zube­rei­tet hat, kann man aus der Masse flache, runde For­men schneiden, die dann ent­we­der in der Pfanne ge­bra­ten oder im Ofen über­backen werden.


Polenta
Das Sterz- und
Polenta-Kochbuch.

von Herbert Paukert
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