| Spaghetti |
| Spaghetti - ach wie hässlich ist die nach der neuen deutschen Rechtschreibung erlaubte Schreibweise "Spagetti"! - sind feine, lange Nudeln aus Hartweizengrieß mit rundem Querschnitt. Die flache Variante heißt, je nach Gegend, Linguine, Bavette oder Trenette (Letztere in Ligurien). Besonders dünne Spaghetti werden Spaghettini genannt. |
| Österreichische Leser würden problemlos auf die Etymologie des Wortes "Spaghetti" kommen, denn in ihrer Heimat sagt man zu einer dünnen Schnur "Spagat". Auf Italienisch sagt man dazu "spago", wovon "spaghetto" (Plural "spaghetti") die Verkleinerungsform ist. |
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| Dass die Spaghetti 1295 von Marco Polo aus China gebracht wurden, ist eine Legende, die außeritalienische "Experten" erfunden haben müssen. Ein Bericht des arabischen Geographen Al-Idrisi, der zur Zeit des Roger II. von Sizilien lebte, besagt nämlich, dass in der Nähe von Palermo bereits 1154, also fast anderthalb Jahrhunderte vor Marco Polo, lange, getrocknete Teigfäden hergestellt und in viele Länder exportiert wurden. Das widerspricht nicht der Möglichkeit, dass es ähnliche Nudeln bereits in China gegeben habe. Tatsächlich soll ein chinesisches Archäologenteam 2005 bei Ausgrabungen im Nordwesten Chinas einen viertausend Jahre alten versiegelten Steinguttopf mit gut erhaltenen, spaghettiähnlichen Nudeln gefunden haben. Eine weitere Theorie besagt, dass die Araber die eigentlichen "Geburtshelfer" der sizilianischen Nudeln waren. Danach verbreiteten sich die Teigwaren in Italien nur, weil die Araber im Jahr 827 Sizilien besetzt hatten. |
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Die weniger vornehme Art, Spaghetti zu essen |
| Zum Verzehr werden in Italien die Spaghetti am inneren Tellerrand mit der Gabel aufgewickelt. Wenn man dafür ein Löffel zu Hilfe nimmt, outet man sich als Ausländer, denn dies ist in Italien unüblich. Manche Italiener erachten das Aufwickeln mit Hilfe des Löffels sogar als Verletzung der Tischmanieren, das Zerschneiden der Spaghetti gilt als Frevel. Die Verwendung des Löffels ist allerdings in manchen Regionen in Süditalien durchaus üblich! |
| In der Folge ein paar klassische Spaghetti-Gerichte: |
Was ich an dieser Stelle nicht aufführe, sind die sogenannten "Spaghetti bolognese". Den Grund dafür erfahren Sie hier: [ ] |
Rezept Spaghetti alla napoletana |
| Leichter geht's nicht! |
| Zutaten für 4 Portionen |
350-400g Spaghetti
600g geschälte Tomaten (aus der Dose)
2 Knoblauchzehen
etwas gehackter Basilikum
Salz und Pfeffer
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| Zubereitung |
Wie üblich werden die Spaghetti in einem ausreichend großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser "al dente" gekocht.
Apropos Salz. In Italien salzt man das Kochwasser mit GROBEM Salz, nicht weil es besser schmeckt als das feine, sondern weil es das grobe Salz in größeren, billigeren Packungen zu kaufen gibt. Dass man in manchem deutschen Restaurant neben der Pfeffermühle auch eine Salzmühle (mit grobem Salz) bekommt, ist reines Theater, Natriumchlorid ist Natriumchlorid!
Manchmal liest man, dass ein Löffel Öl im Wasser das Zusammenkleben der Nudeln verhindere. Das kann bezweifelt werden. Schließlich bleibt das Öl nur an der Oberfläche schwimmen. Das Ziel erreicht man eher mit einer entsprechend großen Wassermenge!
