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Mangold

Mangold (Beta vulgaris), ist eine Gemüsepflanze. Sie ist eine Kulturform der Rübe. Es werden die Blätter und die Stiele verzehrt, nicht jedoch die Wurzeln.
Seinen Ursprung hat der Mangold im östlichen Mittelmeergebiet und dem Wü­s­ten- und Steppengebiet Zentral- und Vorderasiens. Bereits bei den alten Griechen und Römern war er als Kulturpflanze bekannt.
Häufig wird Mangold als Spinatersatz bezeichnet, obwohl er ihm gegenüber nur Vorzüge hat. Er kann über eine längere Zeit geerntet sowie vielseitig zubereitet werden und hat einen hohen Gehalt an Magnesium, Natrium, Ka­lium, Calcium, Phosphor und Eisen, wertvollen Proteinen und an Vitaminen Carotin, Vitamin B1, B2, Nicotinamid und Vitamin C.
Die Volksmedizin empfiehlt Mangold bei Blutarmut, Nervosität, Darmträgheit, Atemwegs-, Darm- und Magenentzündungen. Er unterstützt die Fettverdau­ung, entlastet die Leber und neutralisiert zeitschädigende Radikale.

Die norditalienische Küche zieht dieses Gemüse dem "jüngeren" Spinat vor (dieser kam im späten Mittelalter aus Persien, wurde aber erst Ende des 19. Jahrhunderts im größeren Ausmaß angebaut), denn sein milderer Geschmack harmonisiert mehr mit den typischen norditalienischen Gerichten.

Rezepte
Mangold muss gründlich gewaschen werden, da sich in den Rillen der Blatt­rippen oft Erde festsetzt. Dazu werden die Blätter vom Wurzelansatz ge­schnitten und einzeln gewaschen. Beim Mangold gibt es kaum Abfall, da die Stiele mitverwendet werden können. Die Stiele brauchen zum garen aber mehr Zeit als die Blätter. Darum ist es sinnvoll, die Stiele abzuschneiden und etwas früher in den Kochtopf zu geben als die Blätter.
Eine schnelle und leichte Mahlzeit verspricht folgende Zubereitung. Die Man­gold-Blätter müssen wie Spinat in leicht gesalzenem Wasser gekocht, abge­tropft, mit Parmesan bestreut und mit Olivenöl beträufelt werden. Mit Cia­batta-Brötchen essen. Köstlich!
Ene köstliche und nicht aufwändige Art, "Coste" zuzubereiten, ist, die Stiele wie Schnitzel zu panieren.
Dazu werden die Stiele in Stücke geschnitten und etwa 10 Minuten in Salz­wasser blanchiert. Die abgetropften Stiele werden zuerst in Mehl, dann in verquirltem Ei und schließlich in Paniermehl gewendet und angedrückt. Die panierten Mangoldstiele kann man nun in heißem Butterfett goldbraun an­braten. Vor dem Servieren mit Zitronensaft beträufeln.
Die blanchierten Stiele der "Coste" kann man auch, schichtenweise mit Bechamelle und Parmesan belegt im Ofen gratinieren.
Etwas bissiger antiklerikaler Humor steckt im Namen der als Strozzapreti genannten gnocchi (Nockerln): Wörtlich heißt Strozzapreti (oder Strango­lapreti, wie sie in manchen Regionen Italiens genannt werden) die "Pfaffen­würger". Geistliche gelten in Italien als naschhaft, wenn nicht sogar als ge­fräßig. Beim übermäßigen Eifer, mit dem sie diese köstlichen, aber ziemlich kompakten gnocchi in sich hineinschlingen, kann es also zum genannten Würgeeffekt kommen.
Strozzapreti (Strangolapreti)

Zutaten

1000g Altbackenes Weißbrot
2 Eigelb
1 Liter Vollmilch
500g Erbette
70 g 00 Mehl
etwas Muskatnuss, Salz, Pfeffer
Zum Würzen

