Essen und genießen

Cardi (Cardy, Gemüseartischocken)



Cardi (Gemüseartischocken) gehö­ren in Mit­teleuropa noch zu den Exo­ten. Da hat auch die Glo­ba­li­sie­rung noch nicht viel bewirkt. Und das ist scha­de, denn sie sind eine Be­rei­ch­erung für den Gemüseliebhaber. Von einem italienischen Markt sind cardi, in der Saison, kaum wegzudenken.

Als Cardi (Cynara cardunculus) bezeichnet man eine distelartige, kräftige Kulturpflanze aus der Fa­milie der Korbblütler. Sie wird wegen ihrer flei­schi­gen Blattstiele, die als Gemüse genutzt werden, angebaut. Im Gemüseanbau wird die Cardypflanze einjährig kultiviert.
Von den cardi werden nicht die Blütenköpfe wie bei der Artischocke geges­sen, sondern wie beim Stan­gensellerie die hellen Blattstiele. Der Ge­schmack der Cardi ist leicht bitter und ähnelt dem der Artischocken.
Eine der bekanntesten Cardi-Sorten ist die Sorte Cardon argente epineux de Plainpalais. Sie wurde als erstes Schweizer Gemüse ins GUB/AOC (Register der geschütz­ten Ursprungsbezeichnungen) aufgenommen.

Cardi ripieni (Gefüllte Cardy)

Zutaten (4 Personen

800 - 1000 g Cardy
Saft einer halben Zitrone
80 g Parmesan
300 - 400 g Ricotta
150 g Mortadella
1 EL Mehl
Salz, Olivenöl

Zubereitung
Für die Zubereitung werden die Stängel mit einem Schäler von den faserigen Teilen befreit und in Stücke ge­schnit­ten. Anschließend in Zitronenwasser ge­legt (damit sie sich nicht verfärben)
In einem flachen Kochtopf wird das Mehl in etwa 100 cl Salzwasser aufgelöst. Die Cardi werden hinzu­ge­fügt und so lange gedünstet, bis sie weich sind.

Speisekarte-Glossar La cucina verde
Speisekarte-Glossar
Italienisch/ Deutsch
La cucina verde

Inzwischen wird die Füllung zubereitet. Die Mor­ta­della wird fein gehackt und mit der Ricotta und dem Parmesan gut vermengt.

Die Cardi werden anschließend in eine Feuerfeste, eingefettete Form gele­gen und mit der Fullung bedeckt. Bei 180° werden sie etwa 20 -30 Minuten über­backen, bis die Oberfläche knusprig-braun ist.


Cardi al forno (Überbackene Cardy)

Zutaten (4 Personen

800 g Cardy
Saft einer halben Zitrone
120 g Fontina-Käse
2 El Mehl
Salz, Olivenöl

Zubereitung
Für die Zubereitung werden die Stängel mit einem Sparschäler abgeschält und in Stücke ge­schnit­ten. In einem flachen Kochtopf wird das Mehl in etwa 100 cl Salzwasser aufgelöst. Der Zitronensaft und die Cardi werden hinzu­ge­fügt und so lange gedünstet, bis sie weich sind.

Die Cardi werden anschließend in eine Feuerfeste, eingefettete Form gele­gen und mit dünnen Fontina-Scheiben bedeckt. Bei 180° werden sie etwa 20 Mi­nu­ten überbacken.


Cardi alla Bagna Cauda

Zutaten (4 Personen

1 Kg Cardy
150 g Butter
Saft einer Zitrone
10 Anchovies-Filets
2 Knoblauchzehen
Salz, reichlich geriebener Parmesan

Zubereitung
Die Stängel werden wie üblich mit einem Sparschäler abgeschält und in ca. 8 cm lange Stücke ge­schnit­ten. Diese werden anschließend in etwa 2 Liter ge­sal­zenem Wasser (dem der Saft einer Zitrone zugefügt wurde) weichgekocht.
Die Cardi werden anschließend in eine Feuerfeste, eingebutterte Form ge­legen.
In einem Schmortopf werden die Knoblauchzehen mit der restlichen Butter angeschwitzt. Die Knoblauchzehen werden dann entfernt und die Anchovies-Filets hinzugefügt und mit einer Gabel zu Brei zerdrückt. Diese Sauce wird nun auf die Cardi verteilt. Darüber wird der Parmesan gestreut und das Ganze bei 180° etwa eine halbe Stunde überbacken. Noch warm servieren.