Und noch etwas. Niemals die Nudeln nach dem Abgießen mit kaltem Wasser abschrecken! Sie müssen heiß bleiben! |
| Zur Zubereitung der pummarola (so nennen die Neapolitaner die Tomatensoße) werden die Knoblauchzehen in Olivenöl goldbraun angeröstet und dann herausgenommen. Anschließend werden die geschälten Tomaten und der Basilikum hinzugegeben, langsam stark eingekocht und zum Schluss durch ein Sieb gestrichen, so dass die Soße eine sämige Konsistenz bekommt. Gewürzt wird darüber hinaus nur mit etwas Pfeffer, Salz und eventuell einer Prise Zucker, um die Säure zu reduzieren. Zum Servieren werden die Spaghetti mit der noch einmal erhitzten Soße vermischt. |
Rezept Spaghetti alla carbonara |
| Zutaten für 4 Portionen |
350-400g Spaghetti
5-6-EL Olivenöl
150 g Frühstückspeck
Pecorino-Käse, gerieben
Pfeffer |
| Zubereitung |
| Wie üblich werden die Spaghetti in einem ausreichend großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser "al dente" gekocht. |
| Davor wird durchwachsener Frühstückspeck (eigentlich Guanciale), in Würfel oder kurze Streifen geschnitten, im Olivenöl ausgebraten, bis er anfängt, knusprig zu werden. In einigen Rezepten werden mit dem Speck auch gehackte Zwiebeln mitgedünstet. |
| Parallel dazu wird der Pecorino mit Ei verschlagen (pro Person etwa eine halbe Tasse Käse und ein Ei) und mit Pfeffer und Salz gewürzt. Die Nudeln werden in eine vorgewärmte Schüssel gegeben und sofort mit dem Speck, der Käse-Ei-Mischung und frisch gemahlenem Pfeffer vermengt. In einigen Rezepten |
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Die Verwendung von Sahne, wie es in vielen Rezepten steht, und wie es leider auch manche italienischen Restaurants in Deutschland tun, hat mit dem Originalrezept nichts zu tun! Ebensowenig darf Kochschinken verwendet werden oder Knoblauch. Womit ich nicht behaupten möchte, dass solche Rezepte nicht schmeckten. Es handelt sich aber nicht mehr um "Spaghetti alla Carbonara". |
Rezept Spaghetti alla amatriciana |
| Zutaten für 4 Portionen |
350-400g Spaghetti
500g geschälte Tomaten (aus der Dose)
150g Guanciale (Speck, ggf. Frühstücksspeck)
100g Pecorino-Käse
(1 Zwiebel)
Olivenöl
1 Glas Weißwein
Salz und Pfeffer
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| Zubereitung |
| Das Öl wird in einer Pfanne erhitzt und der in kurze Streifen geschnittene Speck knusprig darin gebraten. Sie können entnommen werden, damit sie knusprig bleiben. Nun werden die gehackten Zwiebeln angedünstet, ohne dass sie Farbe nehmen. Mit dem Weißwein ablgelöscht und aufgekocht. Die Tomaten werden hinzugegeben und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Bei niedriger Hitze wird nun die Sauce etwa 15 Minuten köcheln gelassen. |
| Wie üblich werden die Spaghetti in einem ausreichend großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser "al dente" gekocht. |
| Nach dem Abgießen der Spaghetti werden sie mit der Soße und dem Speck vermischt und mit dem geriebenen Pecorino bestreut. |
Rezept nach der reinen Lehre (ohne Zwiebeln) |
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Der Name dieses Gerichts leitet sich vom Ort Amatrice im Latium ab, wo alljährlich eine Festa degli spaghetti all'amatriciana [ ] veranstaltet wird. |
Rezept Spaghetti alla puttanesca |
| Die Spaghetti "auf Hurenart" sind ein typisches Gericht der neapolitanischen und der römischen Küche. |
| Zutaten für 4 Portionen |
350-400g Spaghetti
300g geschälte Tomaten (aus der Dose)
150g entkernte schwarze Oliven
1 EL Kapern
2 Knoblauchzehen
etwas gehackte Petersilie
5 Sardellen
Olivenöl
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| Zubereitung (römisches Rezept) |
| Wie üblich werden die Spaghetti in einem ausreichend großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser "al dente" gekocht. |
Zur Zubereitung der Soße werden die Knoblauchzehen (entweder gehackt oder im Ganzen) zusammen mit den zerkleinerten Sardellen in Olivenöl angedünstet. Wenn der Knoblauch zu bräunen anfängt, kann er entfernt werden und man gibt die geschälten Tomaten, die Oliven und die Kapern hinzu und lässt sie noch 10-15 Minuten einkochen. |
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| Beim neapolitanischem Rezept werden keine Sardellen verwendet. |
Rezept Spaghetti aglio, olio e peperoncino |
| Das folgende ist das klassische Rezept. |
| Zutaten für 4 Portionen |
350-400g Spaghetti
5-6-EL Olivenöl
2-3 Knoblauchzehen
Etwas Chili-Pulver
Ggf. gehackte Petersilie |
| Zubereitung |
| Die Spaghetti in einen ausreichend großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser geben und acht bis zehn Minuten kochen, bis sie "al dente" sind. |
In der Zwischenzeit in einer Pfanne das Olivenöl auf mittlere Temperatur erhitzen, die Knoblauchzehen (ev. halbiert, damit sie besser ihren Saft abgeben) hineingeben und ca. eine Minute unter Rühren glasig braten. Nicht zu braun werden lassen. Danach noch kurz den gehackten peperoncino (bzw. das Chilipulver) hinzufügen. Nun wird der Knoblauch [ ] entfernt und mit dem aromatisierten Öl die Spaghetti gewürzt. Man kann auch die Spaghetti in die Pfanne geben und dort mit dem heißen Öl vermischen. |
| Auf Wunsch kann das Gericht mit der gehackten Petersilie bestreut werden. |
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