150g Butter
50g Grana-Hartkäse
3 Salbeiblätter

Zubereitung
Das Brot zerstückeln und eine 1/2 Stunde lang in Milch einweichen. Die erbette waschen, kurz in kochendem Salzwasser blanchieren, abkühlen lassen, ausdrücken und hacken. Mit dem Aufgeweichten Brot mischen. Nun werden die 2 die Eigelb hinzugefügt und alles püriert. Die Mischung auf ein Nudelbrett häufen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Alles mit dem Mehl gut vermischen. Wenn es zu weich wird, ggf. etwas Sem­melbröseln hinzufügen. Kleine Nockerln formen, die man anschließend in ko­chendem Salzwasser gart.
Mit Grana bestreuen und mit der mit Salbei aromatisierten Butter übergießen.

Torta di Bietole - Rezept

Zutaten

Eine Packung tiefgekühlten Blätterteig (350g)
800g erbette
400g ricotta
geriebener Parmesan-Käse
6 Eier
Olivenöl
1 TL Majoran
Salz, Pfeffer, etwas Butter

Zubereitung

Blätterteig auftauen und in zwei Hälften teilen. Die größere Teighälfte so ausrollen, dass man damit eine mittlere Springform auslegen kann und der Teig dabei ca. 3 cm über den Rand hinaushängt. Die zweite Teigportion wird etwas größer als der Springformdurchmesser ausgerollt und dient später als Deckel. Man kann natürlich auch einen bereits rund ausgerollten Teig ver­wenden.
Die erbette - wenn man keine findet, kann man vom Mangold die Blätter ohne den Stiel verwenden - waschen, in Streifen schneiden und in wenig gesal­ze­nem Wasser dünsten. Herausnehmen und ausdrücken. In einer Schüssel 4 Eier salzen, pfeffern, 4 EL Parmesan hinzufügen, mit dem Majoran würzen und mit dem Rührbesen gut vermengen. Die erbette und die Ricotta hin­zu­fügen und vermengen.

Eine 24 cm Springform mit Wasser ausspülen. Anschließend den Boden und Rand der Form mit dem ausgerollten Blätterteig auslegen. Es soll etwas von dem Teig über den Rand hinausgehen.
Dann die Füllung auf dem Teigboden verteilen und mit einem Löffel zwei tiefe Mulden hineindrücken. In jede Vertiefung jeweils sorgfältig ein Ei hineingleiten lassen. Über jedes Ei nochmals etwas Parmesan sowie ein Butterflöckchen geben. Den kleineren ausgerollten Blätterteig über die Füllung geben. Die überstehenden Ränder leicht zusammendrücken und zu einem Wulst entlang dem Springformrand rollen. Die Oberfläche der Torte mit etwas Eiweiß be­pinseln und mit einer Gabel mehrmals einstechen.
Die Mangoldtorte auf der untersten Ebene des auf 200° C vorgeheizten Ofens ca. 1 Stunde backen.

 
Erbette, bietole, coste ...
.. das sind die drei Namen, die der Mangold während seines Wachstums annimmt.
Erbette, das ist Jungmangold. Die Blätter sind kleiner, sie ähneln noch sehr dem Spinat, sind aber be­kömm­licher. Man verwendet sie für Sup­pen, Bei­la­gen oder Fül­lun­gen.
Bietole (auch biete) sind größer und ha­ben eine größere Mittel­rippe. Sie werden hauptsächlich als Beilagen ver­wen­det, ge­kocht und mit Butter und Par­me­san abgeschmeckt.

Coste haben sehr große Blätter und entsprechend große Mit­telrippen. Leider ist der Man­gold, den man in Deutschland auf dem Markt be­kommt, meis­tens dieser Variante zuzuord­nen.
Die Frische des Gemüses er­kennt man, wenn man die Rip­pe abbricht. Es muss eine glatte Bruchstelle geben.


Italienisches Gemüse
Verdura Italiana. Kochen mit italienischem Gemüse
von Yvonne Tempelmann

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